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Stand-up-Paddling: Fünf Einsteiger-Boards im Test

Berlin.  Ganzkörpertraining oder Entspannung auf dem Wasser: Stand-up-Paddling ist total beliebt. Wir haben fünf Einsteiger-Modelle getestet.

Geheimtipps an Nord- und Ostsee

Die deutsche Küste hat tolle Orte, an denen sich super Urlaub machen lässt. Es muss nicht immer der Timmendorfer Strand oder Warnemünde sein. Im Video gibt es die besten Geheimtipps an der Nord- und Ostsee.

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Stand-Up-Paddling, kurz SUP ist cool. Man steht auf einem Brett und bewegt sich übers Wasser – entspannt oder sportlich, allein oder in der Gruppe. IMTEST, das Verbrauchermagazin der Funke Mediengruppe, hat gemeinsam mit dem Experten Philipp Heindl fünf Boards unter die Lupe genommen.

Das sind sie: Decathlon Itiwit X100, Explorer Sunshine, Active Touch 3155, Easymaxx/Private Beach und Bestway HuaKa’i.

Doch erstmal ein paar Tipps zu Beginn:

  • Boards können platzen. Liegt das Brett länger ungenutzt am Ufer, muss der Luftdruck reduziert werden. Auch die Hauptfinne ist empfindlich und mag es nicht, wenn das Brettgewicht auf ihr lastet: Sie kann dauerhaft krumm werden.
  • Boards sind nur für Schwimmer geeignet. Das wiederholte Aufklettern nach Stürzen erfordert Fitness. Der Kraftaufwand hierfür ist nicht zu unterschätzen, Ungeübten geht schnell die Puste aus.
  • Um die Basics zu Handling und Manövern richtig zu erlernen, ist ein Anfängerkurs bei einer SUP-Schule ratsam. Der kostet zwischen 25 und 45 Euro und danach macht der erste Törn mit dem eigenen Brett doppelt so viel Spaß!

Das ideale Stand-up-Paddling-Anfängerbrett

Das ideale Anfängerbrett sollte eine gemäßigte Form haben: Nicht zu lang und gestreckt und nicht zu kurz und gerundet. Dann funktionieren Manöver und stabiler Geradeauslauf gleichermaßen. Schwere Menschen sollten sich kein schmales Drei-Meter-Brett zulegen. Und zierliche Personen haben auf einem überbreiten 3,3-Meter-Board mehr Mühe als Spaß.

Die Boards erhalten ihre Stabilität durch etwa ein Bar Luftdruck. Damit sich das Board nicht in einen Ball verwandelt, sind Ober- und Unterdeck durch vertikale Kunstfasern miteinander verbunden. Zur Formstabilität tragen zudem mehrlagiger Aufbau, zusätzliche Materialbahnen sowie Verstärkungen an den Kanten bei.

Bei zweilagigen Boards gilt die Fusion-Technik (wie bei Explorer) mit unter Hitze verschweißten Schichten grundsätzlich als haltbarer und zugleich leichter als die Klebetechnik. Eine weitere Besonderheit stellt das Doppelkammer-System wie bei Active Touch dar: Hier besteht das Board aus zwei voneinander unabhängigen Kammern. Wird ein Körper beschädigt, ist nicht das gesamte Board platt.

SUP: Diese Ausstattung sollten Boards haben

Standfläche, Griffe, Beschläge, Gepäcknetz, Ventile und Finnen sind die Stichworte. Die Standfläche sollte groß und rutschfest sein. Hinsichtlich der Größe gibt es bei keinem Hersteller Grund zur Klage, bei der Rutschfestigkeit hingegen schon: Hier zeigen sich Unterschiede in der Materialwahl, aber noch deutlicher bei der Struktur.

Je tiefer das Profil eingeschnitten ist, desto trockener und sicherer stehen die Füße. Auf der Oberseite aller Bretter ist mittig ein Handgriff aus gepolstertem Gurtmaterial angebracht. Damit wird das Brett auch getragen, was so bei etwa zehn Kilogramm Gewicht auch weniger kräftigen Personen möglich ist. Manchmal findet sich im hinteren Bereich eine weitere Haltemöglichkeit (etwa bei Bestway). Das ist sehr praktisch, wenn man vom Heck her wieder an Deck ziehen muss.

SUP-Sicherungsleine aus Edelstahl statt Kunststoff

Die Befestigungspunkte für das Gepäcknetz, eine Abschleppleine oder die am Bein getragene Sicherungsleine sollten aus witterungsbeständigem Edelstahl gefertigt sein. Kunststoffringe wie bei Bestway können brechen und altern unter UV-Strahlung. Unter dem Gepäcknetz am Bug lässt sich eine wasserdichte Tasche mit Wertsachen stauen. Je größer die Fläche ist, desto sicherer ist das Gepäck aufgehoben. Easymaxx bietet hier sehr viel Platz.

