SRH Wald-Klinikum Gera weist schwere Vorwürfe in Sachen Corona zurück

Gera.  Ein Mitarbeiter behauptet: Das Krankenhaus wolle möglichst wenige Corona-Patienten behandeln. Die Klinik dementiert mit Fakten.

Blick in den Eingangsbereich des SRH Wald-Klinikums Gera.

Blick in den Eingangsbereich des SRH Wald-Klinikums Gera.

Foto: Tino Zippel

Will das SRH-Wald-Klinikum Gera bewusst vermeiden, Corona-Patienten aufzunehmen, da sich die Behandlung wirtschaftlich nicht lohne? Diesen Vorwurf erhebt ein Mitarbeiter in einer Nachricht an unsere Zeitung. Doch das Klinikum weist das deutlich zurück. Alle Informationen im kostenlosen Liveblog.

Der Mitarbeiter schreibt, dass sich der Krankenhaus-Geschäftsführer Uwe Leder über das Finanzierungsgesetz ausgelassen habe. Durch die Aussetzung nicht notwendiger Operationen aufgrund von Corona sei es billiger, die Betten nicht zu belegen, statt mit Corona-Patienten. Das Krankenhaus habe deshalb reguläre Stationen geschlossen und Ärzte ins Home Office geschickt. Das sei ein Vorgang, der ethisch höchst unmoralisch sei, heißt es. Seinen Namen mag der Angestellte nicht in der Zeitung lesen – aus Angst um seinen Job.

Ein Bettenhaus für Corona-Patienten freigezogen

Doch was ist dran an dem Vorwurf? Kliniksprecherin Katrin Wiesner reagiert entsetzt. „Diesen Vorwurf können wir nicht im Geringsten nachvollziehen, das ganze Gegenteil ist der Fall“, sagt die Sprecherin. Täglich tage der Krisenstab, um für aktuelle Entwicklungen gewappnet zu sein. So habe das Klinikum das komplette Bettenhaus „Haus im Park“ leergezogen, um dort eine Corona-Station mit 136 Betten einzurichten. Maximal seien auch 270 Betten möglich, wenn zwei Patienten pro Zimmer untergebracht werden. Zusätzliche 36 Betten bekomme eine zusätzliche Corona-Intensivstation.

Ärzte und Verwaltungsmitarbeiter vorsorglich im Home Office

Alle verschiebbaren Eingriffe seien abgesagt worden. „Behandelt werden derzeit nur Notfälle und medizinisch dringliche Fälle, deren Verschieben ein Gesundheitsrisiko bedeuten würde, dazu gehören vor allem unsere Tumorpatienten“, sagt Wiesner. Die niedrige Kapazität führe dazu, dass derzeit in der Tat etwa 60 Mitarbeiter im Home Office arbeiten. Dies diene als Vorsichtsmaßnahme, um die Gefahr einer Infektion mit Corona zu minimieren, sagt Wiesner. Ein Teil des Personals bummle derzeit Überstunden ab. Ziel beider Maßnahmen sei, dass die Kräfte ausgeruht zur Verfügung stehen, sobald Bedarf aufgrund hoher Corona-Fallzahlen besteht.

Das Klinikum schult zudem 100 Ärzte und 80 Pflegekräfte in den Grundlagen der Intensivmedizin und Intensivpflege, um notfalls Corona-Erkrankte versorgen zu können. Aktuell behandelt das Klinikum zwei Corona-Patienten.