Autobahn mit Dach und Landschaft bei Lobeda

Jena  Zeitreise: Jenaer Ansichten – wie sich die Stadt in den fast 30 Jahren seit der Wende veränderte

Die Großbaustelle 2005: Das Foto zeigt noch den Verlauf der alten Autobahn direkt neben den Wohnhäusern von Lobeda-West. Daneben entsteht die um 7,50 Meter abgesenkte Trasse, auf der auch der 600 Meter lange Lobdeburgtunnel gebaut wird

Die Großbaustelle 2005: Das Foto zeigt noch den Verlauf der alten Autobahn direkt neben den Wohnhäusern von Lobeda-West. Daneben entsteht die um 7,50 Meter abgesenkte Trasse, auf der auch der 600 Meter lange Lobdeburgtunnel gebaut wird

Foto: Lutz Prager

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Steter Tropfen höhlt den Stein – am Ende war es wohl ein bisschen von allem, was den besonders aufwändigen sechsstreifigen Ausbau der Autobahn A4 bei Lobeda begünstigte: Eine Bürgerinitiative, die über Jahre Lärmschutz einforderte, ein 1998 frisch gebackener Ortsteilbürgermeister von Neulobeda, der seinen Parteifreund und damaligen Verkehrsminister Franz Müntefering von der SPD permanent „nervte“ bis der 1999 persönlich Lobeda besuchte und an der Emil-Wölk-Straße sein eigenes Wort vor Autobahn-Lärm nicht verstand, Planer in den Landesbehörden, die zur Einhaltung der Grenzwerte keine andere Lösung sahen: Entweder eine Einhausung der Trasse oder Abriss der Elfgeschosser direkt an der Autobahn. Am Ende ging alles schneller als erwartet: Grünes Licht aus Berlin für die teure Tunnellösung. Aufgewertet wurde dadurch nicht nur die Wohnqualität der ehemaligen „Autobahnblocks“ in Lobeda-West, deren Mieter heute einen herrlichen Ausblick ins grüne Saaletal genießen, sondern auch die Lebensqualität im Stadtteil: Auf dem 600 Meter langen Tunnel mit zwei Röhren und jeweils vier Fahrbahnen entstand ein Landschaftspark mit direktem Fuß- und Radweg ins Gewerbegebiet JenA4. Der Tunnel wurde ab 2003 mit dem Ausbau der A4 auf 6,7 km im Zuge des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 15 errichtet. Neben dem Tunnel dämpfen Lärmschutzsteilwälle auf einer Länge von 2,2 km und eine Lärmschutzwand auf der Brücke die Emissionen. Die Autobahn wurde zwischen der Saalebrücke und der Anschlussstelle Jena-Lobeda um bis zu 7,5 Meter abgesenkt. Außerdem entstand neben der 800 Meter langen Natursteinbogenbrücke aus dem Jahr 1939 eine zweite Brücke über das Saaletal mit ebenfalls 4 Fahrstreifen. 2007 wurde die Brücke fertiggestellt. 2009 erfolgte die Freigabe des kompletten sechs- bis achtstreifigen Abschnitts bei Jena.

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