Es war ein Viertel, in dem wortwörtlich fast alles klappte. Gerade mal drei Fehlwürfe, der Rest war drin, 34 Punkte. „Das war schon ein unglaublicher Start“, meinte Coach André Bienek nach dem Auftaktviertel seiner Thuringia Bulls. Dass Gegner CD Ilunion Madrid da mit 25 Punkten noch in Schlagdistanz war, zeigt die Stärke der Spanier, gegen die die Elxlebener Rollstuhlbasketballer das letztjährige kleine Finale im Champions Cup haushoch mit 50:86 verloren hatten.
Es war zugleich die letzte Pleite der Bulls. Seitdem folgten wettbewerbsübergreifend 25 Siege in Folge und zwei nationale Titel. Vor allem die Art und Weise, mit der das Bienek-Team seine Gegner in dieser Saison dominiert, ist beeindruckend. Und setzte sich auch beim Champions-Cup-Viertelfinalturnier in Giulianova nahtlos fort. An der italienischen Adria besiegten die Bulls am Freitag erst den Gastgeber, der sie letztes Jahr im Halbfinale rausgekegelt hatte, und dann am Samstag Fenerbahce Istanbul mit jeweils 19 Punkten Vorsprung. Erst in einem defensiv geprägten Duell, dann in einem wilden Kampfspiel hatten sie sich behauptet.
Im Halbfinale wartet das Ex-Team des Trainers
Am Sonntag ging es um den ersten Platz gegen die zuvor ebenfalls zweimal siegreichen Madrilenen. Beide hatten das Ticket fürs Final Four um die europäische Krone bereits in der Tasche. Entsprechend gelöst und offensiv agierten sie. Nach dem 34:25 im ersten Abschnitt waren die Bulls zur Halbzeit (59:41) und erst recht nach drei Vierteln (85:62) klar auf 100-Punkte-Kurs. Allein die Tatsache, dass mit Vahid Azad, Alex Halouski und Jordi Ruiz drei der Top-Vier beim Deutschen Meister frühzeitig mit fünf Fouls vom Feld mussten, verhinderte ein Debakel für die stolzen Spanier. Am Ende stand mit 103:90 dennoch ein überzeugender Thüringer Sieg (Nummer 26 in Folge), bei dem Joakim Linden mit 31 Punkten herausragte.
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Im anderen Viertelfinalturnier feierte Titelverteidiger Albacete drei knappe Siege, als zweites Team qualifizierte sich Cantú mit zwei Siegen fürs Final Four, während der RSV Lahn-Dill sieglos ausschied. Die Thuringia Bulls treffen also im Halbfinale auf die Italiener aus Cantú, bei denen ihr Trainer einst spielte. Weil Albacete zwei wichtige Spieler verloren hat und nicht mehr so dominant ist wie in den letzten Jahren, weiß André Bienek um die große Chance für sein Team – auch wenn er die Favoritenrolle ungern annimmt: „Über Rollen rede ich nicht gerne. Fest steht: Wir spielen gerade sehr gut.“




