Fußball-Oberligist 1. SC Heiligenstadt (SCH) hat es am Ostermontag knapp verpasst, binnen der Feiertage das zweite Erfolgserlebnis nach dem 2:1-Heimsieg gegen den FC Einheit Rudolstadt zu feiern. Beim favorisierten VfB Auerbach, gegen den die Heiligenstädter bei der 0:3-Heimniederlage im Hinspiel chancenlos waren, hielten die Gäste vor 276 Zuschauern bis zur 87. Minute ein 0:0. Dann schlug Ben Colin Weigel für die Vogtländer doch noch zu und verhinderte den vierten Saison-Auswärtspunkt der Eichsfelder.

Entsprechend groß war anschließend die Enttäuschung. Zumal Zählbares mitzunehmen „absolut verdient gewesen wäre“, wie SCH-Trainer Benedikt Seipel bedauerte. Die Heiligenstädter, die schon gegen Rudolstadt mit großer Moral überzeugt hatten, machten eine prima Partie in der Fremde, igelten sich nicht ein, sondern hatten ein halbes Dutzend durchaus guter Chancen.

Fußball-Oberliga, Saison 2025/26, VfB Auerbach gegen 1. SC Heiligenstadt (1:0) am Montag, 6. April 2026
Spielt von Beginn an: Aber auch Heiligenstadts Offensivmann Leon Gümpel (rechts) bleibt in Auerbach ohne Treffer.© Michael Apel

Ins Auerbacher Netz wollte der Ball jedoch an diesem Tag einfach nicht. Der junge Martin Fiedler scheiterte bereits in der ersten Halbzeit an der Latte, auch der aufgerückte Abwehrspieler Artur Voilenko brachte das Spielgerät nach einer Ecke völlig freistehend nicht im gegnerischen Gehäuse unter.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Heiligenstädter gefährlich, aber nicht effektiv. Der dieses Mal von Beginn an auflaufende Leon Gümpel, Kristian Bako oder erneut Fiedler - keiner von ihnen war in Auerbach in Sachen Abschluss entscheidend zur Stelle.

Auch Adrian Wilhelm vergibt seine Chance

Und auch der eingewechselte Adrian Wilhelm vergab den SCH-Führungstreffer, weil er zu hoch zielte. „Es gab in der zweiten Halbzeit eine Phase, in der du gemerkt hast, dass die Mannschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit hier gewinnen wird, die das erste Tor schießt“, erklärte Seipel.

Das waren jedoch nicht die Heiligenstädter. Als schon alles nach einer torlosen Punkteteilung aussah, segelte noch eine Hereingabe vor das Heiligenstädter Tor und Weigel netzte per Kopf ein. „Das ist so bitter“, haderte Seipel.

Lamentieren hilft jedoch im Abstiegskampf nichts. Auch nicht darüber, dass Kellerkonkurrent Stendal überraschend auswärts beim Zweiten Freital mit 1:0 gewann und seinen Vorsprung auf den SCH ausbaute.

„Das Spiel muss schnell aus den Köpfen raus, unsere Leistung war gut“, resümierte Seipel. Am kommenden Spieltag ist Heiligenstadt zu Gast beim Dreizehnten Bischofswerda. „Das“, sagt Trainer Seipel, „ist das nächste Endspiel.“