Geburtsvorbereitungskurse bei Hebammen wieder gestartet

Erfurt.  Vor dem Welt-Hebammentag am 5. Mai ging es in der Vergangenheit häufig um Vergütung und Haftpflicht für freiberufliche Geburtshelferinnen. In diesem Jahr drängt sich auch hier das Coronavirus in den Vordergrund.

Eine Hebamme tastet den Bauch einer Frau ab, die im neunten Monat schwanger ist. In Thüringen sind die ersten Geburtsvorbereitungskurse wieder gestartet (Symbolfoto).

Eine Hebamme tastet den Bauch einer Frau ab, die im neunten Monat schwanger ist. In Thüringen sind die ersten Geburtsvorbereitungskurse wieder gestartet (Symbolfoto).

Foto: Caroline Seidel / dpa

Nach Einschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie müssen Schwangere in Thüringen bei Geburtsvorbereitungskursen nach Angaben des Hebammen-Landesverbandes inzwischen nicht mehr ins Internet gehen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Die ersten Kurse in den Räumlichkeiten von Hebammen seien wieder angelaufen, sagte die Verbandsvorsitzende Annika Wanierke auf Anfrage. „Die Frauen haben sich unheimlich gefreut, dass das wieder möglich ist.“ In der aktualisierten Verordnung des Landes zur Eindämmung der Pandemie sind diese Kurse unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln wieder gestattet. Maximal sechs Teilnehmerinnen seien erlaubt, so Wanierke.

Um Einnahmeausfälle wegen des zwischenzeitlichen Verbots der Kurse einigermaßen zu kompensieren, waren Hebammen teilweise auf Online-Angebote umgestiegen. Einnahmen aus Kursen wie jenen zur Geburtsvorbereitung machen nach Angaben der Verbandschefin geschätzt bis zu einem Fünftel der Umsätze freiberuflicher Hebammen aus. „Finanziell weggebrochen ist da schon etwas.“ Dies hänge auch mit der unterschiedlichen Netzqualität in Thüringen zusammen. „Wenn die Hebamme ein stabiles Netz hat, heißt das nicht, dass die von ihr betreuten Frauen das auch haben“, sagte Wanierke.

Auch pandemieunabhängige Probleme treiben die Hebammen um

Vor dem Welt-Hebammentag am 5. Mai treiben den Verband aber auch pandemieunabhängige Probleme um. So müssten Hebammen stärker in Leitung und Organisation der Geburtshilfe-Abteilungen an Krankenhäusern eingebunden und von Hebammen geleitete Kreißsäle in jeder dieser Abteilungen eingerichtet werden, fordert er. Zudem müssten Hebammen auch in jedem Gesundheitsamt arbeiten.

In Thüringen arbeiten mehr als 500 freiberufliche und in Krankenhäusern angestellte Hebammen. In der Ausbildung zur Hebamme befinden sich in Thüringen aktuell 131 junge Frauen. 59 von ihnen studieren an der Fachhochschule Jena im Bachelor-Studiengang Geburtshilfe. Dieses duale Studium mit einer praktischen Berufsausbildung in Krankenhaus gibt es in Thüringen seit 2014. 16 Hebammen haben es nach Angaben der Hochschule bereits abgeschlossen, ein neuer Studiengang soll im Herbst starten.

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