Das Fliegenfischer-Paradies bei Saalfeld

Die Saale ist ein fantastisches Salmoniden-Gewässer. Bach- und Regenbogenforellen, Äschen und Bachsaiblinge tummeln sich in dem Fluss. Große Exemplare verfügen über enorme Kräfte im Kampf mit dem Angler.

Ein Fliegenfischer setzt in der Saale bei Kaulsdorf eine Wurf gezielt an. Zwischen dem Ausgleichsbecken in Eichicht und dem Gewässerabschnitt hinter Rudolstadt ist die Saale für Fliegenfischer ein ideales Fanggebiet.  Foto: Ulf Rathgeber

Ein Fliegenfischer setzt in der Saale bei Kaulsdorf eine Wurf gezielt an. Zwischen dem Ausgleichsbecken in Eichicht und dem Gewässerabschnitt hinter Rudolstadt ist die Saale für Fliegenfischer ein ideales Fanggebiet. Foto: Ulf Rathgeber

Foto: zgt

Saalfeld. Die Flugangelschnur streckt sich in der Rückwärtsbewegung in ihrer vollen Länge. Beim Wurf nach vorne rollt sie langsam auf die Wasseroberfläche. Am Ende der 14er-Vorfachschnur ist ein Kunstinsekt, die Fliege, befestigt. In kurzer Entfernung setzt sie leicht oberhalb der Stelle auf der Saale auf, wo eine Forelle, Nahrung aufnehmend, mit ihrem Maul wenige Augenblicke zuvor deutliche Ringe, wenn es ein größeres Exemplar ist, auch Wasserblasen hinterlassen hat.

Mit der Strömung schwimmt die auf der Wasseroberfläche aufgesetzte Trockenfliege auf den Fisch zu. Die Schnur liegt in der Hand des Fliegenfischers und ist gestrafft. Bei einem Biss ist der Bruchteil einer Sekunde nötig, um die Ruten-Spitze einzusetzen und an der Schnur so gefühlvoll und schnell zu ziehen, dass der Fisch an den Haken geht. Etwa bei 30 Prozent der Bisse gelingt der Anhieb.

Was dann folgen kann, ist Naturkraft pur. Besonders Regenbogenforellen springen, auch bei der Nahrungsaufnahme von Insekten, schon einmal bis zu einen Meter aus dem Wasser. Bei größeren Exemplaren, die in der Saale eine Länge von deutlich über 40 Zentimeter erreichen und über ein Kilo auf die Waage bringen, biegt sich die Fliegenrute erheblich.

Zehn oder auch 20 Meter Schnur abziehen - keine Seltenheit. Den Fliegenfischer umrunden oder versuchen, durch die Beine zu schwimmen, um loszukommen - oft passiert. Ein Drill erstreckt sich schon einmal über eine drei Viertel Stunde.

Das Fliegenfischen ist eine Kunst und die Krone der Angelei. Nur für mehrere hundert der über 30"000 Angler in Thüringen ist es eine Passion. Technik und Können gepaart mit Reaktionsschnelligkeit sind Voraussetzungen dafür, einen Salmonidenfisch an den Haken zu bekommen. Die versierten Fliegenfischer binden ihre Kunstinsekten selber. Gefischt wird auch mit Nassfliegen, die ein versinkendes, oder Nymphen, die ein vom Gewässergrund aufsteigendes Insekt imitieren.

Die Saale ist ein schöner, wilder Fluss, der in seinem natürlichen Bett eingebunden ist. Wer einmal inmitten dieser Szenerie gestanden und den mit sich im Wasser spiegelnden Bäumen und Sträuchern gestanden hat, den Geruch genossen, tief eingeatmet, die Vögel zwitschern gehört und den Nutria wenige Meter vor sich schwimmen gesehen hat, möchte nicht mehr davon lassen. Kaum ein Gewässer in der Umgebung bietet, gerade aufgrund der Breite des Flusses, derart ideale Bedingungen für das Flugangeln.

Einer der besten Fliegenfischer Saalfelds, Guido Weltrich, hat einmal auf der Terrasse des Anglerheims des Vereins Saalfeld Süd sitzend verträumt auf die Saale geblickt. "Das ist mein Wohnzimmer", sagte der Hotelier, der Fliegenfischer aus anderen Regionen Deutschlands beherbergt und ihnen auch Kenntnisse vermittelt. Auch für mich ist die Saale von Mai bis September mein Wohnzimmer.

Zu den Kommentaren