Ein Tabellenführer, der gar nicht spitze sein will, ein Team, das scheinbar nur 3:3 spielen kann, und eine Mannschaft, die auf unverwüstliche Oldies bauen kann: Wir haben alles Kuriose und Wissenswerte zum 20. Spieltag der Fußball-Landesklassen-Staffel 2 gesammelt.

Fußball-Landesklasse, Saison 2025/26, Eintracht Sondershausen gegen FSV Kölleda (4:1) am Samstag, 21. März 2026
Kennt keine Angst: Sondershausens Florian Cepa (links) im Duell mit Kölledas Torwart Jannik Koch.© Jens Ortschig

Eintracht Sondershausen – FSV Kölleda 4:1 (2:1)

Was macht ein Tabellenführer, wenn er in Rückstand gerät? Er schießt einfach vier Tore und bleibt mit einem klaren Sieg weiter vorne. So klar, wie es schien, war der Erfolg aber nicht, sagte Sondershausens Trainer Axel Duft nach den nächsten drei Zählern und der Verteidigung von Tabellenplatz eins: „Kölleda ist für mich technisch die beste Mannschaft der Liga, hätte auch höher führen können.“

Nach 20 Minuten gab der Gastgeber aber Gas, gewann laut Duft die Kontrolle, spielte „richtig guten Fußball“, traf durch Florian Cepa (27.), Markus Menke (34.), Patrick Rothe (76.) und Tino Auerbach (90.+2) – und grüßt weiter von der Spitze. Will die Eintracht, die auf den Aufstieg verzichten will, nicht doch hoch? „Die Liga ist so eng. Wir spielen Fußball. Der Rest interessiert uns nicht“, sagt Duft.

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VfB Artern – SV GW Siemerode 3:3 (2:1)

Für Siemerode war es ein Deja-vu der unerfreulichen Art: Genau wie gegen Borntal Erfurt kassierten die Grün-Weißen nun auch gegen Artern das 3:3 in letzter Minute. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, stöhnte Trainer Michael Wedekind-Weißenborn, gab aber auch zu, dass seine Jungs das wohl schlechteste Spiel der Rückrunde abgeliefert hatten.

Und bei den Gegentoren, vor allem beim letzten, Pate gestanden hatten. Winter-Neuzugang Emil Knapsis, der das 1:1 markiert hatte (40.), wurde beim vermeintlichen Siemeröder 4:2 kurz vor Schluss wegen Abseits zurückgepfiffen. Und so gelang Arterns Torjäger Jan-Niklas Beyer noch der Ausgleich (90.). Finn Jonientz (38.) und Richard Schirmer (43.) hatten Gastgeber Artern jeweils nach vorne gebracht, Carlos Angeli (54.) und der ebenfalls im Winter gekommene Tom Fränkel (66.) die Partie gedreht.

Arterns Trainer Patrick Gonnermann war derweil in Sachen Fazit zwiegespalten: „In unserer Lage brauchen wir jeden Punkt, aber drei wären natürlich besser gewesen. Wir hatten große Chancen zum 2:0 und 3:0.“ Doch mal wieder hätten Flüchtigkeitsfehler den Aufwand konterkariert. Oder, wie Gonnermann es ausdrückte: „Wir haben unsere Tore schön herausgespielt. Aber leider auch unsere Gegentore durch eigene Fehler begünstigt.“

FC Borntal Erfurt - FC Union Mühlhausen 2:4 (1:3)

Nach dem überraschenden 6:3 vor Wochenfrist gegen den damaligen Spitzenreiter FC Erfurt Nord siegten die durch etliche Abgänge und Verletzungen sowie Krankheiten arg gebeutelten Mühlhäuser auch in Erfurt. Und das mit einem 14-Mann-Mini-Kader und dem Oldie-Quartett mit Trainer Toni Jurascheck, Sebastian von Nessen, dem 43-jährigen Dominique Sellmann sowie Torjäger Daniel Schmidt.

Da fünf Absteiger möglich sind, wollte Jurascheck nach dem Erfolg, den Christoph Stein mit der Verwandlung zweier Foulelfmeter (9./18.), Maximilian Hottop (39.) und der junge Mannschaftskapitän Keanu Murch (52.) perfekt machten, noch nicht vom Klassenerhalt reden.

Sehr erfreut zeigte sich Jurascheck über die Wahl des neuen Präsidiums von Union Mühlhausen. „Jetzt muss es die Weichen für die Zukunft stellen, den Verein wieder zur gewohnten Stärke führen“, sagte der spielende Trainer.

