Wenn eine Mannschaft hoch gewinnt, dann hält der Trainer des siegreichen Teams gerne mal den Ball flach. Gelingt das seiner Elf in einem Spitzenspiel, dann gilt das häufig umso mehr. Also wollte Alexander Henke, Trainer des Fußball-Landesklässlers SV Germania Wüstheuterode, nach dem gleichermaßen klaren wie angemessenen 3:0 (2:0) gegen den ehemaligen Spitzenreiter FC Erfurt Nord und dem damit verbundenen Sprung seines Teams auf Platz zwei von der möglichen Meisterschaft auch gar nichts wissen.
„Wir denken nur von Spiel zu Spiel“, bemühte Henke einen Satz, der eigentlich die Einzahlung in das Phrasenschwein verdoppelt hätte. Doch dem Germania-Trainer sei es nachgesehen: Seine Jungs hatten vorher auf dem Platz vergnügungsteuerpflichtig agiert.

Konsequent in der Zweikampfführung, geschlossen im Teamverbund und dazu auch fußballerisch ansprechend – die Wüstheuteröder ließen den Norderfurtern keine Chance. Und hätten die Germanen in der zweiten Halbzeit ihre Angriffe noch etwas genauer zu Ende gespielt, wäre der Sieg gegen einen harmlosen Kontrahenten noch deutlicher ausgefallen.
Henke lobt bestes Spiel des Jahres trotz Personalsorgen
„Das war unser bestes Spiel in diesem Jahr. Die erste Halbzeit war überragend. Wir können ziemlich stolz sein. Das hat viel Spaß gemacht“, freute sich Henke. Ja, die Erfurter waren mit erheblichen Personalsorgen angereist. „Aber wir konnten ja auch nicht mit der vollen Kapelle spielen“, erklärte Henke.
Das war unser bestes Spiel in diesem Jahr.
Alexander Henke, Trainer des SV Germania Wüstheuterode
Nachdem André Herburg früh die erste Wüstheuteröder Großchance hatte liegen gelassen, weil er frei an Erfurts Schlussmann Ionut Claudiu Geoacas gescheitert war (12.), dauerte es bis zur 26. Minute, ehe Herburg doch jubeln konnte. Nachdem Felix Baumann sich über rechts durchgesetzt hatte und von Pascal Kirchhoff nur unfair im Strafraum gebremst werden konnte, verwandelte Herburg vom Punkt sicher.
Auch vor dem 2:0 hatte Baumann seine Füße im Spiel. Nachdem der bereits nach zehn Minuten für den angeschlagenen Daniel Thön eingewechselte Steffen Thunert den Ball aufmerksam erobert hatte, spurtete Baumann rechts wieder allen davon und servierte dann auch noch so mustergültig, dass Torjäger Luca Hagemann fast mit dem Pausenpfiff mit seinem 18. Saisontreffer aus fünf Metern auf 2:0 erhöhen konnte (45.).
Kapitän Martin Gastrock-Mey trifft per Kopf
Der zweite Durchgang verlief recht unspektakulär. Die Gäste aus der Landeshauptstadt blieben weiter harmlos, die Germania verpasste es, durch konzentriertes und genaueres Passspiel noch mehr Chancen zu kreieren und Tore zu erzielen. Kapitän Martin Gastrock-Mey stellte nach einem Eckball per Kopfball ins lange Eck auf den 3:0-Endstand (53.).
Erfurt Nord, im Hinspiel noch 5:2-Gewinner, hatte in der gesamten Partie nur eine Möglichkeit. Doch Marvin Adams lupfte den Ball nach Wüstheuteröder Ecke und anschließendem schnellen Konter aus halbrechter Position nicht zum 1:1 ins Netz, sondern an den Pfosten (36.).
Mehr zum SV Germania Wüstheuterode
„Wir haben momentan elf Schwerverletzte, sind mit vier Spielern aus der zweiten Mannschaft und drei A-Jugendlichen, die vormittags noch gespielt haben, angereist. Es klingt nach einem 0:3 vielleicht komisch, aber ich bin stolz darauf, wie sich alle reingehauen haben und alles investiert haben“, erklärte Erfurts Trainer Rico Methfessel.
Für die Wüstheuteröder steht bereits am Gründonnerstag die nächste interessante Heimaufgabe. Dann empfängt der neue Tabellenzweite ab 19 Uhr in einer Nachholpartie den FC Union Mühlhausen.



