Der Geraer Florian Trinks blickt nur mit einem Auge nach Burgas

Fürth  Fußball Der Geraer Florian Trinks kämpft mit Greuther Fürth noch um den Klassenerhalt in der 2. Liga, ein paar Gedanken an einen seiner schönsten Momente als Fußballer gönnt er sich dennoch.

Der Fürther Florian Trinks (links) spielt gegen den Braunschweiger Havard Nielsen. Am Sonntag spielt der Geraer im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Liga bei RB Leipzig. Foto: Timm Schamberger/dpa

Der Fürther Florian Trinks (links) spielt gegen den Braunschweiger Havard Nielsen. Am Sonntag spielt der Geraer im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Liga bei RB Leipzig. Foto: Timm Schamberger/dpa

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Florian Trinks hat andere Sorgen. Der Blick geht nach Leipzig und nicht nach Burgas. Am Schwarzen Meer greift zwar die deutsche U17-Auswahl nach dem EM-Titel, doch der 23-Jährige steht mit Greuther Fürth im Abstiegskampf der 2. Liga. „Ja, der EM-Titel zählt zu meinen schönsten Momenten als Fußballer“, sagt der gebürtige Geraer. Im Finale vor 24 500 Zuschauern in Magdeburg erzielte Florian Trinks mit einem direkt verwandelten Freistoß in der 97. Minute das 2:1-Siegtor gegen die Niederlande. Der Volltreffer wurde auch zum Tor des Monats im Mai 2009 gewählt. „Als der Ball über die Mauer flog, wusste ich schon, dass er reingeht.“

Natürlich wird er sich informieren, wie sich der U17-Jahrgang heute Abend (19 Uhr) in Burgas im Finale gegen Frankreich schlägt, doch der Fokus liegt ganz klar auf dem Spiel am Sonntag in Leipzig. „Wenn wir bei RB gewinnen, sind wir alle Abstiegssorgen los – und das ist auch unser Ziel.“ Trinks glaubt nicht, dass sich die Leipziger so desolat präsentieren werden, wie in den vergangenen Spielen. „Sie wollen sich mit einem Sieg aus der Saison verabschieden.“

Eine Erklärung, warum Greuther Fürth oder aber auch St. Pauli oder 1860 München um den Ligaverbleib bangen müssen, hat er nicht. „Die Liga ist sehr ausgeglichen. Du brauchst vierzig Punkte, um drin zu bleiben“, sagt er. Auch für die nächste Saison hat Trinks einen Vertrag in Fürth, fühlt sich inzwischen wohl in Franken. „Im Grunde genommen sind sie, wie wir Geraer“, sagt er. „Ein wenig schroff, nicht gleich herzlich, man muss sie kriegen, aber dann sind sie klasse und verlässlich.“ Trinks ist ein Familienmensch, „ich brauche keinen Rummel“. Mit seiner Freundin wohnt er in Fürth, hofft, dass es mit der Spielvereinigung und ihm in der neuen Saison aufwärts geht.

Im vergangenen Heimspiel gegen den Aufstiegskandidat Darmstadt spielte der 31-malige Nachwuchs-Nationalspieler auf der Position zehn. „Da fühle ich mich am wohlsten“, sagt er, „aber wenn mich der Trainer auf der Acht oder der Sechs bringt – dann sind das meine Lieblingspostionen.“ Wo er gebraucht wird, da hängt er sich voll rein – und bei ihm ist das keine Floskel. Trinks liebt den Fußball, hat seine Passion zum Beruf gemacht. Als 4-Jähriger kickte er bei den Geraer Dynamos, wechselte 2004 zum FC Carl Zeiss, fiel durch Technik und Spielverständnis auf – das sah man auch in Bremen. In jungen Jahren, mit 14, zog es ihn ins Sportinternat des SV Werder, er rückte ins U23-Team, bestritt 2009/10 sein erstes Drittligaspiel gegen den FC Ingolstadt. Am 29. Januar 2011 gab er gegen Bayern München sein Bundesliga-Debüt. Am 31. Januar 2013 der Wechsel innerhalb der Bundesliga zur SpVgg Greuther Fürth. Am 18. Mai 2013 erzielte er beim 1:3 beim FC Augsburg im Trikot der Franken sein erstes Bundesligator. Doch bekannt wurde er mit einem Tor, das erst gegeben und dann annuliert wurde. Gegen Sandhausen nahm er beim Torerfolg die Hand zu Hilfe. Referee Jochen Drees gab den Treffer, doch Trinks meldete den Regelverstoß freiwillig. Diese Geste brachte ihm die Fair-Play-Plakette der Deutschen Olympischen Gesellschaft. Viel Aufsehens macht er darum nicht: „Ich bin eben eine ehrlich Haut.“

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