Der Schweizer Lebensmitteleinzelhändler Migros zieht sich aus Deutschland zurück und verkauft die Supermarktkette Tegut. Ein großer Teil der vor allem in Hessen befindlichen Tegut-Filialen soll von Edeka übernommen werden. Auch in Thüringen unterhält Tegut mehr als 40 Filialen, darunter in Erfurt, Jena, Weimar, Gotha, Eisenach, Suhl, Heiligenstadt, Bad Langensalza, Mühlhausen, Nordhausen, Oberhof, Ilmenau, Meiningen und Zella-Mehlis.
Eine entsprechende Vereinbarung wurde nach Angaben beider Unternehmen bereits unterzeichnet. Das Kartellamt muss dem Verkauf noch zustimmen. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Die Beschäftigten sollen erst am Mittwochmorgen über die Entscheidung informiert worden sein.
4500 Arbeitsplätze sind betroffen
Edeka will rund 200 Tegut-Filialen in den genossenschaftlichen Edeka-Verbund integrieren. „Mit dieser Einigung schaffen wir eine klare Zukunftsperspektive für die Tegut-Märkte und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Edeka-Zentrale, Markus Mosa. Durch die Schließung zahlreicher Standorte hätte ansonsten der Verlust von mehr als 4500 Arbeitsplätzen gedroht, hieß es.
Ob der Name Tegut erhalten bleiben wird, ist bislang unklar. Zu weiteren Details äußerte sich Edeka nicht.
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Migros erklärt den Schritt folgendermaßen: Trotz massiver Kosteneinsparungen habe sich das Marktumfeld in Deutschland weiter verschärft und zu rückläufigen Umsätzen geführt. Tegut sei „unter diesen Bedingungen mit der spezifischen Positionierung und der vergleichsweise kleinen Unternehmensgröße langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig“.
Die Bio-Kette ist seit Längerem ein Sanierungsfall
Die Arbeitsplätze in den Märkten „sollten erhalten werden können“, teilte eine Migros-Sprecherin dem „Hessischen Rundfunk“ mit. Hingegen stehe noch nicht fest, wie viele der Mitarbeitenden aus der Betriebszentrale in Fulda, der Logistik und der Herzberger Bäckerei weiter beschäftigt würden.
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Die Bio-Kette ist seit Längerem ein Sanierungsfall. Bereits Ende 2024 wurden 120 Stellen gestrichen und mehr als 30 Filialen verkauft.
Gesamtverlust summierte sich auf 600 Millionen Euro
Im vergangenen Jahr betrug der operative Verlust immer noch 26 Millionen Franken, umgerechnet rund 30 Millionen Euro, wie die Handelszeitung berichtet. Seit der Übernahme im Jahr 2013 summierte sich der Gesamtverlust demzufolge auf 600 Millionen Euro.
Die Option einer Gesamtübernahme von Tegut durch einen Händler, der bisher nicht im deutschen Markt präsent sei, habe sich als nicht umsetzbar erwiesen, hieß es. Offen ist bislang, was aus den übrigen Tegut-Märkten wird.
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Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet. Im Jahr 2013 wurde die Kette von Migros übernommen. Nach eigenen Angaben beschäftigt Tegut ungefähr 7700 Menschen und hat mehr als 300 Supermärkte in sechs Bundesländern.
mit dpa





