Ludwigsburg kontert scharf. Wie Medien am Mittwochabend berichteten, wies Christian Köhle die Aussagen von Herbert Müller in einem Schreiben zurück. Der Vorstandschef des vor der Pleite stehenden deutschen Meisters HB Ludwigsburg wirft dem Trainer des Thüringer HC schwerwiegende Unterstellungen vor. Diese erweckten seiner Ansicht nach den Eindruck, den Dauerrivalen mit unfairen Mitteln aus dem Spielbetrieb in der Handball-Bundesliga Frauen (HBF) drängen zu wollen, während dieser nach dem Insolvenz-Antrag ums sportliche Überleben kämpft. Der Streit eskaliert zwischen den Rivalen. Über Wechselabsichten erster Ludwigsburger Spielerinnen wird bereits spekuliert.
Um die Mannschaft tue es ihm sehr leid, hatte THC-Coach Müller mehrfach betont, nachdem Ludwigsburgs Pleite öffentlich gemacht worden war. Er hält Augen und Ohren offen. Das Thüringer Bestreben hält sich jedoch in Grenzen, nach fünf Sommer-Zugängen weitere Verpflichtungen in Betracht zu ziehen. „Wir sind aktuell in der Situation, dass wir unsere Planungen abgeschlossen haben“, sagte THC-Geschäftsführer Maik Schenk und fügte an: „Wir haben kein zusätzliches Geld, eine Spielerin dazu zu holen.“
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Von der Qualität seiner Mannschaft ist der THC-Coach überzeugt. Sein Team arbeitet in Most (Tschechien) im Trainingslager intensiv, um Abläufe zu automatisieren. Müller wünschte sich, dass der Sport stärker die Nachrichtenlage bestimmt als die Pleite des insolventen Serienmeisters: „Wir sollten uns nicht mehr mit der Vergangenheit beschäftigen. Was wir zu sagen hatten, haben wir gesagt. Ich gebe keinen Kommentar mehr zu Ludwigsburg ab.“
Streit erreicht einen neuen Höhepunkt
Der Streit erreichte einen neuen Höhepunkt: Ludwigsburg hatte durch seinen Vorstandsboss Köhle am Mittwoch zurückgeschlagen, nachdem Müller von erschlichenen Titeln gesprochen hatte. Als „notorischer Krawallmacher“ wurde der THC-Trainer bezeichnet und ihm Verleumdung vorgeworfen.
Spannungen mit Vorgeschichte
Vor einigen Monaten hatte es zwischen dem THC und HB Ludwigsburg bereits gekracht. Nach dem 22:23 verlorenen Heimduell gegen Ludwigsburg hatte Herbert Müller seinem Ärger in einer Wutrede aufgrund eines strittigen, entscheidenden Siebenmeters Luft gemacht. Die Liga verhängte eine Geldstrafe gegen den Trainer. Der zeigte Reue. Weil es keine Sperre gab, protestierte Ludwigsburgs Sportdirektor Gerit Winnen damals.
Das Über-Team der vergangenen Bundesliga-Jahre steht aktuell vor dem finanziellen Ruin – und einem Ausverkauf. Rund zwei Millionen Euro fehlen, erklärte der Insolvenzverwalter in diesen Tagen.
Drohen Ludwigsburg juristische Konsequenzen?
Einige skandinavische Spielerinnen werden mit anderen Clubs in Verbindung gebracht. Die Zeit ist knapp, um auf kleiner Flamme den Spielbetrieb zu retten. Die HBF kündigte eine erneute Überprüfung der Lizenzangaben an. Der europäische Verband warf den Club aus der Champions League und kündigte rechtliche Schritte an.

Wie es in einem klarstellenden Statement des Sponsors Mark Bezner heißt, sei der Verein trotz voller Sponsoringmittel „bereits im Verlauf der zurückliegenden Saison 2024/25 in eine wirtschaftliche Schieflage geraten“.
Aktuelle Nachrichten zum Thüringer HC:
Der Zeitplan für den Thüringer Konkurrenten wird sportlich eng. Dass die HBF Ludwigsburg aus dem Supercup ausgeladen hatte und den Meisterschaftsdritten THC als Gegner der HSG Blomberg-Lippe nachnominierte, zwingt Müllers Team dazu, eine Woche früher als geplant in Form zu sein. Das sei eine Herausforderung, betonte er. Das ohnehin volle Programm zu straffen bedeutete nicht nur körperliche, sondern auch mentale Schwerarbeit. Und es bringt eine erste Herkulesaufgabe mit sich. Im Rahmen des Turniers in Most treffen die Thüringerinnen am Freitag auf Gloria Bistrita (19.30 Uhr). Das rumänische Top-Team vereint Nationalspielerinnen aus sechs Ländern. „Es ist eine Top-Champions-League-Mannschaft“, sehen Müller und Schenk in der Partie einen Gradmesser.






