Palliativnetz Südthüringen gegründet

Gestern wurde in Meuselbach-Schwarzmühle das neu gegründete Palliativnetzes Südthüringen vorgestellt. Darin haben sich verschiedene Fachkräfte zusammengeschlossen und wollen Schwerstkranken eine umfassende ambulante palliative Betreuung in vertrauter Umgebung ermöglichen.

Der Stützpunkt Katzhütte des Palliativnetzes Südthüringen in der Olezer Straße. Foto: Wolfgang Schombierski

Foto: zgt

Meuselbach-Schwarzmühle. "Unser Ziel ist es, schwerstkranke, sterbende Menschen zu begleiten und ihnen ein angst- und schmerzfreies Verweilen in vertrauter Umgebung zu ermöglichen." Diese Worte fand der Katzhütter Arzt Dr. Knut Kolitsch bei der offiziellen Vorstellung des neuen Palliativnetzes Südthüringen am Mittwoch im Flair-Hotel "Waldfrieden" in Meuselbach-Schwarzmühle.

Palliativmedizin ist die Behandlung von Patienten mit einer nicht behandelbaren und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwatung. Das neu geschaffene Netz soll künftig die Landkreise Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg, Hildburghausen und die Stadt Pößneck versorgen. Darin haben sich Ärzte, Pflegedienste, ambulante und stationäre Hospizdienste, Palliativstationen, Seelsorger und Psychologen zusammengeschlossen und wollen eine umfassende ambulante palliative Betreuung gewährleisten. Bei Erkrankungen im Kindesalter soll eine spezielle Versorgung der kleinen Patienten erfolgen.

Für das Netz wurde laut Kolitsch Anfang November 2010 mit allen Krankenkassen in Thüringen ein Vertrag zur Speziellen Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) abgeschlossen. Der Träger und damit der Sitz des Palliativnetzes Südthüringen ist der Stützpunkt Katzhütte mit Kolitsch für die Dauer eines Jahres. Danach müsse nachverhandelt werden. Mittelfristig strebt der Mediziner eine Vereinsgründung an. Zusätzlich besteht das Netzwerk aus den Palliativstützpunkten in Hildburghausen mit Diplommedizinerin Christine Vonderlind und in Pößneck mit Dr. Monika Reichmann. Insgesamt stehen dem Netzwerk fünf Ärztinnen und Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin zur Verfügung.

Hauptanliegen der SAPV ist nach Angaben von Kolitsch die Koordination der Leistungserbringer, mit dem das Palliativnetz Kooperationsverträge abgeschlossen hat. Eingebunden in diese Zusammenarbeit sind unter anderem Hausärzte, ambulante und stationäre Hospizdienste, Seelsorger und Sanitätshäuser.

"Die Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden am Lebensende erfordert im ambulanten Bereich multiprofessionelle Unterstützung", unterstrich Kolitsch. Häufig eskaliert bei der Pflege von Sterbenden zu Hause das familiäre Umfeld. "Um dennoch Patienten und Angehörigen eine optimale Versorgung zu garantieren und das Sterben zu Hause zu ermöglichen, haben wir das ambulante Netzwerk in Südthüringen geschaffen", so der Arzt. Koordinatorin dieses Palliativnetzes wird Sandra Matthäi in Katzhütte sein.

Telefon: 036781-31151. Durchgängig ist Hilfe über 0700-62773825 möglich.

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