Rita Müller mit neuer Ausstellung im Jentower

Jena  Rita Müller hat auch nach ihrem 80. Geburtstag noch viele Ideen fürs Malen

Die Jenaer Malerin Rita Müller mit einer ihrer abstrakten Stadtansichten.

Die Jenaer Malerin Rita Müller mit einer ihrer abstrakten Stadtansichten.

Foto: Michael Groß

Ein Leben ohne Bilder, ohne Pinsel, Staffelei und Leinwand und vor allem ohne Farben – all das wäre für Rita Müller unvorstellbar. Daran wird sich auch nichts ändern, nachdem sie im September ihren 80. Geburtstag feiern konnte.

„Ich fühle mich frisch und voller Ideen und Tatendrang“, erzählt die vitale Frau, die mehr als die Hälfte ihre Lebens schon aktiv malt. Einen Eindruck davon kann man jetzt im Foyer des Jentowers gewinnen, wo Rita Müller mit 34 Bildern einen kleinen Einblick in ihr malerisches Schaffen ermöglicht. An der Ecke zwischen Foyer und Fahrstühlen des Intershopturms ist ja ohnehin schon seit längerem eine ständige Info-Vitrine der Malerein eingerichtet.

Natürlich ist das nur ein Bruchteil dessen, was sie bisher alles gemalt hat. So um 600 Aquarelle und 150 Ölbilder sind es schon geworden, die sie geschaffen hat und bei ihr zu Hause in Jena-Nord schlummern.

Gemalt hat sie aber noch mehr, und zahlreiche Werke fanden interessierte Käufer. Auch die zurzeit im Jentower präsentierten Bilder sind käuflich. Ebenso entstanden einige Auftragswerke in ihrem bisherigen Schaffen, so etwa die großformatigen Jena-Bilder für Jenawohnen im Wohnhaus Am Rähmen 27 oder für das Seniorenzentrum der Heimstättengenossenschaft in der Franz-Kugler-Straße.

Es war die Zeit, als die ursprünglich ausgebildete Technische Zeichnerin 1978 von Schwerin nach Jena kam und an der damaligen Magnus-Poser-Schule (heute Montessorischule) Lehrerin für Kunst, Sport und Werken wurde. Damals begann sie zu malen, oft auch gemeinsam mit ihren Schülern.

Dem Weitergeben künstlerischer Techniken und Anschauungen ist sie nach ihrem Abschied aus dem Schuldienst treu geblieben. Seit Jahren gibt sie an der Jenaer Volkshochschule Kurse für interessierte Laienmaler. Mit ihnen gemeinsam hat sie auch im September ihren 80. Geburtstag gefeiert. Ein schönes Erlebnis, wie sie berichtet.

Sie bekomme aber auch oft zu hören, dass die Menschen besorgt seien, Rita Müller könnte wohl bald aufhören mit der Malerei. Aber solche Sorgen möchte sie zerstreuen. In ihrem kleinen Atelier entstehen immer wieder neue Bilder, mit denen sie Gesehenes und Erlebtes künstlerisch umsetzen und Gefühle ausdrücken, aber dem Betrachter auch Spielraum lassen möchte, um in den Bildern eigenen Gedanken nachzugehen.

Beim Betrachten der Bilder im Jentower lässt sich dieser Anspruch gut nachvollziehen. Da sind abstrakte Bilder wie „Afrikanische Klänge“ oder „Schatzsuche“ genauso zu finden wie Landschaften an der Ostsee („Farbenspiel am Meer“) oder auch das Gruppenbild „Kinderfreundschaft“. Wie man von Rita Müller auch gewohnt ist, haben die Bilder allesamt eine magische Ausstrahlungskraft durch ihre leuchtenden Farben. Hier experimentiert sie oft und gern und lässt schon allein mittels der Farben eine Brücke zum Betrachter entstehen. Gern würde sie sich auch darüber mit interessierten Betrachtern unterhalten.

Wer Rita Müller begegnen möchte, kann das am Samstag, 24. November, ab 11 Uhr im Foyer vom Jentower tun.