Segen als Alternative zur Jugendweihe in Thalbürgel

Thalbürgel  Klosterkirche wird als Veranstaltungsort bereits geschätzt – Vorstellungen sind mediengeprägt, das Ergebnis würdevoll

Auch in Zukunft ein Ort für Segensfeiern: Die Klosterkirche in Thalbürgel.

Auch in Zukunft ein Ort für Segensfeiern: Die Klosterkirche in Thalbürgel.

Foto: Marco Kneise

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Sie war eine Premiere in der Klosterkirche Thalbürgel: die Segensfeier für Anja und Ines am 11. Mai. Die beiden jungen Frauen haben mit ihrer Familie ihren Lebensweg in den Blick genommen und Wünsche für die Zukunft formuliert, Ehrenamtliche haben das mit ihnen erkundet.

Vergleichbare Angebote sind weit entfernt

„Immer weniger Menschen sind kirchlich gebunden“, sagt der Bürgeler Pfarrer Eckhard Waschnewski im Nachgang. Trotzdem gebe es oft ein „Bedürfnis nach etwas Heiligem“. Das betrifft nicht nur Segnungen von Jugendlichen zu einer ähnlichen Zeit wie Konfirmation oder Jugendweihe. Auch in anderen Situationen kann eine Segnung der richtige Weg sein, findet der Pfarrer. „Auch Brautpaare wünschen sich das, selbst wenn beide nicht in der Kirche sind.“

Bisher gibt es eine vergleichbare Segensfeier im katholischen Dom der Landeshauptstadt Erfurt, die evangelische Kirche habe in Halle ein Angebot aufgelegt. „Das ist in der Kirche auch nicht unumstritten“, räumt Waschnewski ein.

Die Klosterkirche werde in der Region nicht zuletzt durch viele Veranstaltungen und Konzerte als offener Ort gesehen und könne auch aus Sicht von Bewohnern der nahe gelegenen Stadt Jena als neutraler Standort gelten – gerade dort habe man Bedarf für derartige Segenshandlungen wahrgenommen.

Manche Vorstellung kommt aus dem Kino

Voraussetzungen für einen Segen gibt es nach Auskunft Waschnewskis nicht. „Wir haben aber in unserer Arbeitsgruppe mit Jan Köber und Susanne Raab zusammen mit den Mädchen gekocht“, berichtet er. Auch dabei sei die Ausgestaltung der Feier erörtert worden – bis hin zur Kleidungswahl des Pfarrers selbst – Anzug mit Krawatte statt Talar. Die Vorstellungen zur Feier seien von medial erzeugten Vorstellungen geprägt gewesen. Wie in einer Filmhochzeit hätten die Mädchen in die Kirche einziehen wollen. „Wir haben ganz normale Musik gespielt, die junge Leute heute hören“, sagt Waschnewski. Er kenne sich da nicht so genau aus. Zusammen mit den Angehörigen und Freunden habe man aber eine würdevolle Segenshandlung auf die Beine gestellt. Zeitlich soll die auch in Zukunft im Frühjahr angesiedelt sein – auch wegen der Nähe zu Konfirmation oder Jugendweihe.

Eltern und Jugendliche, die Interesse für das nächste Jahr haben, können sich per E-Mail an das Pfarramt unter buergel.pfarramt@t-online.de wenden. Im September findet ein Informationsabend für die Segensfeier im Frühjahr 2020 statt.

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