Wir sind absolut im Abstiegskampf

Robert Rodriguez, Trainer des SC Großengottern

FSV Sömmerda – SC Großengottern 4:2 (1:1)

The trend ist not your friend: In Sömmerda kassierte Großengottern bereits die dritte Niederlage in Folge, muss inzwischen um den Ligaverbleib bangen. Durch einen späten Treffer durch Felix Moschkau (45.+2) in der ersten Halbzeit gingen die Gäste mit 1:1 in die Kabine. Nach dem Treffer zum 2:2 durch Paul Schaffel (75.) hofften die Jungs von Coach Robert Rodriguez auf den Gewinn eines Punktes, kassierten aber in der Schlussphase noch zwei Gegentreffer (84./90.+3).

„Wir sind absolut im Abstiegskampf“, wollte Rodriguez nichts beschönigen. Im kommenden Heimspiel gegen Arenshausen müsse man endlich „den Bock umstoßen. Wir sind verpflichtet zu punkten.“ Die Pleite in Sömmerda sei aufgrund der starken zweiten Halbzeit „megaunglücklich“ gewesen. In der ersten waren die Gäste aber viel zu lethargisch unterwegs.

Der SV Germania Wüstheuterode bejubelt seinen 4:1-Auswärtssieg beim TSV Bad Tennstedt, Fußball-Landesklasse, Saison 2025/26, Sonntag, 22. März 2026
Kabinenjubel: Die Spieler des SV Germania Wüstheuterode freuen sich über den 4:1-Auswärtssieg beim TSV Bad Tennstedt.© Alexander Henke

TSV Bad Tennstedt – SV Germania Wüstheuterode 1:4 (0:2)

Unterschiedlicher könnte die Ausgangslage nach dem klaren Wüstheuteröder Erfolg kaum sein: Die Germania, die zuletzt zwei Pleiten in Folge kassiert hatte, kann durch einen Erfolg im Nachholspiel gegen Mühlhausen (Donnerstag, 2. April) wieder ganz oben anklopfen und empfängt zudem am kommenden Spieltag als Dritter mit dem Zweiten FC Erfurt Nord ein Topteam, würde durch drei Zähler an diesem vorbeiziehen. Für Bad Tennstedt wird der Kampf um den Klassenerhalt als Vorletzter hingegen sehr hart.

Bei Wüstheuterode avancierte der an der Schulter verletzte Marcel Gerlach mit seinem Doppelpack (10./90.+4) zum Matchwinner, aber auch Martin Gastrock-Mey bot laut seines Trainers Alexander Henke eine überragende Leistung, bereitete Wüstheuterodes dritten Treffer durch Luca Hagemann (73.) vor. „Hier musst du erstmal gewinnen. Wir mussten auch schwierige Phasen überstehen, wollten den Kontakt nach oben aber nicht abreißen lassen“, erklärte Henke nach dem Dreier.

Bad Tennstedts Sportlicher Leiter Sascha Thiel konnte nur nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Max Högler (55.) jubeln. Der TSV war personell gehandicapt in die Partie gegangen. „Gegen eine Mannschaft wie Wüstheuterode muss schon so viel passen. Man muss ehrlich sagen, dass uns hinten heraus dann auch die Qualität gefehlt hat, um das Spiel noch zu drehen“, bilanzierte Thiel, der dennoch „weiter an den Klassenerhalt glaubt“.

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DJK Arenshausen – SV Dingelstädt 0:2 (0:0)

Das, was die Dingelstädter aktuell haben, hätten auch die Arenshäuser gerne: Nämlich einen positiven Lauf. Doch davon kann bei der DJK nach der Heimniederlage, bei der für Dingelstädt Winter-Neuzugang Alper Sivaci (57.) und Loren Kamberaj (72.) trafen, keine Rede sein. Nur die Tordifferenz verhindert noch, dass die Arenshäuser Letzter sind. Der Glaube an die Rettung fällt immer schwerer. Und zu allem Überfluss flog Andreas Ludolph nach einer Tätlichkeit auch noch mit Rot vom Platz (75.).

Souverän sei der Sieg jedoch nicht gewesen, berichtete Dingelstädts Trainer Rico Baumann: „In der ersten Halbzeit waren wir nicht gut im Spiel, da hatten wir auch etwas Glück.“ Vor der Pause fiel auf jeder Seite ein Abseitstor, nach dem Wechsel dann zwei reguläre. Und wieder einmal trafen die Dingelstädter nach Standards. „Wir haben da auch gute Schützen“, lobte Baumann.

Arenshausens Alexander Joswiak sah zwar starke erste 45 Minuten der DJK. „Aber nach dem ersten Gegentor sind die Köpfe bei uns nach unten gegangen. Aufgrund der zweiten Halbzeit ist die Niederlage auch nicht unverdient. Uns unterlaufen einfach zu viele Fehler.“