45.326 Wärmepumpen waren Ende des Vorjahres in Thüringen installiert, fast genau doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Damals waren es 22.690, meldet die Agentur für Erneuerbare Energien in Berlin. Dennoch ist die Wärmpumpe umstritten wie kaum ein anderes System, viele Vorurteile und Mythen sorgen für Unsicherheit. Gemeinsam mit der Thüringer Landesenergieagentur Thega räumen wir mit den größten Missverständnissen auf:
Mythos 1: Wärmepumpen eignen sich nicht für den Altbau.
Die Annahme, dass die Wärmepumpe für den Altbau nicht passt, ist falsch. Grundsätzlich lässt sich auch ein Altbau mit einer richtig dimensionierten Wärmepumpe beheizen. Allerdings ist im Einzelfall zu prüfen, ob etwa ein unsanierter Altbau wirtschaftlich beheizt werden kann. Um den Stromverbrauch einer Wärmepumpe in Grenzen zu halten, sollten daher zunächst Optimierungspotenziale ermittelt werden: Das kann das Dämmen der Kellerdecke oder der Austausch einzelner Heizkörper sein. Eine Komplettsanierung ist nicht zwingend erforderlich, auch kostengünstige Maßnahmen können bereits Einfluss auf eine effiziente Betriebsweise der Wärmepumpe haben.
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Mythos 2: Eine Wärmepumpe ist nur mit einer PV-Anlage sinnvoll.
Richtig ist: Durch die Kombination von Wärmepumpe und PV-Anlage kann ein Teil des Strombedarfs der Wärmepumpe gedeckt werden. Allerdings verbraucht die Wärmepumpe vor allem im Winter Strom, während die PV-Anlage in dieser Jahreszeit nur wenig Strom produziert. Generell gilt: 20 bis 30 Prozent des Jahresstrombedarfs eines Haushalts kann ohne Batteriespeicher durch eine PV-Anlage erzeugt werden. Welchen Anteil am Wärmepumpen-Strom die Solaranlage genau abdecken kann, hängt von vielen Punkten ab und muss im Einzelfall berechnet werden.
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Mythos 3: Eine Wärmepumpe braucht eine Fußbodenheizung.
Diese Behauptung ist nicht immer richtig. Ein wichtiges Kriterium für wirtschaftliches Heizen ist - neben dem Dämmstandard des Gebäudes - die Vorlauftemperatur, die die Heizung benötigt, um den Raum zu erwärmen. Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter und stromsparender arbeitet eine Wärmepumpe. Besonders geeignet dafür ist in der Tat eine Fußbodenheizung, aber auch groß dimensionierte Heizkörper sind möglich. Da ältere Heizkörper oft überdimensioniert sind, muss in vielen Gebäuden kein Heizkörper ausgetauscht werden. Das hängt im konkreten Fall von der Heizlast-Berechnung ab, die im Zuge des hydraulischen Abgleichs erfolgt, der Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Förderung ist.
Mythos 4: Eine Wärmepumpe ist viel teurer als eine Gasheizung.
Die Kosten für eine Wärmepumpe inklusive Zubehör wie Pufferspeicher und Pumpen liegen zwischen 15.000 und 40.000 Euro. Die genaue Höhe hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: die Art der Wärmepumpe und die Ausgaben für das Erschließen der Wärmequelle. In jedem Fall ist eine Wärmepumpe teurer als ein herkömmliches Heizsystem, das mit Gas oder Öl betrieben wird. Ein beträchtlicher Teil der Kosten lässt sich aber durch Förderungen finanzieren.
Bis zu 70 Prozent Förderung
Zusätzlich ist ein Effizienzbonus von fünf Prozent möglich, wenn als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser erschlossen wird oder ein natürliches Kältemittel in der Wärmepumpe eingesetzt wird. Selbstnutzende Eigentümer können einen Klimageschwindigkeits-Bonus erhalten, wenn Sie eine alte, aber funktionstüchtige Öl-, Gas- oder Nachtspeicherheizung gegen eine Wärmepumpe tauschen. Bis Ende 2028 beträgt dieser Bonus maximal 20 Prozent, danach sinkt er schrittweise. Die genannten Fördersätze sind bis zu einer Gesamtförderung von 70 Prozent kombinierbar.





