Die Deutschen legen beim Essen zunehmend wieder Wert auf den Preis. Das zeigt der Ernährungsreport 2025 „Deutschland, wie es isst“, den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) Alois Rainer am Donnerstag vorgestellt hat. Demnach schauen 74 Prozent der Menschen in Deutschland beim Einkaufen auf Angebote und 59 Prozent darauf, dass die Waren preiswert sind. Das sind deutlich mehr als 2020, als der Anteil auf 46 Prozent gesunken war. Seitdem sind die Lebensmittelpreise aber stark gestiegen.

Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach regionalen Produkten hoch: 77 Prozent der Befragten legen Wert darauf, dass Obst, Gemüse oder Fleisch aus ihrer Region stammen. 79 Prozent der Befragten achten laut der Umfrage zudem darauf, dass das Gemüse und Obst saisonal sind.

Mehr Politik-News

Bundesminister Rainer betonte bei der Vorstellung des Reports: „Mir ist wichtig, dass Lebensmittel für alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich bleiben. Wir dürfen also nicht noch mit zusätzlichen staatlichen Aufschlägen das Angebot künstlich verteuern. In der großen Wertschätzung für regionale Produkte steckt eine echte Chance für die Betriebe in unserem so vielfältigen Land mit seiner ebenso vielfältigen Land- und Ernährungswirtschaft.“

98 Prozent: Geschmack bleibt das wichtigste Kriterium

Seit der ersten Befragung bleibt der Geschmack das wichtigste Kriterium beim Essen: 98 Prozent der Befragten gaben an, dass gutes Essen für sie sehr wichtig oder wichtig ist. Auch gesunde Ernährung spielt eine zentrale Rolle (90 Prozent). Der Trend zu bewusster Ernährung zeigt sich auch bei Fertigprodukten: 64 Prozent achten mittlerweile auf den Zuckergehalt, 54 Prozent auf Fett und 21 Prozent auf Salz.

Rainer bekräftigte, dass die Bundesregierung „keine Vorgaben“ mache, „was auf den Tisch kommt“. Essen sei „individuell, Teil unserer Identität und ein Stück Heimat“. Entscheidend für die Regierung sei, dass alle Bürgerinnen und Bürger Zugang zu einer regional verankerten, ausgewogenen Ernährung haben. „Ernährungsbildung und verständliche Kennzeichnung helfen dabei ebenso wie ein gutes Angebot in Kita, Schule und Co. Dafür setze ich mich ein.“

Lesen Sie auch

Fleischkonsum ist rückläufig: Tierwohllabel und Bio-Siegel gewinnen an Bedeutung

Fast die Hälfte der Deutschen kocht fast täglich, Gemüse und Obst landen bei 71 Prozent mindestens einmal am Tag auf dem Teller. Ebenfalls gestiegen ist der Anteil der Menschen, denen wichtig ist, dass sich das Essen einfach und schnell zubereiten lässt. Dieser Auffassung sind aktuell 57 Prozent – im Jahr 2015 waren es noch 45 Prozent. Der Report zeigt außerdem Unterschiede je nach Wohnort: Menschen in kleineren Städten oder Gemeinden kochen häufiger selbst und achten stärker auf regionale Produkte, während Großstädter häufiger auf Lieferdienste zurückgreifen.

Ein wachsendes Bewusstsein gibt es auch für Tierwohl und nachhaltige Produktion. Der Fleischkonsum ist rückläufig: 24 Prozent essen mehrmals täglich Fleisch oder Wurst, vor zehn Jahren waren es noch 34 Prozent. 65 Prozent achten beim Einkauf auf das Tierwohllabel, 59 Prozent auf Bio-Siegel.

Der Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst“ wird seit 2015 jährlich im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erstellt. Für die repräsentative Studie befragt das Meinungsforschungsinstitut Forsa rund 1000 Menschen in Deutschland ab 14 Jahren.

Mit afp