Coronavirus

Omikron-Inkubationszeit: Neue Studie bringt Klarheit

Athena Riegel
| Lesedauer: 4 Minuten
Corona: Neue Symptome bei Omikron-Variante BA.5

Corona: Neue Symptome bei Omikron-Variante BA.5

Die Corona-Sommerwelle hat Deutschland fest im Griff. Nun wird über neue Symptome im Zusammenhang mit der Omikron-Variante BA.5 berichtet. Bei uns erfahrt ihr mehr dazu.

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Berlin.  Omikron ist ansteckender als alle Corona-Varianten zuvor. Woran das liegt und wie lange die Inkubationszeit ist, zeigen neue Studien.

  • Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der ersten Symptome wird auch als Inkubationszeit bezeichnet
  • Wie hoch ist diese Zeit bei der Omikron-Variante?
  • Eine neue Studie bringt nun Klarheit

Eine neue Studie zur Inkubationszeit zeigt, warum Omikron so ansteckend ist. Die Omikron-Untertypen BA.1, BA.2 oder BA.5 haben sich deutlich schneller verbreitet als alle bekannten Varianten zuvor. Grund dafür: Omikron-Infizierte atmen wesentlich mehr Viren aus. Angesteckte werden zudem durch die kurze Inkubationszeit schneller infektiös für andere.

Inkubationszeit bei Omikron nur drei bis vier Tage

Durchschnittlich liegen bei Omikron-Infizierten drei bis vier Tage zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Infektion. Das berechnete eine Metastudie eines chinesischen Forscherteams der Universitäten Peking, Hong Kong und Tsinghua. Das Team hat Daten von insgesamt 8.112 Patientinnen und Patienten aus 142 Studien zusammengefasst und ausgewertet.

Die Coronavirus-Variante Alpha hatte demnach noch eine Inkubationszeit von fünf Tagen. Die Delta-Mutation hatte im Schnitt nur noch 4,4 Tage Inkubationszeit.

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Allerdings könne es bei der Inkubationszeit zu großen Abweichungen kommen, abhängig vom Alter der Patienten, so die Wissenschaftler im Fachblatt "JAMA Network Open". Insgesamt gäbe es eine Spannweite zwischen 1,8 Tagen und 18,8 Tagen vom Coronakontakt und dem eigenen positiven Test.

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Auch Impfungen und vorherigen Coronaerkrankungen können die Inkubationszeit beeinflussen. Wenn das Immunsystem die Krankheitserreger schon kennt, kann es sich besser wehren, was zu frühen Corona-Symptomen führen kann.

Inkubationszeit: Weniger Daten bei Omikron

Die Datenlage ist bei den einzelnen Virusvarianten sehr unterschiedlich. Zur Omikron-Mutation gibt es weniger Auswertungsdaten als bei Alpha. Bei der Alphavariante lagen einer Studie insgesamt 6.374 Patienten-Daten vor, Omikron wurde nur an 829 Patienten untersucht.

  • Insgesamt lag über alle Varianten hinweg die durchschnittliche Inkubationszeit bei 6,5 Tagen.
  • Kinder unter 18 Jahren hatten eine überdurchschnittlich lange Inkubationszeit von 8,8 Tagen.
  • Genauso wie Senioren über 60 Jahren mit 7,43 Tagen.

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Bei Corona dauert es vergleichsweise lang bis erste Symptome auftauchen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt. Zum Vergleich: Eine Infektion mit Parainfluenza zeige sich im Schnitt bereits nach 2,6 Tagen, eine mit Rhinoviren sogar schon 1,4 Tagen nach der Ansteckung.

Coronapandemie: Viruslast bei Omikron besonders hoch

Die Inkubationszeit ist zwar während der Pandemie immer kürzer geworden, doch hat die Viruslast bei Infizierten offenbar zugenommen. Das stellten US-Forschende von der University of Maryland fest. Sie konnten zwischen Juni 2020 und März 2022 insgesamt 93 Infizierte untersuchen. Allerdings ist die Studie noch nicht begutachtet und unabhängig geprüft worden.

Die Testpersonen waren vollständig geimpft und teilweise auch bereits geboostert und hatten nur milde oder auch gar keine Symptome. Sie waren mit unterschiedlichen Virusvarianten infiziert. Bei den Tests wurden Abstrichproben aus dem Rachen genommen. Zudem gab es Spucktests, Blutproben und die Infizierten mussten für einige Minuten in einen großen Trichter atmen, schreien und singen.

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Mit Hilfe eines an der University of Maryland entwickelten Geräts, maßen die Wissenschaftler die Viruslast in kleinen Luftpartikeln. Ergebnis: Die Menge der ausgeatmeten Viren hat im Verlauf der Virusevolution deutlich zugenommen.

Die mit Omikron infizierten Personen atmeten mit Abstand am meisten Viren aus. Weiter verglichen die Forschenden die Virenmengen in Aerosolen mit denen von Patienten mit Influenza. Ergebnis hier war: Coronavirus-Infizierte atmeten weniger RNA-Viren aus als Influenza-Infizierte. Deshalb glauben die Forscher, dass Corona noch viel ansteckender werden könnte.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.