Berühmte Zechprellerin ist auch in Saalfeld aktiv – Das sagt der Wirt

Saalfeld  Ob der Wirt des Restaurants „Alte Post“ in Saalfeld auf den Kosten des üppigen Mahls sitzen bleibt, ist noch nicht sicher. Schließlich habe der Betreuer der Zechprellerin erklärt, er werde „drei Rechnungen pro Stadt“ bezahlen.

Natasa Tkazivuk und Eda Dericioglu servieren im Saalfelder Restaurant "Alte Post".

Natasa Tkazivuk und Eda Dericioglu servieren im Saalfelder Restaurant "Alte Post".

Foto: Guido Berg

Dem Hotel-Restaurant im „Anker“ am Saalfelder Markt hätte das nicht passieren können – vielleicht. „Wir kennen die Frau“, heißt es dort, „die lassen wir gar nicht erst rein.“ Das Restaurant „Alte Post“ in der Blankenburger Straße hat ihr jedoch am Dienstagmittag Einlass gewährt – und ihr an Speisen und Getränken gebracht, was sie bestellte. Das Resultat: Die „Alte Post“ blieb auf der Rechnung von etwas unter 50 Euro sitzen; die Frau wollte nicht zahlen.

Die Polizei nahm sie mit aufs Revier, da sie keine Personaldokumente dabei hatte. Dort stellten die Beamten fest, wen sie vor sich haben: Deutschlands berühmteste Zechprellerin. Die 52-Jährige sei eine „Berühmtheit“, heißt es im Polizeibericht am Mittwoch. Sie habe in der Medienlandschaft „schon für einiges Aufsehen gesorgt“. Hier habe sie sich als „Deutschlands schlimmste Zechprellerin“ einen Namen gemacht.

Sie hatte Roulade mit Klößen und drei Bier

Gegen die 52-jährige Frau wurde nun auch im Bereich Saalfeld-Rudolstadt ein Strafverfahren wegen Betruges eingeleitet, so die Polizei weiter.

Medienberichten zufolge war „Dolores“, die aus Sömmerda stammen soll, auch schon einmal in Weimar „zum Essen da“. Sie soll es bereits im vergangenen Jahr auf 101 Anzeigen gebracht haben.

„Willkommen im Dolores-Club“ habe ihm eine Polizistin bei ihrem Eintreffen gesagt, erklärte Ante Culina, der Wirt der „Alten Post“, am Mittwoch der OTZ. Die Zechprellerin habe einen Betreuer und dieser habe ihm erklärt, er werde „drei Rechnungen pro Stadt“ bezahlen.

Indes versichert Ante Culina, die Frau habe Geschmack in der Auswahl ihres Restaurants und auch bei der Wahl ihrer Bestellungen bewiesen – „sonst hätte sie uns nicht ausgesucht“. „Dolores“ habe als Vorspeise Pfifferlingscreme-Suppe und als Hauptgang Roulade mit drei Klößen verzehrt, „dazu drei Bierchen, Saalfelder, schön gezapft“, so Culina. Die Rechnung habe am Ende genau 34,40 Euro betragen. „Erkannt haben wir sie vorher nicht“, bekennt Culina, deutet aber an, dass er die ganze Sache verschmerzen können wird.

Ganz anders sei das mit einem Vorfall im August dieses Jahres, dem er mehr Bedeutung beimesse. Da habe ein Rechtsradikaler ihn und sein Personal mit einem Messer bedroht und rassistisch schwer beleidigt. Bei dem Vorfall habe der großgewachsene kahlköpfige Mann, der aus dem Land Brandenburg kommen soll, eine Scheibe im Restaurant zerschlagen und sich dabei selbst verletzt. Im Vergleich dazu sei die zechprellende Dolores eine harmlose Geschichte.

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