Vorerst keine Besuche in Wohngemeinschaft in Bad Lobenstein möglich

Bad Lobenstein.  Sämtliche Bewohner des Hauses sollen nach Corona-Infektionsfall am Mittwoch getestet werden

Für die Wohngemeinschaft im Haus „Reußischer Hof“ in Bad Lobenstein besteht die Befürchtung, dass es zu einem Coronaausbruch kommen könnte. Bei einer Seniorin ist das Virus nachgewiesen worden. Das Haus befindet sich nunmehr in Quarantäne.

Für die Wohngemeinschaft im Haus „Reußischer Hof“ in Bad Lobenstein besteht die Befürchtung, dass es zu einem Coronaausbruch kommen könnte. Bei einer Seniorin ist das Virus nachgewiesen worden. Das Haus befindet sich nunmehr in Quarantäne.

Foto: Peter Hagen

In der Wohngemeinschaft „Reußischer Hof“ in Bad Lobenstein hat es offenbar einen Infektionsfall mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 gegeben. Es sind umfangreiche Tests bei sämtlichen Bewohnern sowie den Mitarbeitern eines ambulanten Pflegedienstes vorgesehen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Insgesamt ist die Pandemielage im Saale-Orla-Kreis weiterhin überschaubar. Laut einer Mitteilung des Landratsamtes vom Dienstag hat es zwei neue Infektionsnachweise gegeben. „Da zeitgleich mehrere Personen aus der Statistik entfallen, liegt der Landkreis mit nun 24 nachgewiesenen Fällen innerhalb der letzten sieben Tage bei einer Inzidenz von 30 und damit wieder unter dem Grenzwert von 35 Fällen auf 100.000 Einwohner“, heißt es in der Mitteilung. Zu beachten sei allerdings, dass am Wochenende in der Regel nur wenig getestet werde.

Spitze eines Eisbergs befürchtet

Grund zur Sorge bereitet Amtsarzt Tosten Bossert unterdessen einer der beiden Infektionsnachweise. Schlimmstenfalls könne es sich hierbei um die „Spitze eines Eisbergs“ handeln, wie es heißt. Denn es handelt sich um eine Seniorin, die ihren Wohnsitz im umgebauten Gasthaus „Reußischer Hof“ hat. Laut Mitteilung des Landratsamtes habe die Frau deutliche Krankheitssymptome gezeigt. Da nicht auszuschließen ist, dass das Virus inzwischen in der Wohnstätte um sich greifen konnte, sollen alle Bewohner der aus zwei Wohneinheiten bestehenden Einrichtung am Mittwoch durch die kassenärztliche Vereinigung getestet werden. Zudem müssen sich sämtliche Beschäftigte eines ambulanten Pflegedienstes einem Test unterziehen, die mit der Frau in Kontakt waren.

Pflegedienst sieht unnötigen „Hype“

Beim ambulanten Pflegedienst „Gemeinsam Pflegen“ aus Ruppersdorf löste die Mitteilung am Dienstag Empörung aus. „Die Zahlen sind falsch“, wurde auf die vom Landratsamt erwähnten 24 Bewohner sowie 14 Mitarbeiter eingegangen. Zudem habe die Seniorin lediglich „milde Symptome“ gezeigt. „Die Frau ist sogar vom Krankenhaus abgewiesen worden und wieder in ihrer Wohnung“, ließ der Pflegedienst wissen. Von den Mitarbeitern des Pflegedienstes sollen lediglich jene getestet werden, die unmittelbar mit der infizierten Seniorin Kontakt hatten. Man könne nicht den „Hype“ verstehen, der in diesem Fall gemacht werde, so der Vorwurf.

Vorerst keine Besuche möglich

Unterdessen ist geregelt, dass in der Einrichtung zunächst verschärfte Vorkehrungen gelten und Besuche vorerst nicht möglich sind. „Die Angehörigen der Bewohner sind bereits informiert“, war vom Pflegedienst zu erfahren. Bad Lobenstein droht plötzlich ein Schwerpunkt im Infektionsgeschehen zu werden, nachdem es erst am Wochenende gleich vier Fälle gegeben hatte, bei denen durch Tests ein positiver Virennachweis erfolgte. Durch das Gesundheitsamt wurde in diesem Zusammenhang davor gewarnt, dass eine lückenlose Nachverfolgung der Kontakte zu anderen Personen kaum noch zu schaffen wäre. Dies sei jedoch wichtig, weil rechtzeitige Quarantänemaßnahmen derzeit die effektivste Möglichkeit darstellten, um die Pandemie unter Kontrolle zu behalten.

Weitere Entscheidungen am Donnerstag

Eine zweite gemeldete Neuinfektion im Saale-Orla-Kreis kam am Dienstag aus dem Einzugsbereich der Stadt Tanna. In diesem Fall sei der Test bei einer Frau positiv verlaufen. „Die Infektionsquelle war eine Familienfeier mit mehreren positiv getesteten Bürgern“, heißt es. Insgesamt gab es in diesem Jahr im Saale-Orla-Kreis bislang 265 Infektionsnachweise, in zwölf Fällen sind Patienten durch oder mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. An diesem Donnerstag will der Pandemiestab im Landratsamt über das weitere Vorgehen angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens entscheiden.

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