Längst hat sich Jaden Rodtnick in seiner neuen Wahlheimat eingelebt. Der Torwart des FC Rot-Weiß Erfurt bewohnt mit seinen Teamkollegen Ayooluwa Adesida und Nathan Fuakala im Zentrum der Stadt eine WG. Mal wird zusammen gekocht, mal Pancakes gebacken. Vor allem muss alles seine Ordnung haben. „Wir achten alle zusammen schon sehr darauf. Denn jeder möchte ein sauberes Heim haben“, sagte der 20-Jährige im RWE-Talk von Funke Medien Thüringen.

Erstaunliche Blanz: Rodtnick mit Erfurt noch unbewzungen

Auch sportlich lief es für den Schlussmann in seinem ersten Jahr bei den Männern glänzend. Denn als Perspektivspieler vom Fußball-Regionalligisten im vergangenen Sommer von den U19-Junioren des 1. FC Union Berlin geholt, erkämpfte sich Rodtnick sogar schon die ersten drei Viertliga-Einsätze.

Der RWE-Talk mit Torhüter Jaden Rodtnick

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    „Ich durfte aufgrund meiner Leistungen spielen. Darüber habe ich mich extrem gefreut. Denn normalerweise ist ja Lorenz Otto die Nummer eins“, sagte der junge Torwart. Erstaunlich wie überraschend ist seine Bilanz. Denn in sämtlichen Pflichtspielen, in denen er zwischen den RWE-Pfosten stand, blieb der FC Rot-Weiß unbesiegt.

    Gegen Babelsberg trifft Rodtnick seinen Jugendtrainer wieder

    In den ersten vier Runden des Landespokals stand er jedes Mal über 90 Minuten im Tor und blieb ohne Gegentreffer. Auch bei seinen ersten Regionalligaeinsätzen gegen Babelsberg (4:2), Altglienicke (1:1) und Meuselwitz (3:0) war er jedes Mal ein sicherer Rückhalt.

    RWE-Talk
    Rot-Weiß-Torhüter Jaden Rodtnick (links) beim RWE-Talk im Gespräch mit Sportchef Marco Alles.© Screenshot Funke Medien Thüringen

    Cheftrainer Fabian Gerber lieferte mit dem Regionalliga-Debüt – ausgerechnet gegen Babelsberg – dem Torwarttalent einen besonderen Motivationsschub. Denn bei jenem Club spielte er acht Jahre im Nachwuchs, bevor er ins Nachwuchsleistungszentrum von Union Berlin wechselte. „Das war schon cool. Babelsbergs Trainer Johannes Lau war in der U15 mein Übungsleiter. Auch ein, zwei Spieler waren noch da, die ich kannte“, sagte Rodtnick im RWE-Talk: „Nervös war ich überhaupt nicht. Ich kann unter Druck spielen. Das ist meine Stärke.“

    Mit seiner Premiere bei den Männern war er endgültig oben angekommen. Endlich durfte er nicht nur mitfiebern, sondern selbst ins Geschehen eingreifen. Diese Verantwortung zu übernehmen, die Mannschaft im Spiel zu halten, sei für ihn der Reiz, im Fußballtor zu stehen, erzählte Jaden Rodtnick. Einst war er ein guter Schüler, liebte Geografie, Deutsch und Politik. Spanisch machte ihm ebenso viel Spaß.

    11.4.2026 FC Rot-Weiss Erfurt vs. SV Babelsberg 03 4-2
    Rot-Weiß-Torhüter Jaden Rodtnick feierte im Heimspiel gegen den SV Babelsberg sein Regionalliga-Debüt.© Frank Steinhorst

    Doch nichts erfüllt ihn so voller Freude, wie die Rolle als Fußballer. In Erfurt stieß er in Laurenz Dehl sogar auf einen Mitspieler, der ebenso einst bei Union Berlin kickte. Vor allem aber der Konkurrenzkampf im Tor treibt ihn an. Gemeinsam mit Emmanuel Mensah versucht er, Stammkraft Lorenz Otto möglichst viel Druck zu machen. „Wir verstehen uns alle drei sehr gut, jedes Training macht Spaß“, sagte Rodtnick. Als er in drei Regionalligaspielen im Tor stand, habe ihm Otto den Rücken gestärkt.

    Rodtnick glaubt an Lok Leipzig als Staffelsieger

    Dass er nach drei Einsätzen zurück in die zweite Reihe treten musste, sei für ihn nicht hart gewesen: „Denn es war so abgesprochen.“ Deshalb muss er nun vorerst wieder zuschauen, wie seine Erfurter Mannschaft am Samstag zu Hause gegen Hertha Zehlendorf und zum Finale im Thüringenderby beim FC Carl Zeiss Jena die Saison beendet. Rodtnick glaubt fest daran, dass Lok Leipzig Staffelsieger wird: „Denn Jena wollen wir am letzten Spieltag stoppen und dafür sorgen, dass auch nächste Saison das Thüringenderby erhalten bleibt.“

    RWE-Talk

    In der Gesprächsreihe von Funke Medien Thüringen befragt Sportchef Marco Alles regelmäßig Protagonisten des FC Rot-Weiß Erfurt zu sämtlichen Themen rund um den Verein. Im RWE-Talk geht es aber nicht nur um den Fußball, sondern auch um den Menschen hinter dem Sportler. Was zeichnet ihn aus? Was treibt ihn an? Womit beschäftigt er sich, wenn der Ball mal nicht rollt? Zu sehen sind alle Interviews auf dem Youtube-Kanal von Funke Thüringen.

    Dann wünschen sich viele Fans des FC Rot-Weiß Erfurt den Angriff ihrer Mannschaft auf die 3. Liga. Rodtnick macht ihnen Hoffnung: „Wir wissen, die Konkurrenz ist groß. Aber wenn wir uns im Sommer noch einmal qualitativ verstärken können, dann ist das das Ziel. Denn Erfurt gehört in die 3. Liga, mindestens.“

    Und was erwartet Jaden Rodtnick persönlich? Er hat seinen Vertrag gerade erst bis Juni 2028 verlängert, obwohl Lorenz Otto auch im neuen Spieljahr die Nummer eins im Tor des Regionalligisten bleiben soll. „Ich werde weiter Druck machen. Danach ist alles offen. Dann könnte ich vielleicht selbst die Nummer eins werden“, kündigte der junge Schlussmann im RWE-Talk an.