Saale-Orla-Kreis: Etwa 26 Leute verfolgen Kontakte

Pößneck.  Auf Hilfe der Bundeswehr will das Landratsamt in der Corona-Krise verzichten – vorerst.

Hinweisschild mit der Aufforderung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Hinweisschild mit der Aufforderung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Foto: Sascha Fromm

Den werktäglichen Corona-Meldungen der Kreisverwaltung ist immer wieder zu entnehmen, dass das Gesundheitsamt im Kampf gegen die Ausbreitung gegen Covid-19 kaum nachkomme mit der Nachverfolgung von Kontaktpersonen und Infektionsketten. Wie viele Menschen sind damit eigentlich beschäftigt – und warum nicht mehr? Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog .

Das Gesundheitsamt zähle derzeit 22 festangestellte Mitarbeiter und sei damit gut aufgestellt, im Vergleich zu anderen Kreisen sogar sehr gut, antwortet das Schleizer Landratsamt. Vor dem Hintergrund „der sich rasant verschärfenden Krise“ komme aber auch eine gut aufgestellte Behörde an ihre Grenzen.

Mit der Kontaktnachverfolgung seien derzeit „zirka 26 Personen“ beschäftigt. Das Gesundheitsamt werde von anderen Landratsamtsmitarbeitern sowie von Auszubildenden, Praktikanten und Ehrenamtlichen unterstützt.

Die Kreisverwaltung zähle samt nachgeordneter Einrichtungen zwar etwa 550 Beschäftigte. In die spezifischen Recherchen könne aber „nicht jede beliebige Person“ eingebunden werden, wenn verlässliche Ergebnisse erreicht werden sollen. Die Kontaktnachverfolgung sei bei Weitem nicht so einfach wie es scheine. Hier sei Fachpersonal erforderlich und Freiwillige sollten am besten medizinische Kenntnisse haben, so die Kreisverwaltung.

Zudem gehe es nicht nur um ausreichendes Personal. Eine erfolgreiche Kontaktnachverfolgung hänge auch von Faktoren wie die Erreichbarkeit oder die Verfügbarkeit persönlicher Daten ab.

Lage noch nicht schlimm genug, um Bundeswehr zu rufen

Nun werden die Gesundheitsämter anderenorts in Thüringen teils in Größenordnungen von Soldaten unterstützt. Warum bestellt die Schleizer Kreisverwaltung keine?

„Der Saale-Orla-Kreis hat die Bundeswehr bisher noch nicht zur Hilfe gerufen, weil die Gesamtsituation es – auch im Vergleich zu anderen Kreisen – bisher noch nicht notwendig gemacht hat“, antwortet das Landratsamt. „Sollte sich die Lage aber weiter verschärfen und eine Kontaktnachverfolgung mit eigenem Personal gar nicht mehr möglich sein, werden auch wir die Option Bundeswehr in Betracht ziehen“, heißt es.