Facharztquote soll bei Belastung durch Covid-19 ausgesetzt werden

Greiz .  Krankenhäuser alle Fachabteilungen mit mindestens 5,5 Arztstellen ausstatten, davon mindestens drei mit Fachärzten. Sollte sich die Corona-Lage in Thüringen verschlimmern, kann sich das ändern.

 Staatssekretärin Ines Feierabend (Archiv-Bild)

Staatssekretärin Ines Feierabend (Archiv-Bild)

Foto: Dirk Bernkopf / TA

Die umstrittene Facharztquote soll bei größerer Belastung der Thüringer Krankenhäuser durch die Corona-Pandemie ausgesetzt werden können. „Dann müssen Ärztinnen und Ärzte aus allen Fachbereichen flexibel eingesetzt werden können“, teilte die Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Ines Feierabend, am Freitag mit. „Auf einen solchen Schritt sind wir bereits seit Ende Februar eingestellt, er wurde bisher jedoch aufgrund der relativ geringen Anzahl intensivtherapiepflichtiger Covid-19-Patienten noch nicht umgesetzt.“ Da es sich um eine dynamische Entwicklung handle, sei jederzeit eine Neubewertung möglich, sagte Feierabend. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenfreien Corona-Liveblog.

Wegen der Quoten-Regelung müssen Krankenhäuser alle Fachabteilungen mit mindestens 5,5 Arztstellen ausstatten, davon mindestens drei mit Fachärzten. Die Arztquote hatte Rot-Rot-Grün in der vergangenen Wahlperiode eingeführt, um die Qualität von Klinikbehandlungen sicherzustellen.

Feierabend wies zudem Kritik zurück, die Facharztquote belaste ländliche Krankenhäuser. „Mit der Verordnung soll einfach dafür Sorge getragen werden, dass für die notwendigen Behandlungen genügend Ärztinnen und Ärzte vor Ort sind“, betonte Feierabend. Es lägen bisher keine Meldungen vor, dass die Einhaltung der Verordnung direkt zu wirtschaftlichen Einbußen führe. Es möge Schwierigkeiten an manchen Stellen geben, dafür seien aber Ausnahmeregelungen getroffen worden.

Zuletzt hatte die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) die Regelung kritisiert: „Das ist der Todesstoß für kleine ländliche Krankenhäuser.“ Die Krankenhäuser refinanzierten sich über die Zahl der behandelten Patienten, die auf dem Land geringer sei. Dies sei ein Grund für die finanzielle Schieflage der Krankenhäuser in Greiz und Schleiz. In Schleiz war die Geburtsstation im Februar mangels Ärzten bis auf Weiteres stillgelegt worden.