Deutschland hat einen Teil seiner nationalen Ölreserven angezapft. Hintergrund sind die aufgrund des Iran-Krieges deutlich gestiegenen Öl- und Kraftstoffpreise. Für alle Autofahrer und Autofahrerinnen könnte dieser Schritt jedoch erst langfristig für eine Erleichterung im Geldbeutel sorgen. Aus der SPD-Fraktion kam deswegen bereits die Forderung auf, dass die Tankstellen nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will jetzt das Modell, das in Österreich bereits seit Jahren gilt, „so schnell wie möglich“ einführen. Dafür müsse das Kartellrecht geändert werden. Der Vorschlag ist jedoch nicht neu: Bereits im November vergangenen Jahres hatte der Bundesrat die Bundesregierung aufgerufen, das österreichische Modell zu prüfen. Hintergrund war damals eine Erhebung des Bundeskartellamts. Dort wurden im Schnitt 22 Preisänderungen am Tag pro Tankstelle gezählt.

Spritpreise bleiben hoch: Steuern und Ölpreise bestimmen die Kosten

Aufgrund des aktuellen Iran-Krieges kommen neben den vielen Preissprüngen zusätzlich kurzfristig angestiegene Rohölkosten hinzu – Reiche sprach von einer „Rakete“. Bei fallenden Kosten gingen die Preise jedoch nur langsam zurück. „Diesen Mechanismus wollen wir durchbrechen“, sagt sie. „Dagegen sind Preissenkungen jederzeit zulässig.“ Wann das Modell umgesetzt wird, ist noch unklar, genauso wie die Uhrzeit, zu der der Sprit einmalig am Tag erhöht werden darf. In Österreich wurde der Zeitpunkt auf 12 Uhr festgelegt.

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Trotz dieser Eingriffe in den Markt bleibt Sprit vorerst teuer. Was an den internationalen Ölpreisen passiert, kann nicht so schnell und vor allem nicht durch die Autofahrer selbst beeinflusst werden – das eigene Tank- und Fahrverhalten aber schon. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Tankrechnung senken.

Sprit: So setzen sich die Preise für Benzin und Diesel zusammen

Dafür muss aber zunächst ein Blick auf die Preisgestaltung des Sprits geworfen werden. Der Spritpreis setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Einen Teil machen die „Steuersätze für Energieerzeugnisse“, was früher der Mineralölsteuer entsprach. Je nachdem, welcher Kraftstoff getankt wird, ist der Anteil des Steuersatzes unterschiedlich hoch. Laut dem Energiesteuergesetz liegt dieser bei Benzin bei 65,4 Cent je Liter, bei Diesel bei 47,0 Cent je Liter.

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Hinzu kommen noch die Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent sowie die staatliche CO₂-Abgabe. Bei dieser besteht seit dem 1. Januar dieses Jahres eine Neuerung. Der CO₂-Preis ist erstmals nicht festgesetzt, sondern bildet sich durch die Versteigerung von Emissionszertifikaten in einem Preiskorridor zwischen 55 und 65 Euro je ausgestoßener Tonne Kohlendioxid. Die Auktion beginnt laut dem Umweltbundesamt im Juli. Da der Termin jedoch noch in der Zukunft liegt, können Autofahrer und Autofahrerinnen bis dahin folgende Tipps beachten:

Spritpreise an Tankstellen: Preisverlauf am Tag nutzen

An vielen Tankstellen sind die Preise in den frühen Morgenstunden am höchsten. „Wichtig zu wissen ist, dass die Spritpreise normalerweise im Tagesverlauf durchschnittlich um dreizehn Cent nach unten gehen“, sagt Andreas Hölzel vom Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC).

Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe

Laut dem ADAC ist das höchste Preisniveau um 7 Uhr morgens erreicht. Innerhalb der nächsten zwei Stunden fallen die Preise, bis es gegen 9 Uhr zu einem kurzen Anstieg kommt. Dieser Wellentrend setzt sich zwischen 13 und 21 Uhr fort, bis die Preise für Benzin und Diesel gegen 22 Uhr ein meist stabiles nächtliches Niveau erreichen. Diese Schwankungen könnten mit dem von Reiche angekündigten Modell zwar verhindert werden, das hohe Niveau des Spritpreises bleibt jedoch bestehen.

Benzin und Diesel: Preis-Apps und Vergleichsportale nutzen

Deswegen lohnt sich zudem ein Blick in die Vergleichsportale und Preis-Apps. Über die Angabe des eigenen Standortes kann die Tankstelle mit dem preiswertesten Kraftstoff innerhalb eines eigens festgelegten Umkreises bestimmt werden. Zusätzlich geben die Portale häufig auch eine Prognose des Preisverlaufs an, sodass der optimale Zeitpunkt zum Tanken abgepasst werden kann.

Eine Frau tankt
Die Spritpreise klettern immer weiter in die Höhe. Nun will die Regierung die Spritpreiserhöhung an Tankstellen einschränken. Autofahrer können jetzt schon handeln.© picture alliance / Wolfgang Maria Weber | R7172

Tankstellen in Großstädten nutzen und an Autobahnen meiden

Wer auf dem Weg hin zur Arbeit, zu Freunden oder in den Urlaub noch tanken muss, sollte immer und nicht nur aktuell aufgrund des hohen Spritpreises die Tankstellen an den Autobahnen meiden. Laut einer Erhebung des ADAC im Juli vergangenen Jahres konnten mit einer Abfahrt von der Autobahn in der Spitze mehr als 30 Prozent eingespart werden.

Für Pendler und Pendlerinnen gilt: lieber in der Großstadt als im kleinen Ort parken. Denn die Preise für Kraftstoff unterscheiden sich teils deutlich je nach Region. Aufgrund der hohen Dichte an Tankstellen herrscht in Ballungsgebieten häufig ein intensiverer Wettbewerb, was zu niedrigeren Kraftstoffpreisen führen kann. In einigen Bundesländern lohnt sich zudem der Blick in das Nachbarland.

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Autofahrer: Fahrstil anpassen – weniger verbrauchen

Raser aufgepasst: Ein weiterer Tipp des Automobil-Clubs wird einigen nicht gefallen, aber laut ADAC kann vorausschauendes Autofahren mit einer niedrigeren Drehzahl den größten Effekt im Bereich des Spritverbrauchs erzielen. In der Praxis bedeutet das: Fuß vom Gas, kein schnelles Beschleunigen, sondern Ausrollen vor dem Ortsschild.

Zudem lohnt sich der Blick auf die Richtgeschwindigkeit, primär auf der Autobahn. Denn hohe Geschwindigkeiten lassen den Verbrauch exponentiell steigen. Laut dem ADAC verbraucht ein Mittelklassewagen bis zu zwei Drittel weniger Kraftstoff, wenn statt 160 km/h nur 100 km/h gefahren wird.