Kindeswohl gefährdet? Erzieherinnen aus Nimritzer Kindergarten befragt

Gera/Nimritz  Während die Hauptverhandlung am Verwaltungsgericht, in der über die Rechtmäßigkeit der Suspendierung entschieden wird, noch läuft, wurden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die zwei Erzieherinnen im Nimritzer Kindergarten eingestellt.

Plakat vor dem Kindergarten Nimritz.

Plakat vor dem Kindergarten Nimritz.

Foto: Marcus Cislak (Archiv)

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen zwei Erzieherinnen der kommunalen Kindertagesstätte Zwergenland aus Nimritz (Saale-Orla-Kreis), denen Kindeswohlgefährdung vorgeworfen wurden, sind eingestellt.

Einem entsprechenden Antrag muss nur noch das zuständige Amtsgericht zustimmen. Das teilte die Rechtsanwältin Sabine Kraft-Zörcher als Vertreterin der Gemeinde Nimritz mit und wurde von Rechtsanwalt Arne Dorow, Verteidiger der beiden Erzieherinnen, bestätigt. Das Verfahren soll gegen eine Geldauflage von jeweils 300 Euro zu Gunsten einer gemeinnützigen Einrichtung eingestellt werden, die beiden Frauen seien damit einverstanden.

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Die Verfahrenseinstellung wurde am Dienstag auch im Laufe einer Verhandlung vor der 6. Kammer des Verwaltungsgerichtes Gera vom Vorsitzenden Richter Siegfried Sobotta erwähnt. In einer recht zeitaufwendigen Beweisaufnahme wurden seit 9 Uhr die beiden beschuldigten Erzieherinnen gehört, die vor dem Verwaltungsgericht allerdings als Klägerinnen auftreten und sich hier gegen ihre vom Freistaat Thüringen verhängten Berufsverbote wehren.

Nach einer verspäteten Mittagspause soll ab 14 Uhr eine der beiden jüngeren ehemaligen Erzieherinnen gehört werden. Sie hatten die Ermittlungen ins Rollen gebracht, außerdem die Leiterin des Kindergartens und eine erste Kindesmutter.

Das verwaltungsgerichtliche Verfahren beobachten rund 20 Eltern von Kindern aus dem Nimritzer Kindergarten, wobei sie sich mit einem Button an der Brust mit den beiden beschuldigten Erzieherinnen solidarisch zeigen.

Chronologie

  • Am 22. März meldeten zwei jüngere ehemalige Erzieherinnen, dass im Nimritzer Kindergarten das Kindeswohl gefährdet werde.
  • Am 28. März wird das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport informiert, das mit einem Bescheid vom 3. Juni zwei beschuldigten Erzieherinnen untersagt, ihre Tätigkeiten auszuüben.
  • Dagegen haben die beiden Frauen am 4. Juni Klage am Verwaltungsgericht Gera mit dem Ergebnis eingereicht, dass eine nach einer Eilentscheidung vom 11. Juli wieder arbeiten darf, die andere aufgrund schwerer wiegenden Vorwürfe aber nicht.
  • Die am 15. August eröffnete Hauptverhandlung wird heute sowie am 26. September und 1. Oktober mit Zeugenbefragungen fortgesetzt.

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