Waldjugendspiele: Grundschüler des Saale-Holzlandes erkunden das Großgrün

Kleineutersdorf  Erholungs-, Schutz- und Nutzort Wald: Der Thüringen-Forst bildet bei den Waldjugendspielen Viertklässler aus dem Saale-Holzland-Kreis weiter, das war Unterricht zwischen Jagdanlage und Eichenstämmen.

Waldarbeiter Andreas Meiling (links) und Förster Thomas Haudek vermitteln den Viertklässlern bei den Waldjugendspielen an der Jagdanlage Rieseneck, welche Baumarten im Wald wachsen.

Foto: Katja Dörn

Das ist jetzt aber schwierig. Selbst die Lehrerinnen runzeln mit der Stirn, als sie das Stück Baumstamm betrachten. Die dicke Rinde fügt sich fast sternförmig um den Stamm, den ihnen Waldarbeiter Andreas Meiling zum Schnüffeln hochhebt. Der Geruch ist kräftig, aber so recht klingelt es noch nicht. „Es blüht auch prächtig“, sagt Meiling. Aha! Auch ein Viertklässler kann schließlich auflösen: Robinie.

Dass es um das Verständnis, was im Wald wächst und lebt, nicht so schlecht gestellt ist, bewies der Nachwuchs aus dem Saale-Holzland-Kreis am Donnerstagmorgen. 335 Viertklässler und 15 Kinder aus der Tagesstätte in Freienorla nahmen wieder an den Waldjugendspielen bei Hummelshain teil, die das Forstamt Jena-Holzland mithilfe von Sponsoren auf die Beine gestellt hat. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald unterstütze den Tag ebenfalls, erklärt Organisatorin Karolin Born.

Die Jagdanlage Rieseneck musste für die diesjährigen Spiele zur Sicherheit gesperrt werden, Wespen schwirren dort en masse herum. Das tat dem Tag aber keinen Abbruch. An sieben Stationen konnten die Kinder ihr Wissen in Sachen Wald testen und verinnerlichen, ohne dass Stuhlreihen und Tafeln nötig sind.

Da wurden Tiere und Pilze erspäht und eingeordnet, aber auch forstwirtschaftliche Dinge erklärt. Holzstämme konnten beispielsweise akkurat und platzsparend gestapelt werden.

„Wir haben hier einen integrativen Ansatz in der Forstwirtschaft“, erklärt Forstamtsleiter Bernhard Zeiss, der Nutzen, Schutz und Erholung umfasst. Dies wird spielerisch an die Kinder weitergegeben. Denn was oftmals wildromantisch verdrängt wird: Der Wald ist auch ein wichtiger Ort für die Holzproduktion, die sich nicht unsichtbar gestalten lässt.

Zeiss führte Thüringens Umweltstaatssekretär Olaf Möller herum, der urteilte: „Die Waldjugendspiele sind sehr wichtig.“ Er plädierte in Zeiten, in denen die Digitalisierung als heiliger Gral gesehen werde, für eine „Analogisierungskampagne“. Die Kinder wüssten schließlich, wie sie mit Smartphone & Co. umgehen – aber wie schaut‘s mit der Natur aus?

Das Land fördere den Tag insofern, dass es dem Thüringen-Forst Zuschüsse von 30 Millionen Euro jährlich gewährt, die für hoheitliche Aufgaben und auch Waldpädagogik in ganz Thüringen eingesetzt werden.

Klaus Schirmer, Bürgermeister von Kleineutersdorf, schaute sich die Spiele ebenso an wie Landrat Andreas Heller und nutzte den Moment für eine Klarstellung. Jagdanlage und Waldgebiet gehören nicht, wie oft behauptet, nach Hummelshain, sondern in die Gemarkung Kleineutersdorf. Der Freundeskreis Rieseneck pflegt das Kulturdenkmal.

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