Es war ein Turnier der Superlative: Fast 1000 Karateka aus Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Tschechien waren am vergangenen Samstag beim 4. Chikara-Cup in der Erfurter Hartwig-Gauder-Halle dabei. Noch einmal deutlich mehr als im letzten Jahr, wofür eine zusätzliche Kampffläche (nun zwölf) sorgte. Damit hat sich der Chikara-Cup als größtes deutsches Karateturnier, bei dem sowohl Kumite (Kampf) als auch Kata (Form) ausgetragen werden, etabliert.

Für den Ausrichter Chikara-Club Erfurt, speziell für die Trainer Claudia und Swen Sattler, wurde es zu einem Drahtseilakt zwischen Organisation und Betreuung ihrer Sportler. „Obwohl wir über 90 ehrenamtliche Helfer hatten, konnten wir uns nicht so intensiv um unsere Sportler kümmern wie bei anderen Wettkämpfen“, sagte Swen Sattler, der zugleich Jugendbundestrainer ist. Darunter litt die Bilanz der erfolgsverwöhnten Erfurter ein wenig: Mit viermal Gold, zweimal Silber und 18-mal Bronze wurde es diesmal „nur“ Platz sechs im Medaillenspiegel. „Die Konkurrenz war noch stärker als in den letzten Jahren, und bei den vielen dritten Plätzen war auch etwas Pech dabei, dass es nicht zu mehr reichte“, erklärte Sattler.

Neun Siege gehen nach Thüringen

Aus seinem „Stall“ landeten Europameisterin Hannah Riedel in der Leistungsklasse bei ihrem Comeback nach Verletzungspause, Jonas Müller in der U18, Damian Rost in der U14 und Nele Schmidt in der U10 ganz oben. Für Müller und Rost war es zugleich der erste Schritt Richtung Weltmeisterschaft: Der Chikara-Cup war das erste von fünf Qualifikationsturnieren der Altersklassen U14, U16 und U18 für die WM im Oktober. Nur die Gesamtsieger der Qualifikation dürfen daran teilnehmen.

4. Chikara-Cup in Erfurt
Da machen die Kleinen große Augen: Schicke Medaillen und Pokale gab‘s beim Chikara-Cup zu gewinnen.© Michael Becker

Denselben ersten Schritt machten fünf weitere Thüringer Sieger beim Turnier in Erfurt: Pauline Toll (Bushido Waltershausen/U14), Eleanor Rentsch (Ken Budo Heiligenstadt/U14), der Arnstädter Wilhelm-Alexander Kohl (Musashi Weimar/U14), die kürzliche EM-Dritte Selda Meyen (Nippon Gotha/U16) und Elisabeth Meißner (Tao Te Weimarer Land/U16) gewannen allesamt in ihrer Gewichtsklasse.

Staatssekretär David Möller staunt nicht schlecht

Grundsätzlich war Swen Sattler mit seinen Bundeskaderathleten sehr zufrieden: „Sie haben sich hier stark präsentiert, das macht Hoffnung für die weiteren Jahreshöhepunkte.“ Nicht nur er war am Samstag übrigens in mehreren Rollen gefordert: Auch die beiden aktuell besten Thüringer Karateka, Hannah Riedel und World-Games-Siegerin Mia Bitsch (Bushido Waltershausen), machten fleißig Werbung für ihren Sport. An einem Aktionsstand der Bundeswehr brachten die beiden Sportsoldatinnen den Interessierten die Verbindung von Sport und Beruf näher. Über das rege Treiben in der Leichtathletikhalle staunte auch David Möller, Staatssekretär für Sport und Ehrenamt in der Thüringer Staatskanzlei, nicht schlecht.

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Doch auch wenn alle viel Spaß hatten, so bedeutete der 4. Chikara-Cup für alle Helfer sehr viel Arbeit und jede Menge Stress. Alle waren sich einig: Mehr als ein Wettkampftag soll es auch nächstes Mal, bei der fünften Auflage am 6. März 2027, nicht sein. Etwa 1000 Karateka werden dann wieder nach Erfurt kommen.