Die Spleenlab GmbH aus Saalburg-Ebersdorf (Saale-Orla-Kreis) hat mit Visionairy eine modulare KI-Softwareplattform entwickelt. Sie ermöglicht es autonomen Systemen, ihre Umgebung präzise dreidimensional zu erfassen, zu navigieren und dabei selbstständig Entscheidungen zu treffen. Mit der Anwendung ist das Unternehmen für den Thüringer Innovationspreis nominiert.

Die Softwareplattform ist universell einsetzbar und unterstützt alle Luft-, Boden- und Wasserfahrzeuge, die mit Sensoren wie Kameras oder Radaren ausgestattet sind. Neu im Portfolio ist ein intelligentes Steuerungsmodul, das Drohnen mit einer eigenständigen Missionsplanung und Entscheidungsfähigkeit ausstattet. Es kombiniert Sensordaten, KI-gestützte Objekterkennung und Echtzeit-Umgebungsanalyse, um autonome Flugmissionen sicher, effizient und flexibel auszuführen.

KI-Software analysiert Sensordaten und navigiert autonom ohne GPS

Die Software verarbeitet unterschiedlichste Sensordaten auch unter schwierigen Licht- und Umweltbedingungen und erzeugt mittels KI und der Auswertung der Sensordaten in Echtzeit ein dreidimensionales digitales Abbild der Umgebung – die Grundlage für die autonome Steuerung, erläutert Jan Hartmann von Spleenlab. „Sie erkennt und klassifiziert Objekte, bestimmte Abstände sowie die eigene Position im Raum und navigiert sicher autonom auch ohne GPS-Signal.“ So kann beispielsweise eine Lieferdrohne bei Nacht selbstständig prüfen, ob der vorgesehene Landeplatz frei ist oder Hindernisse eine Landung verhindern.

Die Softwareplattform sei auf Sicherheit ausgelegt: Mehrschichtige Absicherungen und Plausibilitätsprüfungen verhindern Fehler zuverlässig, hebt Hartmann hervor: „Damit ist sie die erste KI-Software für autonome Fahrzeuge und Roboter, die sich offiziell zertifizieren lässt. Ein entscheidender Vorteil in Branchen mit strengen Zulassungsvorgaben.“

Quantum Systems übernimmt Spleenlab nach erfolgreicher Entwicklungsarbeit

Die Software wird seit dem Jahr 2020 entwickelt und seitdem kontinuierlich optimiert und erweitert. Das Entwicklungsteam umfasst rund 40 Ingenieurinnen und Ingenieure. Über zehn Patente zählen zum Portfolio. Die Innovationskraft fiel in der Branche auf: Die Münchener Drohnenfirma Quantum Systems hat Spleenlab gekauft.

Weitere Kandidaten für den Innovationspreis

Spleenlab ist in der Kategorie Digitales und Medien nominiert. In dieser hoffen auch Brandenburg Labs aus Ilmenau und Quantum Optics Jena auf den Sieg. Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 26. November, in Weimar statt.