Tierärztlicher Notdienst für Hund, Katze und Co. in Thüringen verbessert

Erfurt.  In immer mehr Regionen Thüringens werden Besitzer von kranken oder verletzten Kleintieren zentral vermittelt.

Hilfe für kranke Hunde, Katzen und Co.: Über eine zentrale Rufnummer werden hilfesuchende Kleintierbesitzer in Thüringen nach Feierabend sowie an Wochenenden und Feiertagen an den tierärztlichen Notfalldienst ihrer Region vermittelt.

Hilfe für kranke Hunde, Katzen und Co.: Über eine zentrale Rufnummer werden hilfesuchende Kleintierbesitzer in Thüringen nach Feierabend sowie an Wochenenden und Feiertagen an den tierärztlichen Notfalldienst ihrer Region vermittelt.

Foto: Symbolfoto: Inga Kjer

Die Hälfte der Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte ist mittlerweile an das neue System zur Vermittlung tierärztlicher Notfalldienste für Kleintiere angeschlossen, bilanziert Alexander Schneeberg, Geschäftsführer der Landestierärztekammer.

Über die zentrale Rufnummer 0361/64478808 werden hilfesuchende Kleintierbesitzer nach Feierabend sowie an Wochenenden und Feiertagen an den tierärztlichen Notfalldienst ihrer Region vermittelt. Diese Aufgabe hat in einem bundesweit einzigartigem Projekt die Landesvermittlungszentrale der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen übernommen.

„Nach erfolgreichem Start in Erfurt, Gotha und dem Unstrut-Hainich-Kreis wurden jüngst auch die Kleintier-Notdienstringe in den Bereichen Artern, Gera/Greiz, Jena, Nordhausen/Sondershausen, Sömmerda, Weimar und Weimarer Land sowie Saalfeld-Rudolstadt an das zentrale System angeschlossen“, erklärt Schneeberg.

Mit Vorteilen für beide Seiten: „Tierhalter werden ohne langes Suchen nach dem diensthabenden Tierarzt an den Notfalldienst ihrer Region weitergeleitet, Tierärzte haben seltener Dienst, da für die Vermittlung einige Notdienstringe zusammengefasst wurden.“ Denn während in den Städten meist viele Tierärzte arbeiten und Notdienste selten sind, stehen die Kollegen auf dem Land oft wöchentlich im Dienstplan.

„Das zehrt auf Dauer an den Kräften“, warnt Schneeberg. Um die Dienste für jeden einzelnen der rund 450 praktizierenden Kleintierärzte zu minimieren, sollen Notdienstringe in Zukunft zusammengelegt und von derzeit 23 auf etwa 15 reduziert werden. Dann könnten die rund 30 Notdienste pro Region und Monat auf mehr Tierärzte aufgeteilt werden.

Das System hat Erfolg: „Die Zahl der Beschwerden über nicht erreichte Notdienste ging rapide zurück“, sagt Schneeberg. Denn oft konnte ein kurzfristiger Diensttausch nicht ausreichend kommuniziert werden, so standen Patienten vor verschlossenen Praxen oder erreichten den ursprünglichen Notdienst telefonisch nicht – weil der ja den Dienst getauscht hatte. „Auch von den Tierärzten gab es neben konstruktiver Kritik an Details nur positive Rückmeldungen“, so Schneeberg.

Bis Ende 2021 sollen die noch fehlenden Gebiete an das zentrale Vermittlungssystem für Kleintiere angeschlossen werden. Langfristig soll auch die Notfallversorgung für Nutztiere und Pferde über die zentrale Rufnummer laufen.

Notdienstzeiten

  • Notdienstzeiten sind werktags von 18 bis 8 Uhr, an Wochenenden freitags 18 Uhr bis montags 8 Uhr sowie an Feiertagen von 8 Uhr bis 8 Uhr am Folgetag.
  • Informationen zum Notdienst in den noch nicht zentral vermittelten Bereichen erhalten Patientenbesitzer weiterhin über die Tageszeitung, die Rettungsleitstellen der Landkreise und kreisfreien Städte, die Webseiten und Anrufbeantworter der vor Ort ansässigen Tierarztpraxen sowie über die Webseite der Landestierärztekammer Thüringen (www.ltkt.de).