Neues Gesicht für das Erfurter Stadionumfeld

Die marode, seit zehn Jahren geschlossene Schalenhalle soll im Zuge des Erfurter Stadionumbaus abgerissen werden. Das millionenschweres Bauvorhaben beeinflusst den städtebaulichen Charakter des Gebietes rund um Schwimm- und Eishalle.

Dem Areal rund um das Steigerwaldstadion, dem Heimstadion des FC  Rot-Weiß Erfurt, steht mit dem Umbau eine Schönheitskur bevor. Die marode Schalenhalle aus den 1970er-Jahren soll weg. Foto: Marco Schmidt

Dem Areal rund um das Steigerwaldstadion, dem Heimstadion des FC Rot-Weiß Erfurt, steht mit dem Umbau eine Schönheitskur bevor. Die marode Schalenhalle aus den 1970er-Jahren soll weg. Foto: Marco Schmidt

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Löbervorstadt. Kein anderes Thema teilt die Erfurter gegenwärtig so sehr in zwei Lager wie der Stadionumbau. Befürworter der 29 Millionen Euro teuren Multifunktionsarena drängen auf einen zügigen Baubeginn. Gegner wie die Freien Wähler halten das neue Stadion für überdimensioniert und sprechen von Schönrechnerei.

Schon jetzt ist klar, dass während des Umbaus nicht nur neue Tribünen entstehen sollen. Vorgesehen ist, dass auch die seit zehn Jahren geschlossene, heruntergekommene Schalenhalle neben dem Schwimmbad abgerissen wird. Die ehemalige Sporthalle galt als Schandfleck für das Viertel am Landtag. Nach Jahren des Verfalls soll sie einer Nebenanlage unter anderem für Leichtathletik weichen. Der geschotterte Parkplatz an der Thüringenhalle erhält außerdem eine Asphaltdecke - aus Sicherheitsgründen bei konfliktträchtigen Fußballspielen.

Die Osttribüne des Stadions und ihre Innenräume werden als künftige Haupttribüne all jene Veranstaltungen beherbergen, die wegen der Förderrichtlinien unabdingbar sind: Tagungen, Kongresse, Produktmessen, private und betriebliche Feierstunden. Wie die neue Arena und ihr direktes Umfeld ausgestaltet sein werden, bleibt dabei ein Stück weit den Planungs- und Bauunternehmen überlassen. "Wir wollen die Ideen vorher nicht zu stark einschränken", sagte der Koordinator der städtischen Arbeitsgruppe, Frank Schmitt.

Eine Verbesserung im Vergleich zum 80 Jahre alten Steigerwaldstadion stellt er für die Anwohner in Aussicht: Aus dem neuen Stadion wird ihm zufolge weniger Lärm seitlich nach außen dringen. Die Stadt will in der europaweiten Ausschreibung entsprechende Vorgaben machen.

Noch kann die Suche nach einem Totalunternehmer, der den Umbau zugleich plant und verwirklicht, aber nicht beginnen: Der Stadtrat muss am 29. Februar zustimmen. Erst danach, das heißt im März, kann die Stadt den offiziellen Förderantrag abschicken. Gibt es dann auch noch grünes Licht von Wirtschaftsministerium und Thüringer Aufbaubank, kann die Ausschreibung starten. Der erste Spatenstich für die noch namenlose Arena ist in diesem Jahr geplant.

"Eine Option ist, das technische Gebäudemanagement - nach dem Vorbild der Riethsporthalle - auf den Totalunternehmer zu übertragen", berichtete Alexander Hilge vom Beteiligungsmanagement der Stadt. Der Vorteil: Wer ein so großes Projekt plant, umsetzt und hinterher über Jahre pflegen muss, geht beim Bau möglicherweise mit besonderer Sorgfalt vor.

In den nächsten Monaten soll auch ein Unternehmer gefunden werden, der in die noch zu gründende Betreiberfirma einsteigt. Er soll schon den Bau begleiten. Die künftige private Betreibergesellschaft hat insbesondere die Aufgabe, die Arena zu vermarkten. Dieser Prozess könne nicht erst dann anlaufen, wenn die Arena fertig ist, heißt es aus der Stadtverwaltung. Hilge hat Zahlen dazu auf dem Tisch: So soll der Jahresumsatz im neuen Stadion nach Berechnungen von Wirtschaftsprüfern bei knapp 1,8 Millionen Euro liegen. "Das ist nicht unrealistisch", betonte er.

Kritik hatte es zuletzt daran gegeben, dass der Fußballverein Rot-Weiß Erfurt einen mittleren sechsstelligen Betrag Stadionmiete zahlen soll. Diese Summen sind laut Hilge allerdings auch in anderen Drittliga-Stadien durchaus üblich.

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