Michael Kummer ist voller Hoffnung. „Ich vermute mal, dass es in der nächsten Saison einen Angriff gibt, da ja der Meister direkt aufsteigen kann“, sagte der Vorsitzende des Ehrenrates des FC Rot-Weiß Erfurt im RWE-Talk von Funke Medien Thüringen auf die Frage, wann der Club wieder in der 3. Liga spielt.
Michael Kummer glaubt an Erfurter Aufstiegschancen
Dass auch mindestens fünf andere Vereine mit jenem Ansinnen am letzten Juli-Wochenende in die Spielserie 2026/27 der Regionalliga Nordost starten werden, sei ihm bewusst: „Aber wir haben eine eingespielte Truppe, bei der ein Großteil vertraglich gebunden ist. Wenn die GmbH vielleicht auch mal ins Risiko geht, zwei oder drei Leistungsträger dazuholt, dann glaube ich, haben wir Aufstiegschancen.“
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Beruflich ist Kummer Historiker. In seiner Doktorarbeit thematisierte er die Rivalität mit dem FC Carl Zeiss Jena zu DDR-Zeiten. Er schrieb das Buch „111 Gründe, Rot-Weiß Erfurt zu lieben“. Nun erlebt er am 29. April einen weiteren ganz persönlichen Meilenstein. Denn auch dank seiner Mitarbeit ist die Sonderausstellung unter dem Titel „Liebe, Leistung, Leidenschaft – Sportstadt Erfurt“ entstanden, die am vorletzten Tag des Monats im Stadtmuseum in der Johannesstraße eröffnet und vermutlich bis Frühjahr 2027 zu sehen sein wird. Neben dem Radsport, der Leichtathletik, Schwimmen und Eisschnelllauf spielt der FC Rot-Weiß eine maßgebliche Rolle.

Um nicht nur in Bildern und Texten die Geschichte darzustellen, wurde sogar Stadionatmosphäre geschaffen. Sitzschalen aus dem alten Steigerwaldstadion sind zu sehen. Aus zwei alten Lautsprechern, die wieder funktionsfähig gemacht wurden, sind Torschreie aus dem Thüringenderby zu hören.
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Kummers Anliegen war es auch, die Schattenseiten der Vergangenheit nicht auszublenden. Dazu gehört das systematische Staatsdoping in der DDR: „Wir sind Historiker und machen kein Traditionskabinett. Da muss das Thema dabei sein.“
Er stand einst mit Ronny Hebestreit gemeinsam auf dem Platz
Seine Leidenschaft für den FC Rot-Weiß entstand auf kuriose Weise. Als Kind wohnte er in der Sichtweite zum Stadion. Aber sein erstes Spiel des Clubs erlebte er in den 80er Jahren im Gästeblock: „Wir hatten sächsische Verwandtschaft. Mein Onkel und mein Cousin waren Fans von Dynamo Dresden. Die haben mich mitgenommen. Viel gesehen habe ich nicht. Ich war noch zu klein. Aber ich weiß noch, dass Erfurt 2:1 gewonnen hat.“
RWE-Talk
In der Gesprächsreihe von Funke Medien Thüringen befragt Sportchef Marco Alles regelmäßig Protagonisten des FC Rot-Weiß Erfurt zu sämtlichen Themen rund um den Verein. Im RWE-Talk geht es aber nicht nur um den Fußball, sondern auch um den Menschen hinter dem Sportler. Was zeichnet ihn aus? Was treibt ihn an? Womit beschäftigt er sich, wenn der Ball mal nicht rollt? Zu sehen sind alle Interviews auf dem Youtube-Kanal von Funke Thüringen.
Damals stand er aber auch selbst auf dem Platz. Was kaum jemand weiß: Michael Kummer spielte einst mit Ronny Hebestreit in einer Mannschaft. Im Nachwuchs kickte er für Lok Erfurt, wo auch die Karriere der Erfurter Stürmerlegende begann. Später wurde Hebestreit vom unvergessenen Günter Bach gesichtet und zum Club geholt: „Da hat Ronny uns dann ordentlich Tore eingeschenkt, wenn er gegen uns gespielt hat.“

Nicht nur wissenschaftlich oder als Autor beschäftigte sich Kummer mit dem 1966 gegründeten Verein und seinen Vorgängern. Als Mitglied des Fanrates forcierte er mit seinen Mitstreitern die Ausarbeitung einer modernen Satzung und ermöglichte damit den Mitgliedern deutlich mehr Mitspracherecht. Seit dem vergangenen Jahr gestaltet er das Clubleben als Chef des Ehrenrates mit.
RWE-Talk
In der Gesprächsreihe von Funke Medien Thüringen befragt Sportchef Marco Alles regelmäßig Protagonisten des FC Rot-Weiß Erfurt zu sämtlichen Themen rund um den Verein. Im RWE-Talk geht es aber nicht nur um den Fußball, sondern auch um den Menschen hinter dem Sportler. Was zeichnet ihn aus? Was treibt ihn an? Womit beschäftigt er sich, wenn der Ball mal nicht rollt? Zu sehen sind alle Interviews auf dem Youtube-Kanal von Funke Thüringen.
Froh ist Kummer, dass sich nach der überstandenen Insolvenz das Image des Vereins in der Stadt gewandelt hat. Deutlich sei dies bei der Vorbereitung des Festaktes im Erfurter Rathaus am 26. Januar zum 60. Geburtstag des FC Rot-Weiß geworden: „Wir wurden wohlwollend empfangen. Vor ein paar Jahren hätte man uns diese Türen nicht aufgemacht.“

Für die Zukunft wünscht sich Michael Kummer, dass die stillgelegte Westtribüne erneuert und das Steigerwaldstadion endlich fertig gebaut wird. Dann gäbe es auch Platz, eine Vision Wirklichkeit werden zu lassen: In einer sanierten Westtribüne könnte ein Rot-Weiß-Museum dauerhaft einen Platz finden.
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Aber auch sportlich hat der Erfurter einige Träume. Dem FC Rot-Weiß wünscht er, dass er irgendwann mal wieder in der 2. Bundesliga spielt: „Das wäre für mich das i-Tüpfelchen. Dort würden Erfurt als Stadt, die Fankultur und das Stadion gut hinpassen.“ Könnte sich seine Hoffnung vom Drittliga-Aufstieg in der kommenden Saison tatsächlich erfüllen, wäre es der erste Schritt dorthin.









