In Schlössern gilt sonst: Hände hinter den Rücken, nichts anfassen, bitte leise. Am Sonntag, dem 20. September ist das nicht so. Dann gehören Thüringens Schlösser den Kindern. Zum Weltkindertag laden die Residenzen der Schatzkammer Thüringen erneut zum Schlösserkindertag ein – mit Mitmachaktionen, Führungen und Kreativangeboten. Wie die Schatzkammer Thüringen mitteilt, gestaltet jede Residenz ihr Programm selbst. Viele Angebote sind kostenfrei.

Kinderschlössertage in Thüringen

Das Besondere liegt weniger im Was als im Wie: Wo reguläre Führungen museumsartig und passiv ablaufen, stehen hier Verkleiden, Rätsel-Rallyes, Bastelwerkstätten und historische Spiele im Mittelpunkt. Figuren in historischen Kostümen – Prinzessinnen, Ritter, Hofnarren oder Schlossgespenster – erzählen altersgerecht und interaktiv von vergangenen Zeiten. Und die Formate sind kürzer getaktet als sonst, abgestimmt auf die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter.

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Wer in Gotha alles sehen will, braucht einen Plan: Von 10 bis 18 Uhr läuft fast alles gleichzeitig. Das Bromacker Lab bringt echte Fossilien mit, Fachleute erklären, was die Urzeit in Thüringen hinterlassen hat. Ein paar Schritte weiter geht es um Technik, die von der Natur lernt – Roboterhunde laufen, Kletterroboter überwinden Höhen. Bei der Imkereischau darf gekostet werden, im Herzoglichen Park wird gefaltet, gemalt und geklebt, und wer lieber zielt als bastelt, spannt unter Anleitung den Bogen. Das Motto dazu: „Treffsicher wie Robin Hood“.

Die Urzeit, ein Kletterroboter und eine Biene

Auch Rembrandt bekommt ein eigenes Kinderformat. Die Familienführung „Rembrandt für junge Spürnasen“ führt Kinder ab 7 Jahren in 30 Minuten durch die Sonderausstellung, danach werden sie selbst kreativ. Sechs Termine stehen zur Wahl, anmelden kann man sich vor Ort. Dass sich in einem 400 Jahre alten Bild etwas entdecken lässt, begreifen Kinder offenbar schneller, als Erwachsene vermuten.

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Zwei Stationen fallen ganz aus dem Rahmen: In der „Elefantastischen Schatzkammer“ trifft der Elefantenorden auf 3D-gedruckte Kunstkammerobjekte. Und am königlichen Zeichenautomaten bekommt man sein eigenes Porträt in wenigen Strichen – zum Mitnehmen. Wenn dann noch Energie übrig ist, wird draußen die Schlosswiese zum Bewegungsparcours.

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Der Schlösserkindertag findet an sechs Standorten statt. In Sondershausen geht es bei einer Schatzsuche hinunter in die Kellergewölbe – festes Schuhwerk empfohlen, unten sind es ganzjährig etwa zehn Grad. In Molsdorf wird „Dornröschen“ als Puppenspiel im Schlosspark gegeben, in Meiningen singt man alte Kinderlieder an der Orgel, in Altenburg flaniert die höfische Gesellschaft durchs Haus, und in Dornburg ziehen Familien mit dem neuen Entdeckerrucksack auf eigene Faust los.