Wenn man mit Daniel Madalsek redet, merkt man, dass Deutschland und die Niederlande eine über Jahrzehnte gepflegte Fußball-Rivalität verbindet. „Wir kommen als Underdog. Niemand erwartet etwas von uns, weil die Niederlande ja meistens so früh rausfliegen und nie was gewinnen“, frotzelt Madalsek voller Ironie. Er trainiert die E-Juniorinnen des 1. FFV Erfurt, die am Sonntag bei der von Funke Medien Thüringen und dem Thüringer Fußball-Verband in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern initiierten Mini-EM im Steigerwaldstadion als Niederlande dabei sind.
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Vom Nachwuchsleiter des FFV und einigen Eltern erfuhr Madalsek vom Turnier und bewarb sich mit seiner Mannschaft. Nun zählt sie zu den 16 Thüringer Teams, die anlässlich der Fußball-EM der Frauen eine Mini-Variante austragen. Auch wenn es für seine Mädels wie für wahrscheinlich alle anderen das erste Turnier dieser Größenordnung wird, sieht der Trainer ganz unironisch recht gute Chancen, trotz „Holland-Fluchs“ vorn dabei zu sein: „Meine besten Pferde im Stall mit der meisten Turniererfahrung werden dabei sein. Sie spielen alle schon mindestens anderthalb Jahre Fußball und trainieren dreimal die Woche. Wir rechnen uns schon etwas aus.“
Gemeinschaftsschülerinnen treffen auf „Gastgeber“ Deutschland
Für die zweite Erfurter Mannschaft, die bei der Bewerbung für das Turnier vor heimischem Publikum einen Platz ergattert hat, ist dagegen dabei sein alles. Die Internationale Gemeinschaftsschule ist eine von vier Schulen im Feld der Vereinsmannschaften und tritt für Schweden an. Insofern sind die jungen Erfurter Sprachschülerinnen im Gegensatz zum FFV der eigentliche Underdog. Dabei wird ihnen in Gruppe C die Ehre zuteil, auf „Gastgeber“ Deutschland (die Mädels vom BSV Eintracht Sondershausen) zu treffen.
Mädchenfußball hat an der Internationalen Gemeinschaftsschule Tradition. „Seit zehn Jahren bieten wir eine Mädchenfußball-AG an, zweimal die Woche“, erzählt AG-Leiter Sascha Höne. Auch an der bundesweiten Soccer Tour und Schulmeisterschaften beteiligt sich die Schule. In manchen Jahrgängen entwickeln sich richtig talentierte Gruppen, die in Vereinen spielen. „Am Sonntag haben wir nur eine Vereinsspielerin dabei. Es sind aber alles sportliche Mädels“, beschreibt Höne sein „schwedisches“ Team, zu dem Schülerinnen der zweiten bis fünften Klasse gehören.




