Uniklinik Jena testet Riechvermögen nach Covid-19-Erkrankung

Jena.  Wissenschaftler des Universitätsklinikums Jena erforschen die Auswirkungen einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus auf das Riechvermögen von Betroffenen.

Wie das Coronavirus auf das Riechvermögen auswirkt, untersuchen derzeit Wissenschaftler am Universitätsklinikum in Jena.

Wie das Coronavirus auf das Riechvermögen auswirkt, untersuchen derzeit Wissenschaftler am Universitätsklinikum in Jena.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Menschen, die eine Infektion mit Sars-CoV-2 überstanden haben, können ihr Riechvermögen in der Hals-Nase-Ohrenklinik in Jena untersuchen lassen, teilte das Klinikum am Dienstag mit. Die Beeinträchtigung beim Riechen und Schmecken sei eines der typischen Covid-19-Symptome. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Ein Großteil der Patienten berichtet den Wissenschaftlern zufolge schon in einer frühen Phase der Erkrankung von der Störung des Geruchs- und Geschmackssinns. Eine Schädigung oder der komplette Verlust des Riechvermögens sei auch als Folge anderer Virusinfektionen wie etwa schweren Erkältungen bekannt.

«Die von den Betroffenen beschriebene Schmeckstörung ist jedoch meist auf das fehlende Feinaroma von Nahrungsmitteln zurückzuführen, das über den Riechsinn wahrgenommen wird, der nun gestört ist», erläuterte Thomas Bitter von der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. «Uns interessiert vor allem die Dynamik: Wie läuft die Wiedererlangung des Riechvermögens ab, wie groß ist die Besserungsrate, und lassen sich Anzeichen für Risikogruppen erkennen.»

Getestet wird die Fähigkeit von Patienten, Gerüche wahrzunehmen und zu unterscheiden, mit Hilfe von standardisierten Riechstiften. Zusätzlich wird auch das Schmeckvermögen erfasst. Die Untersuchung dauert den Angaben zufolge eine halbe Stunde.