Maskenpflicht verstärkt, weniger Teilnehmer bei Veranstaltungen: Neue Corona-Verfügung in Gera

Gera.  Die Stadt Gera setzt ab Montag auf mehr Masken und weniger Personen bei privaten oder nicht-öffentlichen Veranstaltungen

Verzögerungseffekt: Was sind die besten Corona-Maßnahmen?

Die richtigen Corona-Maßnahmen brauchen Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Was wirklich hilft, sieht man oft erst später. In der Wirtschaftspolitik heißt dieses Phänomen "Verzögerungseffekt" und er greift auch bei der Coronapandemie.

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Die Stadt Gera reagiert auf die steigenden Corona-Infektionen. Ab Montag, dem 19. Oktober, gilt eine neue „Allgemeinverfügung der Stadt Gera zum Vollzug des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten bei Menschen“. Alle Corona-Entwicklungen für Thüringen im Liveblog.

Die wichtigsten Regelungen ab Montag betreffen zwei große Themenfelder:

1. mehr Schutz durch Mund-Nasen-Bedeckungen durchgängig in allen öffentlich zugänglichen Räumen und in Räumen, in denen der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht durchgängig eingehalten werden kann:

  • beim Betreten und Aufenthalt in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden, z.B. Behörden
  • in Beherbergungs- und Gastronomiebetrieben (außer am Tisch),
  • in überdachten Einkaufszentren (z.B. Gera Arcaden)
  • in Taxen und bei privaten Beförderungsleistungen
  • in Arzt- und Therapiepraxen, medizinischen Versorgungszentren und Krankenhäusern
  • an Orten, wo Speisen und Getränke ausgegeben werden
  • Für das Personal dieser Einrichtungen gelten grundsätzlich die Infektionsschutzkonzepte des Arbeitgebers und die entsprechenden Arbeitsschutzstandards. Wenn in diesen Konzepten keine Regelungen enthalten sind, die z.B. bei einer Nichteinhaltung des Mindestabstands greifen und auch keine anderen technischen Schutzmaßnahmen wirken, hat auch das Personal einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Die Verantwortung darüber trägt die jeweilige verantwortliche Person für die Einrichtung (z.B. Behördenleiter, Gaststättenleiter, Leiter der Therapiepraxis etc.)

2. weniger Personen bei privaten Zusammenkünften,

Das heißt:

  • private oder nicht-öffentliche Veranstaltungen (Hochzeiten, Geburtstage…) dürfen stattfinden

o in geschlossenen Räumen mit bis zu 25 Personen

o unter freiem Himmel mit bis zu 50 Personen als Teilnehmenden;

o diese privaten und nicht-öffentlichen Veranstaltungen ab einer Teilnehmerzahl von 16 Personen sind beim Gesundheitsamt zwei Tage vorher anzuzeigen – das heißt, das Amt ist in Kenntnis zu setzen, die Veranstaltung muss keine ausdrückliche Genehmigung erhalten;

Diese Regelungen gelten nicht für Feiern in der eigenen Wohnung und für Versammlungen, religiöse, parteipolitische, amtliche kommunale und betriebliche Veranstaltungen – für diese Veranstaltungen gilt die Zweite Thüringer Infektionsschutz-Grundverordnung mit ihren grundlegenden Infektionsschutzregeln für ganz Thüringen.

Die Allgemeinverfügung ist hier nachzulesen

So begründet Geras Oberbürgermeister Vonarb die Einschränkungen

„Die Lage ist ernst. Unsere Zahlen steigen. Wir wollen – und wir müssen laut Infektionsschutzgesetz - mit Maßnahmen reagieren. Wir wissen, dass zahlreiche Infektionen in Gera durch Kontakte im Privaten entstanden. Also setzen wir unter anderem im Privaten an. Das ist nicht einfach, aber nur so können wir Menschen, Wirtschaft und öffentliches Leben schützen. Wir arbeiten an einer verbesserten Situation, die weitergehende Einschnitte möglichst nicht erfordert,“ so Oberbürgermeister Julian Vonarb. Gera müsse vor allem wieder unter den kritischen Grenzwert von 35 Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gelangen. „Die Grenzwerte sind deshalb so kritisch, weil Experten sich sicher sind, spätestens ab Inzidenz 50 die Ausbreitung des Virus nicht mehr unter Kontrolle zu behalten.“ Unter anderem sei die Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten nicht mehr möglich, so Vonarb.

Vonarb appelliert: „Bitte helfen Sie alle mit, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Je besser wir alle uns und andere schützen, umso mehr Wirtschaft, Kultur und andere Lebensbereiche können wir aufrechterhalten. Die Kette ist: mehr Schutz, mehr Leben, mehr Wirtschaft“.

Prinzip AHACL: Abstand - Hygiene - Alltagsmaske - Corona - Lüften

Er weist erneut auch auf die AHA-Regelung des Bundes hin (AHA = Abstand-Hygiene-Alltagsmaske). Der Bund habe die drei Buchstaben erweitert auf „AHACL“ – wobei C für die Corona-App und das L für Lüften steht. Gerade das Lüften sei von Experten immer wieder empfohlen, um Übertragungen der Erreger vermeiden zu können. „Lüften Sie, denken Sie an den Schutz für Sie und andere“, so OB Vonarb.

Bei Nichtbeachten von Hygiene-Regeln droht Rummel Schließung

Der Rummel auf dem Hofwiesenpark ab Sonnabend sei nur inklusive eines umfangreichen Hygieneschutzkonzeptes geöffnet und sollte vor allem den Kindern in den Ferien zugutekommen. Würden allerdings die Hygieneregeln nicht eingehalten, drohe laut Vonarb die Schließung.

347 Personen in Gera in Quarantäne - 76 Testergebnisse noch offen

Für die Stadt Gera wurden heute (16. Oktober 2020) fünf neue Corona-Infizierte gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der aktiven Fälle auf 50 und die Inzidenz auf 38,7. Nur im Kreis Sömmerda und im Eichsfeld gibt es in Thüringen eine höhere Inzidenz.

Derzeit befinden sich 347 Menschen in Gera in häuslicher Quarantäne, 76 Testergebnisse sind noch offen. Insgesamt infizierten sich seit März 340 Personen mit dem Corona-Virus, 268 gelten als genesen, 22 sind verstorben.

Die Bürger-Hotline ist zu erreichen unter 0365/383 526 von Montag bis Donnerstag 9 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr sowie Freitag von 9 bis 15 Uhr

Die Unternehmer-Hotline ist erreichbar unter 0365/838 1219 von Montag bis Freitag: 9 - 15 Uhr

Demonstrations-Abend in Geras Zentrum

Ministerin Heike Werner rechnet mit baldiger Corona-Impfung