Ausbildung

„Nacht der Ausbildung“ bei Mercer in Blankenstein und Friesau

Blankenstein/Friesau.  Mercer hat am Freitag seine zweite „Nacht der Ausbildung“ in diesem Jahr veranstaltet.

Stefan Grundig zeigt seinen Besuchern den fertigen Zellstoff.

Stefan Grundig zeigt seinen Besuchern den fertigen Zellstoff.

Foto: Oliver Nowak

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Bei Mercer Rosenthal in der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal in Blankenstein und im Sägewerk Mercer Timber products in Friesau stand der Freitagnachmittag und -abend ganz im Zeichen der Ausbildung. Bei der zweiten Nacht der Ausbildung in diesem Jahr präsentierte sich das Unternehmen vor allem dem jungen Publikum.

Rund 150 Menschen nahmen an der Nacht der Ausbildung teil. „Wir suchen vor allem Auszubildende zu Papiertechnologen“, berichtete Manuela Sämisch, Leiterin des Personalwesens bei Mercer Rosenthal. Durch die Ausbildung zum Papiertechnologen könnten die Arbeiter nämlich in nahezu allen Bereichen bei Mercer Rosenthal eingesetzt werden.

Was die Papiertechnologen in Blankenstein für Arbeit leisten, stellte Stefan Grundig, Werkführer der Faserlinie, den Besuchern bei einer Führung vor. Zuvor erhielten jedoch alle Besucher eine Sicherheitsunterweisung. Zuerst ging es für die erste rund 20-köpfige Besuchergruppe zu einem Informationsstand in der Produktionshalle. Dort konnten sich die Gäste den fertigen Zellstoff ansehen und auch die unterschiedlichen Laugen in Augenschein nehmen.

Im Anschluss ging es für alle in die zentrale Leitwarte. Dort beobachten Papiertechnologen die Arbeit der Maschinen auf einer Vielzahl von Computerbildschirmen. Jeder Arbeitsprozess der Maschinen wird zudem mit Videokamera auf weitere Bildschirme in die Leitwarte übertragen.

Ausgerüstet mit Schutzhelm und Schutzbrille ging es daraufhin durch die Produktionshalle, wo die Hackschnitzel zerkocht und Stück für Stück zu Zellstoff verarbeitet werden. „Unsere Weißlauge wird zu 99 Prozent zurückgewonnen“, erklärte Werkführer Stefan Grundig. Mercer Rosenthal produziere zudem seinen eigenen Strom, wovon rund ein Drittel in das allgemeine Stromnetz eingespeist wird. „Damit können wir eine 100.000-Einwohner-Stadt mit Strom versorgen“, verdeutlichte Stefan Grundig seinen Besuchern. Zudem werde jedes Nebenprodukt, dass bei der Zellstoffherstellung entstehe, aufgearbeitet und verwendet. Nach den Stationen, wo die Hackschnitzel-Auflösung, Bleichung und Reinigung stattfindet, kamen die Besucher in eine große Halle, in der der Weiße Zellstoff in langen Bahnen getrocknet wird. Dafür wird dieser gepresst und belüftet. Am Ende wird der Zellstoff in Quadratische Stücke geschnitten und verpackt.

„Sie sehen, hier liegt nichts“, sagte Stefan Grundig, als er und seine Besucher eine kleine Halle betraten. Es war das Ausschusslager. „Alles, was minderer Qualität und Ausschuss ist, verwenden wir wieder, deshalb liegt hier nichts. Außerdem produzieren wir so gut wie nie Ausschuss“, erklärte Grundig.

Für die Besucher war die Führung durchaus interessant, da sie neben der Produktion auch viel über den Beruf und die Abläufe im Betrieb erfuhren. So zum Beispiel, dass es 32 Tage Jahresurlaub gebe und weitere werbende Details. „Ich bin hier, um mich zu orientieren, welche Ausbildungs-Möglichkeiten es hier in der Region für mich gibt. Ich möchte Eindrücke sammeln und sie nutzen“, sagte der 18-jährige Felipe. Insgesamt bietet Mercer Rosenthal fünf Ausbildungsberufe an: Papiertechnologe, Chemielaborant, Mechatroniker, Konstruktionsmechaniker und Elektriker. Auch im Sägewerk werde fünf Berufe ausgebildet: Holzbearbeitungsmechaniker, Elektroniker, Industriemechaniker, Land- und Baumaschinenmechatroniker sowie Industriekaufmann. Ein Shuttlebus fuhr Interessierte zwischen den beiden Mercer-Standorten hin und her, damit die Besucher so viel wie möglich kennenlernen konnten.

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