Motocross ist, bis auf einige Ausnahmen, nach wie vor eine Männerdomäne. Dies war auch kürzlich bei der Meisterfeier der Deutschen Jugendförderung Motocross (DJFM) zu sehen. Wo man im Bürgerhaus in Reichenbach, südlich von Hermsdorf, hinschaute, waren ausschließlich Jungs zu sehen. Nur Jungs? Nicht ganz. Eine junge Krautheimerin, gerade einmal zarte fünf Jahre alt, schickte sich dieses Jahr an, die Konkurrenz aufzumischen.

Lotta Hopfgarten ist freilich nicht das einzige Mädchen, welches in den ganz jungen Altersebenen unterwegs ist, doch sie ist bei weitem die erfolgreichste. In der Klasse 1 TC 50 Mini sicherte sie sich Gesamtplatz drei und streckte somit verdient ihren Pokal in die Luft, wie gesagt, als einzige Starterin an diesem Abend.

Die Mutter führt erste Gespräche mit Sponsoren

In ihrem letzten DJFM-Rennen Anfang Oktober in Hörlitz wurde sie Dritte, obwohl sie sich das erste Mal durch den Regen zu kämpfen hatte und teilweise mit einer Hand am Lenker die Brille putzen musste. Mit genügend Vorsprung brauchte sie somit das letzte Rennen in Westerhausen nicht mehr zu fahren. Eine Reise weniger für sie sowie die Eltern Sophie und Tommy, die alles in Bewegung setzen, um ihrer Tochter den bekanntermaßen nicht ganz günstigen Sport zu ermöglichen.

Motocross Krautheim
Lotta Hopfgarten hat in diesem Jahr enorme Fortschritte gemacht, an ihrer Technik geübt und fährt die Sprünge mit viel mehr Mut.© Matthias Matz

Einer der Gründe, warum Mutter Sophie derzeit in Gesprächen mit Sponsoren steht. „Wir müssen den Großteil schon aus eigener Tasche zahlen. Das ist natürlich nicht ohne. Aber Lotta ist es wert. Sie ist ein großes Talent, was uns eigentlich in jedem Rennen auch schon viele Experten bestätigt haben“, erklärt die Mutter.

Im Januar bekommt die Fünfjährige eine neue Husqvarna von Zweirad-Pfeil aus Dreitzsch bei Triptis. Ein mittlerer vierstelliger Betrag geht vom Konto ab und dann ist da ja noch die Lackierung. Denn eines haben die Hopfgartens mittlerweile gelernt: Erstrahlt das Motorrad nicht in Lottas Lieblingsfarben, dann geht sie einfach nicht drauf. Aus den klassischen vier Farben der Firma aus Österreich wird dann ein Duo aus Pink und Lila gezaubert. Und ein weiteres wichtiges Detail: Die Wunschnummer 620 muss mit drauf.

Im Winter wird vermehrt auch in der Halle trainiert

Mit dem neuen Gefährt will sie dann auch im kommenden Jahr die DJFM fahren, im besten Fall natürlich noch erfolgreicher. Wenn sie im Sommer dann sechs Jahre alt wird, ist sie auch berechtigt bei der MSR-Serie mitzufahren. Hier gibt es ebenfalls auch einige Rennen, die in Thüringen stattfinden. Aktuell fährt das Motocross-Talent aus dem Weimarer Land auch häufig in der Halle in Trebra bei Greußen, die von November bis Februar geöffnet ist. Dort dreht sie unter Aufsicht von Vater Tommy ihre Runden und versucht jeden Tag, ein wenig besser zu werden.

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Dass es in den Rennen manchmal auch etwas unfair zugeht, musste die Familie bereits in dem ein oder anderen Rennen feststellen. Da entschied sich zum Beispiel mit im Rennen eine Mutter, auf die Strecke zu gehen und die Konkurrenz auszubremsen. „Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Sie nahm direkt Kurs auf die Fahrlinie von Lotta. Es kam dann sogar zu einem kleinen Unfall, aber Lotta ist gekonnt ausgewichen und weitergefahren. Die Rennleitung hatte danach aber ein Auge drauf und bei den folgenden Rennen ist sowas dann nicht mehr passiert“, sagt Sophie Hopfgarten kopfschüttelnd.