Der TA-Podcast „Hollitzer trifft“ hat ein neues Format für besondere Gäste: als TA-Klub-Special mit Publikum, aufgezeichnet in der Erfurter Redaktion. Zur Premiere traf TA-Chefredakteur Jan Hollitzer auf Sänger Clueso, der trotz seines Mega-Erfolgs immer noch ein freundlicher, bodenständiger und witziger Erfurter geblieben ist, wie er bei der fröhlichen, aber tiefgehenden Plauderei bewies. 60 Fans konnten sie bei der kurzfristig organisierten Aufzeichnung live verfolgen (und hatten hörbar ihren Spaß), 600 hatten sich für die Tickets beworben. Im Gespräch mit Jan Hollitzer erzählte Clueso über…

… das zehnte Album „Deja Vu 1/2“, das jetzt erschienen ist und auf Platz 1 der Album-Charts steht:
Mega. Ein großes Dankeschön an die Fans, weil es ohne sie nicht möglich gewesen wäre, einen so großen Star wie Bruno Mars abzuhängen. Zumal Musik heute anders vermarktet wird als früher und selbst ich manchmal überlegen muss, wie das genau funktioniert. Viele Radiosender spielen keine deutsche Musik mehr. Ich weiß nicht, wieso. Denn es gibt gerade unglaublich viel gute deutsche Musik, mehr denn je, mit guten Texten, gutem Songwriting, aber es wird sauwenig gespielt. Das nimmt uns viel Platz weg, wenn niemand mehr im Auto, im Taxi, auf dem Weg zur Arbeit oder so nebenbei ein paar gute deutsche Songs hört, von jüngeren Artists und auch von uns älteren.

… die Zeit nach dem Album:
Auch die Promo ist heute ganz anders. Wenn ich quasi über die Ziellinie gelaufen bin, was das Album angeht, geht es nochmal richtig los. Wir haben ein starkes Publikum, haben aber auch richtig Gas gegeben, viele Aktionen gemacht. Das war eine krasse Promo-Woche, aber das zahlt sich generell aus.. Nach der Promo gehen wir gleich auf Tour.
Die Bilder von der Podcast-Aufzeichnung: „Hollitzer trifft...“ Clueso

… seine Unterschrift:
Ich kann ja nicht immer als Clueso unterschreiben. Aber es sieht beides aus wie eine Doktor-Unterschrift, insofern ist das egal. Das „Clueso“ erkennt man nur an dem C. Wer eine Unterschrift von mir hat, denkt wahrscheinlich auch „Was zur Hölle …?“, aber die von Grönemeyer sieht nicht anders aus.

…die neuen Songs:
Das Album heißt ja „Déjà Vu 1/2“, das heißt, es gibt noch einen zweiten Teil. Ich habe das für mich musikalisch so aufgeteilt, dass der erste Teil an den alten Clueso erinnert, der zweite Teil an die Sachen, die ein bisschen beatlastig sind. Und er enthält mehr Features mit anderen Künstlern. Auf dem ersten Album ist da nur der Song „Jedes Jahr“ mit Chapo 102 dabei.
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…seinen Lieblingssong des Albums:
Das ist schwierig, weil es immer so ein bisschen wie das Wetter ist -- und vor allem das Wetter innendrin. Jetzt mag ich gerade „Verrückter Sommer“ und „Dieses Leben“. Diesen Song habe ich mit meinem Kollegen Max Richard Leßmann geschrieben, der sehr offen damit umgeht, dass er sehr viele Tiefs hat und nur mit professioneller Hilfe da wieder rauskommt.
Ich rausche an vielen Dingen vorbei und mir fällt erst danach auf, wie schön das Leben ist.
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…schlechte Songs:
Ich schreibe so viele Songs, dass nur das Beste von dem, was mir eingefallen ist, auf dem Album ist. (lacht)

…das Songwriting:
Schreibblockaden gibt‘s nicht. Ich weigere mich auch nicht, über ein Thema mehrmals zu schreiben, wenn mich das bewegt. Ich setze mich aber auch nicht hin und will einen Song über dieses oder jenes Thema schreiben. Das ist nicht so mein Ding. Ich lasse die Akkorde sprechen oder die Zeilen, die ich mal aufgeschrieben habe. Und ich schreibe auch für andere. Ich schreibe einfach wahnsinnig gerne Songs. So wie andere gern Kreuzworträtsel lösen. Wer mal versucht hat, einen Song zu schreiben oder ein Gedicht für eine Geburtstagsfeier, weiß, wie schwer es ist, einfach zu schreiben und nicht einfach zu klingen. Udo kann das ganz hervorragend.

…den Mut, diese besondere Platte zu machen:
Manchmal werden einem Dinge als Mut ausgelegt, die eher Neugier und Lust sind. Ich habe durch die vielen Fans bei den Konzerten so unheimlich viel Rückenwind bekommen, dass ich aufgehört habe, mich an anderen zu orientieren, mich zu vergleichen. Das macht wohl jeder. Du guckst nach links und rechts und denkst, der macht das besser, die macht das besser. Könnte ich nicht auch so sein, kann ich mich so anziehen? Aber wenn man voller Liebe ist, muss man das nicht. Dann trage ich, was ich will, und mache jetzt die Mucke, auf die ich Bock habe. So zu sein, wie ich bin, und mit den Fans so umzugehen wie mit meinen Freunden, kommt bei den Leuten halt gut an.

Alle Folgen von „Hollitzer trifft“ unter thueringer-allgemeine.de und überall da, wo es Podcasts gibt.


















































