Die Finswimming-Landesmeisterschaften waren für den Tauchsportverband Thüringen sowie den TSC Erfurt als Ausrichter erneut ein wahrer organisatorischer und logistischer Kraftakt. 240 Athletinnen und Athleten gingen in der Roland-Matthes-Schwimmhalle ins Wasser. Steffi Leipold, Sportwartin des Verbandes und gleichzeitig Geschäftsführerin des TSC, berichtet im Interview von einem unvergesslichen Erlebnis in China, warum Thüringen stets starke Nachwuchsathleten ausbildet und welcher Höhepunkt für ihren Sohn Marek, einen der Besten im Freistaat, dieses Jahr ansteht.

Frau Leipold, wie fühlt man sich am Tag nach solch einem großen Event?

Gefühlt könnte man eine Woche Urlaub gebrauchen (lacht). Es ist ja nicht nur der Tag selbst, sondern auch die ganze Vorbereitung. Und damit kann man erst richtig starten, wenn man weiß, wie viele Athleten kommen. Deshalb sind die drei Tage vor der Meisterschaft schon sehr kraftraubend gewesen. Es gibt sehr viele Arbeitsschritte zu erledigen und wir alle machen das Ganze ja ehrenamtlich.

Wie viele Menschen waren da den ganzen Tag beteiligt? Kann man das in Zahlen fassen?

Sportlerinnen und Sportler waren es 240, hinzu kamen 40 Kampfrichter und etwa 40 Trainer von den ganzen Vereinen. Das Team vom Tauchsportclub Erfurt besteht so aus 15 Leuten, die Auf- und Abbau erledigt haben. Hinzu kommen fünf Mitglieder, die sich um die Versorgung der Kampfrichter gekümmert haben. Man muss ja bedenken, dass die fast zwölf Stunden am Stück im Einsatz sind und nur zwischendurch dreimal so etwa zehn Minuten Pause machen.

Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Der Erfurter Marek Leipold gewann 2025 bei den World Games in China Gold mit der Staffel.© Jürgen Scheere

Klingt für den Tauchsportverband Thüringen, der sicherlich nicht riesig ist, nach einem richtig großen Aufwand.

Ja, es stimmt, wir sind kein großer Verband, was aber auch am Bundesland generell liegt. Ich will aber betonen, dass wir deutschlandweit zu den Verbänden zählen, die einen großen und vor allem qualitativ hochwertigen Pool an Nachwuchssportlern besitzen. Gerade auch die Vereine aus Greiz und Pößneck kommen da häufig mit großen Teams zu den Wettkämpfen. Wir legen in Thüringen schon viele Grundlagen in dieser Sportart.

Ihr Sohn Marek Leipold war im vergangenen Jahr bei den World Games in China dabei. Wie haben Sie selbst die Wettkämpfe in Chengdu verfolgt?

Ich hatte das große Glück, dass ich dank einiger privater Sponsoren mitreisen konnte. Ich hatte vor Ort natürlich nicht viel mit den Sportlern zu tun, weil die ja dort wie in einer Art olympischem Dorf untergebracht sind. Aber nach den Erfolgen hat sich dann doch immer eine Möglichkeit ergeben, zumindest einmal kurz gratulieren zu können. Auch wenn das unter diesen Sicherheitsbedingungen nicht so einfach war. Das ist auf jeden Fall das Größte, aus sportlicher Sicht, was man als Mutter und Trainerin erleben kann.

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Kann der Verband von solchen Erfolgen wie etwa von Justus Mörstedt aus Weimar und Marek Leipold profitieren und noch mehr Nachwuchs gewinnen?

Man muss schon sagen, dass wir da einen Effekt merken. Jugendliche mit 15 oder 16 Jahren hören aufgrund der vielen anderen Möglichkeiten, die das Leben bietet, auch gern mal aus dem Nichts auf. Das ist aber bei uns nicht der Fall. Sie sehen, dass man in dem Sport auch weiterkommen kann. Wir waren dank der World Games auch viel in den Medien präsent. Das macht auch etwas aus.

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Wie haben sich generell in den vergangenen Jahren die Mitgliederzahlen in Thüringen entwickelt?

Solche Erfolge helfen leider nicht, um über die gesellschaftlichen Probleme hinwegzutäuschen. Wir können viel mehr Nachwuchs gebrauchen und haben auch die Trainingskapazitäten dafür. Allerdings gibt es auch viele Eltern, die ihre Kinder vorbeibringen und gleich sagen, man wolle keine Wettkämpfe bestreiten. Da geht der Leistungsgedanke bedauerlicherweise immer mehr verloren. Aber das ist ja nicht nur in unserer Sportart so.

Peitschende Flossen in Erfurt – Die Finswimming-Titelkämpfe in Bildern

Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere
Thüringer Finswimming-Meisterschaft mit über 200 Teilnehmern
Die offenen Thüringer Landesmeisterschaften im Finswimming lockten die besten Athleten des Tauchsports in die Erfurter Roland-Matthes-Schwimmhalle.© Jürgen Scheere

Was steht im Jahr 2026 so auf dem Plan?

Im März gibt es die Süddeutsche Meisterschaft hier in Erfurt. Die geht dann sogar über zwei Tage. Drei Monate später folgen die Deutschen Meisterschaften. Ein weiterer Höhepunkt ist die Weltmeisterschaft in Korea, zu der es Marek schaffen will. Um uns darauf ein wenig vorzubereiten, fahren wir im April mit einem Team aus 16 Thüringer Sportlern zum Weltcup nach Frankreich. Andere Talente wie etwa Adina Abe, Einar Blumenstein oder Jakob Leipold wollen in diesem Jahr den nächsten Schritt gehen. Sie trainieren viel mit Marek zusammen und werden gemeinsam schneller. Bei den Landesmeisterschaften haben viele Athleten Bestzeiten geschwommen.

Ihr persönlicher Wunsch für dieses Jahr?

Ich hoffe, dass Marek seine Ziele erreicht und die Normen bestätigen kann. Für uns als Verein in Erfurt wünsche ich mir noch mehr Nachwuchs. Ich bräuchte Kinder aus dem Jahrgang 2013 oder jünger. Den Trainerstamm dafür haben wir.