Mega-Comeback und Mega-Jubel: So euphorisch wurden die Basketballer von Science City Jena selten in der eigenen Halle nach einem Spiel gefeiert wie am Samstagabend nach dem am Ende überraschend deutlichen 85:72 (36:41)-Erfolg gegen die Niners Chemnitz. Es war erst das zweite Heimspiel in dieser, immerhin schon Ende September begonnen Saison, und dann auch noch das Ostderby gegen die Sachsen. Kein Wunder also, dass die Jena-Fans Nachholbedarf hatten und so aus dem Häuschen waren.
Bei Science City herrschte große Nervosität vor dem Spiel
„Ein Derbysieg ist immer schön“, freute sich natürlich Jena-Coach Björn Harmsen, der sich ebenso wie alle seine Spieler für die emotionale, aber jederzeit faire Stimmung von beiden Fanlagern bedankte. Nach dem Spiel verriet er, dass seine Mannen mit einer großen Portion Respekt und einigen Fragezeichen ins Spiel gegangen waren, was dem Spielplan geschuldet war.
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„Wir hatten zuvor erst ein Heimspiel und darin haben wir richtig schlecht ausgesehen“, spielte Harmsen auf das 78:97 gegen Alba Berlin Anfang Oktober an. „Alle waren nervös. Auswärts haben wir einen Weg gefunden, mit viel Selbstvertrauen zu spielen. Zuhause war das noch nicht so. Deswegen war dieser Sieg am Ende auch so wichtig.“
Jenaer Basketballer mit 18 Punkten Rückstand auf Niners Chemnitz
Die angesprochene Nervosität war Science City gegen die Chemnitzer, die am Dienstag noch im EuroCup gespielt hatten, zunächst auch deutlich anzumerken. Im ersten Viertel ging bei den Hausherren gar nichts, zwischenzeitlich lag das Harmsen-Team 6:24 zurück, hatte nach zehn Minuten keinen von elf Dreiern getroffen. Auch die Freiwurfquote (im gesamten Spiel 63 Prozent) war dürftig. „Wenn da 400 Chemnitz-Fans stehen, macht das natürlich was mit dir.“

Doch statt eines Debakels gab es ein Mega-Comeback. Der Schlüssel zum Erfolg? „Die Defense“, sagten Harmsen und Center Alex Herrera unisono. Im zweiten Viertel setzte der Jena-Trainer auf Bewährtes. „Die Jungs, die letztes Jahr viel Anteil hatten: Lorenz, Krissi und Alex haben sehr gut verteidigt“, lobte er seine nun deutlich besser agierende Verteidigung.
Science City steigert sich in der Defense von Viertel zu Viertel
„Ich wollte einfach Energie reinbringen“, sagte Herrera, der sich über 28 Punkte gegen sein Team im ersten Viertel sehr geärgert hatte. Im zweiten waren es nur noch 17, im dritten 16 und im Schlussabschnitt sogar nur noch 15 Punkte, die Science City gegen die Niners zuließ.

„Und wenn du gut verteidigst, wird es auch in der Offensive besser“, meinte Harmsen, aus dessen Team folgende Spieler zweistellig trafen: Eric Washington (14 Punkte), Tavian Dunn-Martin (13), Joe Wiesekamp (12), Keith Braxton (12) und Bank (11). Jena-Topscorer Washington gelangen gegen seinen Ex-Club zudem starke neun Assists.
Aktuelle Nachrichten zu den Jenaer Basketballern:
„Insgesamt war es eine super Werbung für unseren Sport“, freute sich Harmsen, der seinen Derby-Helden zwei freie Tage gönnt, ehe am Dienstag die Vorbereitung auf das Spiel im BBL-Pokal bei Alba Berlin (17. November/Beginn 20 Uhr) beginnt.







