Weidaer Heimleiterin hofft auf erneutes Negativ-Ergebnis

Weida.  Am Donnerstag wiederholten Bundeswehr-Sanitäter aus Weißenfels die Corona-Tests in der neuen Seniorenresidenz „Am Markt“ in Weida.

Ein Notfallsanitäter des Bundeswehr-Sanitätsregiments 1 aus Weißenfels nimmt am Donnerstag in der Seniorenresidenz „Am Markt“ in Weida auch einen Abstrich von Annett Kahnt vom Pflegeteam.

Ein Notfallsanitäter des Bundeswehr-Sanitätsregiments 1 aus Weißenfels nimmt am Donnerstag in der Seniorenresidenz „Am Markt“ in Weida auch einen Abstrich von Annett Kahnt vom Pflegeteam.

Foto: Peter Michaelis

Alles lief wie angekündigt. Schon vor 8.30 Uhr trafen Donnerstag drei Bundeswehrsoldaten in der Seniorenresidenz „Am Markt“ in Weida ein, um nach den Massentests am ersten Maiwochenende einen Wiederholungstest bei allen Bewohnern und Mitarbeitern zu nehmen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Damals waren alle Ergebnisse in dem am 1. März vom Betreiber Senowa eröffneten Heim negativ. Eine Mitarbeiterin, die sich zuvor schon in Quarantäne befand, sei positiv getestet worden. „Doch sie war zu diesem Zeitpunkt schon länger nicht im Dienst“, berichtet Hausleiterin Anita Poppitz. „Trotzdem gab es Gerede, wir hätten das Virus im Haus. Das schadet uns, wo wir noch nicht voll belegt sind“, sagt die 41-Jährige.

Sie war froh, sich auf den Wiederholungstest für die derzeit 32 Bewohner und die 22 Mitarbeiter in Ruhe vorbereiten zu können. „Es war ganz entspannt und für die Bewohner, die weiterhin keinen Besuch bekommen dürfen, sogar eine Abwechslung“. Anfang Mai gehörte die Chefin zu jenen, die nach ihrem Frühdienst in der Reihe vor der Abstrichstelle im Landratsamt in Greiz wartete. Zwei Stunden. „Da hatte ich noch Glück, ich konnte mich unterstellen, andere mussten im Regen ausharren.“.

Dabei dauert ein Abstrich wenige Sekunden. Ein- und dasselbe Stäbchen wird dafür zuerst weit in den Rachenraum geführt, um dann auch in der Nase Schleimhaut abzustreichen. „Für uns ist der Wiederholungstest nicht verkehrt, wir wissen so, dass wir die Bewohner nicht gefährden“, sagt Pflegefachkraft Jamie-Lee Scharrenweber aus Langenwolschendorf, die am Donnerstag 24 Jahre alt geworden ist.

Soldaten loben gute Zusammenarbeit

Im Beratungsraum im Keller hatten sich ein Feldwebel und zwei Soldaten von der zweiten Kompanie des Bundeswehr-Sanitätsregiments 1 aus Weißenfels eingerichtet. Mit weiteren drei Bundeswehrangehörigen nehmen sie seit Dienstag in den sechs Anfang Mai kontrollierten Pflegeheimen und der Fachklinik für Geriatrie Ronneburg Abstriche. Von einer tollen Zusammenarbeit mit den Heimleitungen sprechen die Soldaten und von zu Scherzen aufgelegten Bewohnern. Im Bad Köstritzer Haus von Pflege mit Herz habe sich am Mittwoch als dort 125 Abstriche genommen wurden, ein alter Herr – wie bei der NVA gelernt – mit der Hand an der Schläfe zum Abstrich gemeldet.

Gegen halb zehn Uhr waren in Weida fast alle Mitarbeiter bis auf jene aus der Nachtschicht getestet. Damit konnte die erste Personaltüte schon ins Labor im Kreiskrankenhaus Greiz gebracht werden. Anschließend sollten die Bewohner getestet werden. Dafür wechselte der die Abstriche nehmende Notfallsanitäter und die beiden Einsatzsanitäter für jeden Wohnbereich die Schutzausrüstung. Anzug, Maske, Brille, Handschuhe.

Gewünschter Negativ-Test ist nicht selbstverständlich

Noch ist das Haus nicht voll bezogen. „Wir bitten Angehörige, einen Negativ-Test mitzubringen und isolieren die neu einziehenden Bewohner dann trotzdem zwei Wochen“, erzählt Frau Poppitz. „Es ist nur traurig, dass Hausärzte und Krankenhäuser sich sperren, weil die Kasse diese Tests nicht bezahlen würde“, erzählt sie und wundert sich laut: „Fußballer kriegen Tests bezahlt, den alten Leuten wird es verwehrt“. „Ich bin froh, dass ich eine Chefin habe, die darauf sieht“, sagt Pflegerin Scharrenweber. „Weil die Menschen ihr Leben gelebt haben, sind sie doch nicht weniger wert“, meint die 24-Jährige.

Jetzt hofft die Heimleiterin, dass auch diesmal alle Tests negativ ausfallen und sie innerhalb von 24 Stunden die Ergebnisse erhält. Jene vom ersten Maiwochenende erfuhr sie erst auf Nachfrage am 7. Mai. „Wir hätten das schon gern eher gewusst. Man macht sich doch Gedanken“.