Geraer BA-Student ist spurlos verschwunden

Kann ein Mensch so einfach verschwinden? Am helllichten Tag, mitten in der Stadt? Es ist jetzt über drei Wochen her, dass von Max Weil jegliche Spur fehlt. Der 22-Jährige wurde am 1. März in Gera das letzte Mal gesehen.

Am Haupteingang der Berufsakademie Gera hängt ein Vermisstenfoto des 22-jährigen Max Weil. Seit Dezember 2010 lernte er hier. Der Fall des verschwunden Studenten bewegt auch die Kommilitonen.  Foto: Katrin Wiesner

Am Haupteingang der Berufsakademie Gera hängt ein Vermisstenfoto des 22-jährigen Max Weil. Seit Dezember 2010 lernte er hier. Der Fall des verschwunden Studenten bewegt auch die Kommilitonen. Foto: Katrin Wiesner

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Gera. Seither läuft die Suche. Und das Gesicht des Jungen schaut von unzähligen Plakaten, in Lusan, wo er eine Studentenbude hatte, in der Stadt und im Umfeld der Berufsakademie, wo er eingeschrieben war. Doch ein Lebenszeichen von Max Weil gibt es bislang nicht.

"Der Fall beschäftigt uns inzwischen täglich", versichert Margit Kühn, Leiterin der Kriminalpolizei-Inspektion Gera. Nach den ersten Tagen, in denen Max nicht zurück kam, haben die Polizisten die Bleibe durchsucht, die Umgebung abgegrast, vom Hubschrauber aus nach dem Vermissten gefahndet, die Familie und Bekannte befragt. "Derzeit sind wir dabei, sämtliche Freunde zu kontaktieren", sagt Margit Kühn und gibt zu, bislang nicht viel weiter gekommen zu sein: "Für uns ist es nach wie vor nicht nachvollziehbar, wo der Gesuchte sein könnte."

Für die Familie von Max, die in Frankfurt/Main lebt, hat ein Albtraum begonnen. In einer fremden Stadt ist ihr Sohn plötzlich verschwunden. Es gibt keine Erklärung, keine Nachricht, keine Fakten, nur quälende Fragen. Die Eltern bitten auf Vermissten-Such-Seiten im Internet um Hilfe, sie waren selbst in Gera, um ihr Kind zu suchen und Fotos zu verteilen. "Keine Spur, nur Rätsel und Spekulationen. Max ist da etwas passiert, was geklärt werden muss", schreibt die verzweifelte Mutter im Internet.

An dem fraglichen Tag hatte Max Weil in der Berufsakademie in Tinz eine Klausur geschrieben, danach soll er von einem Kommilitonen mit in die Stadt genommen worden sein. An den Gera-Arcaden sei er aus dem Auto gestiegen und habe dann mit der Straßenbahn nach Lusan fahren wollen. Mehr ist nicht bekannt.

Ist Max von sich aus abgetaucht, will er sich nicht mehr zu Hause melden? Die Familie schließt das aus. Auf Probleme, so weiß auch die Polizei, gebe es keine Hinweise. Auch Mitarbeitern der Berufsakademie, wo der Frankfurter seit zwei Monaten Elektrotechnik und Automatisierung studiert, ist an dem Jugendlichen nichts besonderes aufgefallen, was im Nachhinein ein Ansatz für eine Erklärung liefern könnte. Als nett und unauffällig wird er beschrieben.

Die Familie und Freunde tun das ihnen Mögliche und suchen über das Internet nach Hinweisen. Die Polizei hofft weiter auf Zeugen, die etwas zum Verschwinden von Max Weil sagen können. Der 22-Jährige ist etwa 1,80 Meter groß, hat eine kräftige Gestalt, dunkelblonde lange Haare und trägt ab und an eine Brille mit schwarzem Gestell. Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Gera, Telefon (0365) 8 23 44 04 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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