Greizer Krankenhaus meldet Kurzarbeit an

Greiz.  Gründe sind laut Geschäftsführer verschobene Eingriffe und die Absicherung des Betriebes.

Ein Schild im Greizer Krankenhaus, in dem die Patienten derzeit streng getrennt werden.

Ein Schild im Greizer Krankenhaus, in dem die Patienten derzeit streng getrennt werden.

Foto: Tobias Schubert

Am Greizer Krankenhaus hat man ab dem Monat April Kurzarbeit beantragt. Den Hinweis aus einem entsprechenden Mitarbeiterschreiben, das der Redaktion vorliegt, bestätigt das Krankenhaus Greiz auf Nachfrage. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Zwei Gründe dafür führt die Geschäftsleitung an. Zum einen seien in Greiz, wie in allen Kliniken in Deutschland, derzeit alle nicht dringenden und planbaren Operationen abgesagt beziehungsweise verschoben worden. In Greiz sei die Bettenkapazität deswegen derzeit nur zu zwei Dritteln ausgelastet. Damit werde auch weniger medizinisches und pflegerisches Personal benötigt.

„Wir müssen unsere Aufmerksamkeit derzeit voll auf das Coronavirus richten“, so der Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH, Ralf Delker. Das bedeute, dass im Quarantänebereich Betten für potenzielle Corona-Patienten vorgehalten werden müssten, die man zum Glück derzeit noch nicht brauche. Diese könnten aber nicht für andere Patienten genutzt werden. Zudem fehlten die Einnahmen aus den verschobenen Eingriffen. „Angesichts der ohnehin schon angespannten finanziellen Situation des Hauses sehen wir uns deswegen zu diesem Schritt gezwungen“, so Delker.

Als zweiten Grund gibt das Krankenhaus die Absicherung des Krankenhausbetriebs an, sollten mehr Angestellte mit dem Virus infiziert werden und in häusliche Quarantäne geschickt werden müssen. Laut dem Mitarbeiterschreiben, das auf den 7. April datiert ist, sei das bei 22 Mitarbeitern der Fall gewesen. Deswegen sei schon seit Anfang April das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend angeordnet worden. Mit den derzeit freigestellten Mitarbeitern könne quasi als Wechselschicht sichergestellt werden, „dass der Betrieb des Krankenhauses und die Versorgung der Patienten in jedem Fall gewährleistet werden kann“, so Delker. Vor allem, weil ein Anstieg der Corona-bedingten stationären Fälle, also mehr Corona-Patienten, zu erwarten sei.

Die Geschäftsleitung und der Betriebsrat hätten sich aber noch vor den Osterfeiertagen darauf geeinigt, dass eine Dienstvereinbarung abgeschlossen werden soll, um besondere Härtefälle zu vermeiden. Im Schreiben an die Mitarbeiter werden diese darauf hingewiesen, dass Arbeitnehmer bei Kurzarbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohnes erhalten, bei mindestens einem Kind sind es 67 Prozent.

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