Nachgehakt

Wegweiser zum Ferberturm in Gera wird vermisst

Gera.  Zwei Leser haben inzwischen angefragt, wo das hölzerne Hinweisschild abgeblieben ist. Das Original ist eingelagert aber altersschwach.

Der Rest vom Wegweiser zum Ferberturm in Gera steht an der Bushaltestelle „Schillerstraße“ in der Ludwig-Jahn-Straße Gera.

Der Rest vom Wegweiser zum Ferberturm in Gera steht an der Bushaltestelle „Schillerstraße“ in der Ludwig-Jahn-Straße Gera.

Foto: Sylvia Eigenrauch

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein Stummel im Stahlkasten ist noch übrig. Er steht gegenüber der Einmündung der Schillerstraße. Wer sie hinauf läuft oder fährt, kommt zum Ferberturm. Ihm galt der hölzerne Wegweiser, der schon mehr als ein Jahr nicht mehr an seinem Platz stehen soll. Leser vermissen ihn. Gilbert Weise und Günter Naumann fragten deshalb in der Redaktion nach.

Im Rathaus wusste man, dass sich die Otegau Arbeitsförder- und Berufsbildungszentrum GmbH Gera der Holzkonstruktion angenommen hat. „Sie waren in traurigem Zustand. Beide liegen getrocknet und gereinigt bei uns“, erklärte Sascha Neudert, Bereichsleiter Stadt und Umwelt. Von zwei Wegweisern spricht er, weil man einen ähnlichen am Eingang zum Martinsgrund barg als dort das erste Stadtwaldtor aufgebaut wurde. „In Höhe des Prellbocks der Parkeisenbahn stand er und wies zum nahen Dahliengarten“, erzählt Neudert.

Im Rahmen der Grünwerkstatt waren die geschnitzten Wegmarken schon wiederholt Thema und sind „nicht aus dem Fokus“, versichert der Otegau-Bereichsleiter. Nur finde sich in der Holzwerkstatt derzeit niemand, der Schrift und Löwe schnitzen und so die Originale nachbilden kann. Trotzdem versprach er, dass die Arbeiten im ersten Quartal 2020 erledigt werden und es so einen Ersatz für „ein Stück Gera“ geben wird.

Aufgestellt hatte die Wegmarken einst der Geraer Verschönerungsverein. Das muss Ende der 1920er-Jahre gewesen sein. Peter Große, Kenner von Gera und unter dem Namen Pit Eremit als Zeichner Geraer Ansichten bekannt, weiß von dieser Geschichte. Er war es auch, der mit zwei Freunden Ende der 1960er-Jahre den abgefaulten Wegweiser in der Ludwig-Jahn-Straße mit auf ein Fahrrad lud und ihm beim Schlosser zu dem Stahlkasten verhalf, der jetzt noch an der Bushaltestelle gegenüber der Einmündung zur Schillerstraße steht.

„Wenn sich gar keiner findet, der das macht, dann übernehme ich das Schnitzen“, sagte er unserer Zeitung. „Nur ausladend genug muss das Schild sein“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.