21 Infektionen in Pflegeheim: Quarantäne und stündliche Fiebermessungen

Triptis.  Die Fälle im Pflegeheim in Triptis verteilen sich auf Belegschaft und Bewohner. Der Gesundheitszustand der Bewohner war über Nacht stabil, eine Bewohnerin ist im Krankenhaus.

Die Awo-Seniorenresidenz in Triptis.

Die Awo-Seniorenresidenz in Triptis.

Foto: Martin Schöne

Die Befürchtungen, die nach der ersten bestätigten Corona-Infektion einer Mitarbeiterin der Senioren-Residenz der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Triptis im Saale-Orla-Kreis aufkamen, haben sich bestätigt. Insgesamt 17 neue Infektionen mit SARS-CoV2 wurden gemeldet. Zuvor waren schon vier Mitarbeiter positiv getestet. Alle aktuellen Infos im Corona-Liveblog

Wie das Landratsamt in Schleiz mitteilt, wurden sieben Mitarbeiter und zehn Bewohner des Seniorenheims positiv getestet. Die Situation habe sich damit spürbar verschärft.

Eine Bewohnerin wurde nach Angaben der Awo am späten Donnerstagabend ins Krankenhaus in Greiz gebracht. Über Nacht blieb die Situation stabil. „Bei keinem der Bewohner hat sich der Gesundheitszustand verschlechtert. Es gibt keinen Grund, die Senioren ins Krankenhaus zu stecken“, sagte Torsten Bossert, der Leiter des Pandemiestabs des Landratsamtes.

Eine weitere Lageanalyse der Gesundheitsbehörde mit der Awo-Leitung erfolgt im Laufe des Vormittags.

Jetzt sollen die jeweiligen Hausärzte die Bewohner vor Ort untersuchen. Das Landratsamt liefert dafür Schutzausrüstung nach Triptis.

Stündliche Fiebermessungen im Seniorenheim

Auch in der Awo-Seniorenresidenz wurden weitere Maßnahmen getroffen, um den Gesundheitszustand der betroffenen Bewohner genau beobachten. Unter anderem gibt es Sichtkontrollen im 15-Minuten-Rhythmus und stündliche Fiebermessungen. Auch Blutdruck und Puls werden regelmäßig gemessen. Das Personal ist angewiesen, in der Einrichtung grundsätzlich Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Keine Veranlassung für Abriegelung von Triptis

Dass die Stadt Triptis wegen der Häufung der Corona-Fälle abgeriegelt wird, wie es beispielsweise in Neustadt am Rennsteig gehandhabt wurde, ist nicht zu befürchten. „Dafür gibt es keine Veranlassung“, sagt Landrat Thomas Fügmann. Seit Mitte des Monats gebe es in der Einrichtung hohe Sicherheitsmaßnahmen, die unter anderem ein Besuchsverbot beinhalten. Damit standen die Heiminsassen lediglich mit den Mitarbeitern in direktem Kontakt, deren Wohnorte sich auf ein großes Einzugsgebiet verteilen.

Die Situation an der Seniorenresidenz der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Triptis hat sich seit dem Vormittag nicht verändert. Am Donnerstagabend erreichte den Fachdienst Gesundheit des Landratsamtes in Schleiz die Nachricht, dass sich sieben Mitarbeiter und zehn Bewohner der Einrichtung mit SARS-CoV2 infiziert haben und an Covid-19 erkrankt sind. Unabhängig davon wurden im Vorfeld bereits vier weitere Personen aus der Belegschaft des Seniorenheims positiv getestet. Das ist auch der aktuelle Stand.

„Weitere Tests sind aufgrund der derzeitigen Situation nicht erforderlich. Es gibt keine neuen medizinischen Aspekte“, informiert Bossert am Freitagnachmittag.

Wohlwollend nahm er zur Kenntnis, dass die ärztliche Versorgung der Heimbewohner dank des freiwilligen Einsatzes dreier Kassenärzte für das Wochenende gewährleistet werden kann. Auch die nötigen Pflegekräfte stehen trotz der Infektionen innerhalb der Belegschaft und der dadurch entstandenen, angespannten Personalsituation zur Verfügung, heißt es in einer Mitteilung.

Für Rückfragen zum Thema Corona bleiben die Telefone der Bürgerhotline im Landratsamt in Schleiz – Telefon (03663) 488 888 – jeweils von Montag bis Freitag von 8 bis 18 sowie Sonnabend und Sonntag von 9 bis 13 Uhr erreichbar. Schriftliche Anfragen können via E-Mail an buergerhotline@lrasok.thueringen.de gestellt werden.

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