Nachdem es in der Saison-Vorbereitung der Bundesliga-Basketballer von Science City Jena mit zwei Testspielsiegen gegen MBC Weißenfels und Gießen 46ers sowie einer knappen Niederlage gegen die Niners Chemnitz bisher recht gut läuft, präsentierte sich das neu formierte Team nun erstmals öffentlich den Fans.
Diese strömten voller Neugier und Vorfreude am Mittwochnachmittag Richtung Sparkassen-Arena, um sich ein Bild von ihren jetzigen und künftigen Lieblingsspielern zu machen.
Über 200 Besucher nahmen auf der Tribüne Platz und bekamen von Trainer Björn Harmsen eine kurze Einweisung. Er bat zudem um möglichst viel Ruhe, damit das Team auf dem Court seine Anweisungen verstehen könne.
Liga-Auftakt am 26. September beim FC Bayern München
Der Coach ist längst wieder im Basketball-Tunnel, will die Mannschaft bis zum Saisonstart am 26. September gegen den FC Bayern München so fit wie möglich machen. Bei keinem Training wird etwas dem Zufall überlassen. Erst Dehnübungen auf der Matte, taktische Spielzüge und natürlich viel dribbeln und werfen.
Zwischendurch versammelten sich die Science City-Spieler, bei denen Eric Washington derzeit krankheitsbedingt aussetzen muss, immer wieder im Spielerkreis. Der Zusammenhalt ist groß, die Chemie stimmt.
Das bestätigt auch Neuzugang Keith Braxton, der im Sommer vom ProA-Team VfL Bochum an die Saale wechselte. „Das Training heute vor den Fans war gut und schön. Wir haben viel Energie, allerdings verlangen die Coaches auch einiges. Es ist sehr intensiv, gerade was die Defense-Arbeit angeht. Man merkt schnell, wo man sich noch verbessern muss und lernen kann“, sagt der aus Glassboro im US-Bundesstaat New Jersey kommende Braxton, der beim Training, genau wie seine Mitspieler, Straf-Liegestütze für verpasste Würfe oder Rebounds leistete.
Lob für Jenas nette Menschen und grüne Flächen
Seit einem Monat ist der 1,96 m große Flügelspieler an der Saale, kam mit der Empfehlung als einer der besten ProA-Spieler der letzten Saison nach Jena. „Eine kleine Stadt mit vielen netten Menschen. Besonders gefällt mir das viele Grün. Ich gehe gern raus in die Natur, spaziere durch die Stadt. Man ist gut verbunden mit allen anderen, sportlichen Einrichtungen. Mir gefällt es hier sehr gut“, so der Basketballer, der bereits in Israel, Belgien und Schweden spielte.

Die Harmonie innerhalb des Teams von Science City Jena trägt beim 28-Jährigen ebenfalls zum Wohlbefinden bei. „Manche der Jungs kenne ich noch von letzter Saison, als wir gegeneinander spielten. Wir unternehmen viel als Team, haben schon öfter einige Geschichten miteinander geteilt. Jetzt wollen wir zusammen neue Geschichten schreiben.“
An eine jüngere Episode aus seiner Zeit in Jena erinnert sich Keith Braxton mit einem Schmunzeln. Etwas außerhalb der Stadt stand vergangene Woche ein Medien-Termin mit den Sponsoren an. Der Treffpunkt vor Ort war bekannt – nur die Absprache in Sachen Fahrgemeinschaft hinkte anscheinend.
Im Regen auf dem E-Scooter
„Ich habe derzeit kein Auto, da ich zwar über einen US-Führerschein verfüge, dieser in Deutschland allerdings noch nicht anerkannt ist. Alle, die ich fragte, ob sie mich zum Termin mitnehmen könnten, waren schon unterwegs. Ich entschied mich dazu, für die 30 Minuten Weg den E-Scooter zu nehmen und selbst hinzufahren.“

Allerdings befand sich Keith Braxton kurz vor dem Ziel außerhalb der E-Scooter-Parkzone. Wäre er weitergefahren, hätte es richtig teuer werden können. Den Rest musste der US-Amerikaner also zu Fuß bestreiten. Seine Mitspieler fragten schon, wo er denn bleibe. Mit leichter Verspätung kam der Flügelspieler schließlich beim Foto-Termin an und hatte die Lacher auf seiner Seite.
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„Rückwärts nahm man mich dann ein Stück mit und ich fuhr bei mittlerweile einsetzendem Regen mit dem Scooter wieder in die Stadt. Es war ein sehr aufregender Nachmittag für mich.“
Gute Pässe, sichere Würfe, fleißig bei den Rebounds und aggressiv in der Verteidigung: Es sei die Vielseitigkeit, mit der Keith Braxton in Jena überzeugen möchte. „Ich wollte unbedingt wieder auf höchstem Level Basketball spielen. Da kam das Angebot von Science City als BBL-Aufsteiger genau richtig. Ich möchte dem Team so helfen, wie es in jeder Situation notwendig ist. Rufen wir immer unser Bestes ab, dann wird es eine erfolgreiche Saison.“
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Keith Braxton hat Fahrt aufgenommen – auf dem E-Scooter durch die Stadt, aber auch als Basketballer im Team des neuen Erstligisten.





