Es soll keine Jenaer Alleingänge in der Corona-Krise geben

Jena.  Bei der Corona-Bekämpfung hofft Jena auf klare Vorgaben vom Land. Das Ordnungsamt kontrolliert verstärkt im ÖPNV und auf öffentlichen Plätzen.

Einkaufen in Jena: Masken- und Abstandspflicht gelten nach wie vor.  Die Stadt Jena will in der Regel nicht über das Hinausgehen, was der Freistaat für Thüringen festlegt.

Einkaufen in Jena: Masken- und Abstandspflicht gelten nach wie vor.  Die Stadt Jena will in der Regel nicht über das Hinausgehen, was der Freistaat für Thüringen festlegt.

Foto: Thomas Beier

In der Corona-Krise sucht Jena den Schulterschluss mit dem Freistaat Thüringen. „Die Entscheidung über Einschränkungen müssen übergeordnete Stelle treffen“, sagte Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) am Mittwoch, als zeitgleich die Ministerpräsidenten über schärfere Corona-Regeln debattierten. Alleingänge der Stadt Jena werde es nicht geben, so der OB. Die Situation jetzt sei eine andere wie im Frühjahr, als die Stadt ein Einschleppen des Virus zu verhindern suchte und dabei auch Glück hatte. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Am Mittwochvormittag wurden in Jena 13 neue Corona-Fälle gemeldet. Wie kommen die Behörden mit der Lage klar? Das Gesundheitsamt der Stadt Jena nähere sich dem Punkt, an dem sich aus Zeitgründen nicht mehr alle Kontakte verfolgen ließen, so sagte Nitzsche. Zeitiges und striktes Reagieren sei deshalb um so wichtiger. Sehr gut gefällt Nitzsche das Bild, „die Welle jetzt zu brechen“. Heißt: Zeitiges und striktes Reagieren bringe heute mehr als später. Aber die Vorgaben müssten vom Land kommen, sonst bekomme Jena ein unauflösbares Akzeptanzproblem. Nur Details könne Jena anpassen.

Regeln werden von den Jenaern meistens befolgt

Zwölf Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind in zwei Schichten unterwegs, um die Einhaltung der Regeln in Bussen und Bahnen, in Gaststätten oder bei Dienstleistern zu kontrollieren. Wie Marco Fohmann vom Fachdienst Kommunale Ordnung am Mittwoch sagte, sei die Vernunft der Menschen groß. Verstöße gab es vor allem bei der Art und Weise, wie die Maske getragen wird. Unter der Nase erfülle sie ihren Zweck nicht. Man wolle die Menschen vor allem dazu bringen, den Schutz anzulegen. Daher werde in den meisten Fällen ein Gespräch geführt. Strafen von 60 Euro waren bisher die große Ausnahme.

In den 38 kontrollierten Gaststätten gab es bislang gar keine Zahlungsaufforderungen, sondern vielmehr Hinweise auf Probleme, die abzustellen seien. Dazu gehörten unter anderen Datenschutzprobleme bei den Gästelisten. Diese dürfen nicht als für jedermann einsehbares Blatt geführt werden. Viele Gastronomen haben große Anstrengungen unternommen und Geld ausgegeben, um ihre Betriebe den neuen Bedingungen anzupassen.

Künftig werde das Ordnungsamt stärker die Einhaltung der Maskenpflicht auf vielbesuchten Straßen und Plätzen kontrollieren. Die Kontrolle der Haushaltsanzahl bei Feiern in privaten Räumen dürfte eher weniger ein Arbeitsgebiet werden, so Marco Fohmann. In den privaten Lebensbereich könne ohnehin nur im Zusammenwirken mit der Polizei eingegriffen werden.

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