Der Gedanke an Graz lässt Herbert Müller schwärmen. Umso mehr, da neben seinem Thüringer HC mit Blomberg-Lippe und Bensheim/Auerbach zwei weitere deutsche Bundesligisten die Chance haben, das Final Four der European League in Österreich zu erreichen. „Wir waren schon mal in Graz. Das ist etwas so Geiles“, dachte der THC-Trainer an das Erlebnis im Mai 2023. Doch vor einer möglichen Rückkehr zum Endrundenturnier steht im Viertelfinale mit Valcea eine nächste gewaltige Herausforderung – und zudem eine weitere Enttäuschung.
Sechste Saisonniederlage in Blomberg
Was den Handball-Lehrer nach seinem Wutausbruch im Anschluss an das verlorene Topspiel am Samstag und der akzeptierten HBF-Strafe im Ausblick einerseits freut, verschaffte ihm im Rückblick auf den Mittwoch weitere schlaflose Stunden. Die Analyse nach der sechsten Saisonniederlage fiel indes leicht. „Blomberg hat stark gespielt. Aber wir sind an uns selbst gescheitert“, fasste Müller das 31:36 (15:16) bei der HSG zusammen. Die technischen Fehler seien „einfach viel zu viele“ gewesen, um die im Gegenstoß starken Einheimischen schlagen zu können.

Im Liga-Finale auf Unterstützung angewiesen
Die zweite Niederlage nach der am Samstag so knapp verlorenen Spitzenpaarung gegen HB Ludwigsburg (22:23) kommt für den THC zur ungünstigsten Zeit. Sie kann im Hinblick auf die Play-offs der Handball-Bundesliga Frauen zusätzlich schmerzhaft werden. „Wir hatten die Möglichkeit, den dritten Platz zuzumachen“, erklärte Müller verärgert. Da Blomberg durch das bessere Torverhältnis (+13 Treffer) sein Team vom dritten Platz verdrängte, ist es auf Hilfe angewiesen, noch aufs Podest zu kommen und sich eine damit verbundene günstigere Ausgangslage zu verschaffen. Im Gegensatz zur HSG Blomberg, die noch zwei Partien bestreitet und unter anderem auf Ludwigsburg trifft, haben die THC-Handballerinnen bloß noch eine Option bei Zwickau.
Jedes Tor kann zählen. Berechnungen möchte Müller indes nicht anstellen. „Jetzt gilt es, sich auf die European League zu konzentrieren“, schwenkte er um. Das Viertelfinale bietet nicht nur besonderen Reiz, es eröffnet als letzten Zwischenschritt vor Graz enorme Chancen und schafft zudem Raum, sportlich positive Nachrichten zu schaffen.
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Valcea ist dabei mit seiner internationalen Qualität vom Torhüter bis hin zu den Außen alles andere als ein Wunschgegner. Müller kennt das Team gut. Ihn verbinden Freundschaften mit Verantwortlichen im Verein. Und er weiß, dass die Rumänen nach der Pleite am Mittwoch bei Bistrita (24:38) mit Macht alles daransetzen, um weiterzukommen. Als aktuell Achter hat Valcea in der heimischen Liga kaum noch Chancen, einen internationalen Startplatz zu erreichen. Es bräuchte in Graz den ganz großen Wurf.
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Dem Zufall überlässt der Sieger der B-Gruppe, der Top-Favorit Ikast hinter sich gelassen hatte, nichts. Bereits am Donnerstag reiste der Gegner in Thüringen an, um optimal ins Hinspiel zu gehen. Um gegen Valcea gewinnen zu können, „müssen wir vorlegen“, ist sich Herbert Müller sicher und kündigt an, alles in die Waagschale werfen zu wollen. Und zu müssen. Eines steht für ihn ohnehin fest: Nicht nur, dass es nur noch Endspiele gibt. „Wer nach Graz will, muss lernen, sich durchzusetzen.“
Thüringer HC – CSM Ramnicu Valcea, Samstag, 16 Uhr, Salza-Halle