Zwei sensible Punkte sind das Ventil und die Finne. Da Ventile oft undicht werden und Finnen brechen können, ist Standardware mit gängigen Abmessungen und Befestigungssystemen, insbesondere in entfernten Urlaubsregionen, einfacher zu ersetzen als spezielle Eigenkonstruktionen.

SUP: Leash-line, Pumpe und Länge

Als wichtiges Zubehörteil gilt die Leash-line: Ist diese Verbindung zwischen Paddler und Board zu dünn, kann sie im Extremfall reißen. Active Touch und Easymaxx haben sich für vergleichsweise dünnes Material entschieden.

Auch Tasche, Pumpe, Paddel und das Reparaturset verdienen einen genauen Blick: Die als Rucksack konstruierte Tasche sollte robust sein und breite Schulterriemen mit Brust- und Bauchgurt haben. Griffe erleichtern das Handling, eine Kleinteiletasche und außenliegende Einsteckmöglichkeiten für Pumpe oder Paddel sorgen für Ordnung.

Unterschiede bei Bretthärte und Griffen der SUPs

Eine Pumpe lässt sich mit großen, ergonomischen Griffen und großen Fußteilen sicher bedienen. Wenn die Druckskala farblich den korrekten Bereich signalisiert (Active Touch), ist das ein Plus. Wichtig ist auch die Funktion „deflate“, mit der Luft aus dem Brett gesaugt wird. Das Paddel ist bei allen Herstellern gut in der Länge variierbar.

Unterschiede gibt es bei der Blatthärte, den Griffen (idealerweise groß und strukturiert) und dem Steckmechanismus der mehrteiligen Stiele. Wenn es mal zu einem Leck kommt, ist ein vollständiges Reparaturset wichtig. Leider fehlt teilweise der Klebstoff, und bei Bestway liegen die Flicken lediglich in einer Plastiktüte bei. Zwar lassen sich ohnehin nur kleinere Löcher bis 3 Millimeter (nicht an Nähten) abdichten, aber der Versuch sollte möglich sein. Klappt das nicht, hilft die Fachwerkstatt für 50 bis 75 Euro.

IMTEST hat fünf aktuelle SUP-Einsteiger-Bretter getestet:

Decathlon / Itiwit X100 Touring: Ohne Pumpe/Paddel kostet das Brett 350 Euro. Weil es lang und breit ist, eignet sich das Einkammer-Board als gutes Einsteigermodell. Es verfügt über gute Fahreigenschaften, der Geradeauslauf ist allerdings etwas nervöser. Es hat eine sehr gute Standfestigkeit, ist kippstabil und wendig. Pumpe (30 Euro) und Paddel (35 Euro) müssen allerdings separat dazugekauft werden.

Bestway / Huaka’i 65330: Das Einkammer-Board ist zwar eher kurz, dafür aber komfortabel breit und kostet 370 Euro. Die Fahreigenschaften zeigen sich durchwachsen. Insgesamt ist ordentlich ausgestattet und sehr robust. Finne und Ventil sind jedoch keine Standardware. Die Oberfläche ist etwas rutschig.

Explorer / Sunshine: Ohne Leashline kostet das Board 499 Euro. Kurz aber eher breit ist das kippstabile Einkammer-Brett aufwendig (Fusion) und doppellagig verarbeitet. Das Board ist bauartbedingt sehr langlebig und in dieser Form einmalig im Testfeld. Das Zubehör allerdings ist unvollständig, das Paddel recht weich und das Deck rutschig.

Active Touch 3155: Mit 222 Euro ist das kurze Doppelkammer-Boards recht preisgünstig mit guter Standfläche, aber kippelig. Abstriche gibt es deshalb bei der Ausstattung. Denn es ist vergleichsweise kurz und schmal, die Sicherungsleine etwas dünn. Die Bauart jedoch erhöht die Sicherheit, ein Kajaksitz erweitert den Einsatz.

Easymaxx / Private Beach 06900: Lang aber schmal fährt das Brett passabel geradeaus. Manöver hingegen sind nicht so gut berechenbar. Die sehr rutschfeste Oberfläche sorgt für sicheren Stand. Das Zubehör ist teilweise sehr einfach, die Ausstattung nicht hochwertig. Kostenpunkt: 449 Euro.

Fazit:

Die Entscheidung ist eindeutig ausgefallen, das Decathlon Itiwit X100 holt sich mit einer Kombination aus guten Fahreigenschaften, befriedigender Brettausstattung und ebensolchem Zubehör den Testsieg. Es kostet etwa 350 Euro ohne Paddel und Pumpe. Inklusive muss man etwa 415 Euro ausgeben.

Drei Kandidaten im Mittelfeld liegen eng beisammen – Explorer Sunshine (499 Euro), Active Touch 3155 (222 Euro) und Easymaxx/Private Beach 06900 (449 Euro).

Als Preis-Leistungssieger kann das Bestway HuaKa’i (370 Euro) dank gutem Zubehör sowie befriedigender Brettausstattung und Fahreigenschaften punkten.

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