Zusage in weniger als 24 Stunden: Thüringer Klinik-Team versorgt Corona-Patienten in Italien

Erfurt.  Ärzte und Pflegekräfte aus einer Klinik in Jena helfen derzeit mit vier Beatmungsgeräten im Gepäck in der italienischen Lombardei aus.

Italienische Ärzte auf einer Intensivstation im San-Matteo-Krankenhaus.

Italienische Ärzte auf einer Intensivstation im San-Matteo-Krankenhaus.

Foto: Claudio Furlan / dpa

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Thüringen hilft mit bei der Behandlung schwerkranker Covid-19-Patienten in Italien: Wie das Thüringer Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilt, werden die Erkrankten allerdings nicht nach Thüringen geflogen. Vielmehr wird sich in den kommenden Tagen ein Team aus Ärzten und Pflegekräften des Universitätsklinikums Jena auf den Weg in die Lombardei machen. Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie in unserem Liveblog.

Das Ministerium und der Vorstand des Klinikums hatten zunächst geprüft, ob in Thüringen – wie in anderen Bundesländern – intensivtherapiepflichtige Patienten aufgenommen und versorgt werden können. Angesichts der hohen individuellen Belastung, die ein Transport nach Deutschland für die Patienten mit sich bringen würde, haben die Experten des Klinikums aber entschieden, stattdessen Hilfe vor Ort anzubieten. Mit dem Team sollen auch vier Beatmungsgeräte auf die Reise nach Italien gehen.

Live-Blog Coronavirus: 557 Infizierte - Vierter Todesfall - Thüringer helfen in Italien

Die Zusage ist innerhalb von nicht einmal 24 Stunden erfolgt: „Das macht mich sehr stolz“, sagt Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke), die am Montagvormittag eine entsprechende Anfrage an das Klinikum gerichtet hatte. Sie sei stolz darauf, dass Thüringen einen Beitrag zur Linderung der großen Not in Italien leisten wird: „Solidarität ist das Gebot der Stunde. Das gilt hier in Thüringen und das gilt auch im europäischen Maßstab. Wir können angesichts des Leidens in der Lombardei nicht still verharren.“

Gleichzeitig sei der Einsatz vor Ort für die Jenaer Mediziner und Pflegekräfte eine gute Möglichkeit, mehr über die durch das Coronavirus ausgelöste Erkrankung zu lernen. „Davon werden wir in Thüringen letztlich auch profitieren“, ist Werner überzeugt. Dem Team des Klinikums, das nach Ministeriumsangaben auch mit guten Italienisch-Kenntnissen aufwartet, könne sie gar nicht genug gedankt werden.

Den Kontakt zum italienischen Zivilschutz, der die Hilfe koordiniert, war über die Deutsche Botschaft in Rom geknüpft worden, die für das „großzügige Angebot aus Thüringen“ außerordentlich dankbar ist. Neben Thüringen unterstützen auch Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland das vom Coronavirus besonders gebeutelte Italien.

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