Thüringen mit bundesweit zweithöchstem Krankenstand

Weimar.  Rückenleiden, Erkältungen und psychische Erkrankungen sind nach Angaben der Krankenkasse DAK die häufigsten Gründe für Krankschreibungen in Thüringen

Medikamente und ein Fieberthermometer liegen auf einem Nachttisch. In Thüringen steigt in diesen Tagen die Zahl der Grippe-Fälle sprunghaft an.

Medikamente und ein Fieberthermometer liegen auf einem Nachttisch. In Thüringen steigt in diesen Tagen die Zahl der Grippe-Fälle sprunghaft an.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

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Die Thüringer haben vor allem Rücken, Atemwegserkrankungen und seelische Probleme: Das geht aus einer aktuellen Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor. Demnach geht in Thüringen mehr als jeder zweite Fehltag auf das Konto von Rückenleiden, Erkältungen und psychischen Erkrankungen. Eine Krankmeldung dauert im Schnitt 13 Tage.

Die Auswertung der Daten von rund 52.000 erwerbstätigen DAK-Versicherten im Freistaat hat aber auch ergeben, dass der Krankenstand in Thüringen im vergangenen Jahr bundesweit erneut der zweithöchste war. Noch mehr Krankentage gab es demnach nur in Sachsen-Anhalt. Allerdings teilt sich Brandenburg den zweiten Platz mit Thüringen, weil auch dort die Ausfallquote bei vergleichsweise hohen 5,3 Prozent lag (Bund: 4,2 Prozent).

Nach DAK-Angaben hat die Erhebung vor allem den Zweck, „Impulse für die Gesundheit der Beschäftigten zu geben“, wie Marcus Kaiser, Leiter der Landesvertretung in Thüringen, sagt. „Die Analysen helfen uns, noch gezielter beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement anzusetzen und Arbeitgebern konkrete Hilfe anzubieten.“ Damit solle längeren Ausfallzeiten vorgebeugt werden.

Muskel-Skelett-Erkrankungen sind der Erhebung zufolge für jeden fünften Ausfalltag verantwortlich – Platz eins in der Liste der häufigsten Krankheitsarten. Auf Rang zwei folgen psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 14,7 Prozent, auf dem dritten Platz Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis (14,3 Prozent).

Auf Thüringen rollt gerade die Grippe-Welle zu: Allein in der letzten Januarwoche wurden dem Robert-Koch-Institut 605 neue Fälle übermittelt, von denen das Gros (514) durch Labordiagnostik bestätigt wurde. Insgesamt wurden seit Beginn der Grippe-Saison im Oktober in Thüringen 1335 Influenza-Erkrankungen erfasst. Fast jeder zehnte Erkrankte musste stationär im Krankenhaus behandelt werden. Bislang ist in diesem Winter aber noch kein Thüringer an der Virusgrippe gestorben.

Zuletzt gab es Erkrankungshäufungen nicht nur in Kindergärten und Schulen, sondern auch in Kliniken in Jena und im Unstrut-Hainich-Kreis.

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